Dienstag, 8. November 2016

Wieviele Kleidungsstücke brauche ich eigentlich?

Als ich nach dem Sommer die Kleidungsstücke für die Wintersaison in meinen Kleiderschrank räumte, war ich sehr kritisch. Nicht alles, was passte, kam auch in den Schrank. Trotzdem könnte ich mir einen noch minimalistischeren Kleiderschrank vorstellen und so machte ich mal ein Experiment: 2 Wochen zeigte ich jeden Tag mein Outfit auf Instagram unter dem Hashtag #ootd

Es war interessant, dass ich mich in der zweiten Woche tatsächlich durch das Experiment bei der Kleiderwahl beeinflusst fühlte und trotzdem habe ich nur einen Bruchteil meiner Herbst-/ Wintergarderobe getragen. Mir kam es auch so vor, als würde ich einen privaten MeMadeMai im Herbst veranstalten.

Hier die Bilanz (die Bilder sind wirklich nur schnell mit dem Handy im Spiegel gemacht und nicht von berauschender Qualität, aber sonst hätte ich das Experiment nicht durchgestanden. Schon so war es jeden Morgen eine Herausforderung...)

Montag      
Ich beginne das Experiment mit einer gekauften Jeans und einem Bronte-Top.


















Dienstag
Röcke trage ich doch die meiste Zeit und so ist dieses Outfit schon authentischer. Der Rock ist nicht fahrradtauglich, aber an dem Morgen regnet es und wenn ich mit Regenhose fahre, schiebe ich darunter den Rock einfach hoch. Somit ist Regenwetter sehr praktisch für nicht fahrradtaugliche Kleidung.

Der Rock ist aus einer Ottobre und entstand im Herbst 2014, während meines "Rock, Blazer, Mantel"-Projektes.

Die Strickjacke ist aus einer Burda genäht und stammt, glaub ich aus dem gleichen Jahr.

Dazu trage ich Strumpfhosen und Stiefel. Ich liebe Stiefel. Im Herbst ist ja meine größte Sorge, dass ich frieren könnte.





Mittwoch
Es ist der 3. Tag und bisher habe ich noch kein Kleidungsstück doppelt getragen. Das ist eigentlich ungewöhnlich, aber wohl eine Auswirkung des Experimentes.

Ich trage eine Hemdbluse unter einem Linden-Sweatshirt aus reiner Merino-Wolle. Die Hemdbluse ist nach einem Schnittmuster aus dem "Sew U"-Buch von Wendy Mullin, welches ich mir ganz am Anfang meiner Nähkarriere gekauft hatte und somit ist die Hemdbluse mit 5 Jahren auch eines der ältesten, selbstgenähten Kleidungsstücke im Schrank.

Der Rock ist eine Amy von farbenmix aus Jeans. Ein absolutes Basic, das lange in meinem Schrank fehlte. Genäht habe ich ihn diesen Sommer.

Das Linden-Sweatshirt war super schnell genäht. Ich glaube, Anfang diesen Jahres, aber es kommt mir so vor, als hätte ich ihn schon ewig. Er ist sehr schön warm und nimmt mir die Angst, ich könnte frieren.


Donnerstag
Am 4. Tag war ich dann wahrscheinlich erschöpft vom Kombinieren und habe einfach das Sweatshirt weggelassen.

















Freitag
Am Freitag noch einmal unkompliziert in Lindensweatshirt und selbstgenähter grauer Jeans. Tatsächlich greife ich eher selten zur Hose, obwohl es wirklich das einfachste ist. Ich finde jedoch Röcke mit Stiefeln viel wärmer als Hosen mit Halbschuhen. Und wie gesagt, ich habe Angst zu frieren.














Samstag
Hier mal ein Outfit mit Mantel. Am Wochenende fahre ich eher selten Fahrrad und das ist die ideale Gelegenheit, um meinen neu gefütterten, warmen Wintermantel zu tragen.

Hier in Kombination mit einem einfachen Walkrock und dem Lindensweatshirt aus Merino. Ein bisschen schlumpig, weil ist ja Wochenende.












Sonntag
Sonntag ist mein Martha-Tag. Ich mag mich unter der Woche nach Arbeit nicht extra umziehen und auf Arbeit kann ich das mittlerweile zu groß gewordene Stillkleid ja nicht anziehen. Es ist aber meine Definition von gemütlich und mit Leggings schön unkompliziert. Irgendwann werde ich mir eine neue Martha nähen, aber diese ist trotz häufiger Wäsche noch so gut in Schuss, dass ich keine Notwendigkeit sehe, sie zu ersetzen, bis sie irgendwann auseinander fällt.












Montag
Die neue Woche beginnt mit einem Experiment. Da ich den Sohn zur Kita bringen soll, kann er ja gleich mal ein Bild machen. Macht er auch, nur aus 15 Metern Entfernung.

Ich trage einen schlichten Romanit-Rock, den ich auch aus einem Sew U-Buch genäht habe und dazu eine gestreifte Joana. Die Streifen sind dünner, darum sieht man sie aus der Entfernung nicht.











Dienstag
Ich lasse mich noch einmal vom Sohn fotografieren, aber in der Wohnung, was nicht so hübsch ist. Genau genommen, habe ich mich einfach da fotografieren lassen, wo sich der Sohn gerade aufhielt und das war im Bad.

Ich trage eine Valeska und einen gekauften Strickpulli in dunkelblau. Zwei Kleidungsstücke, die ich in den vergangenen 8 Tagen noch nicht getragen hatte und den Pulli habe ich tatsächlich auch nur angezogen, damit ich nicht schon wieder den Merino-Pulli anziehe und schließlich ist er ja im Schrank.











Mittwoch
Ich habe ganz einfach den Pulli vom Dienstag mit dem Rock vom Montag kombiniert. Nicht über mögliche Kombinationen nachdenken müssen, ist ja ein Ziel, dass ich beim Auswählen der Kleidung für meinen Kleiderschrank verfolge. Dann muss ich nur noch aufhören trotzdem nachzudenken.















Donnerstag
Diesen Look finde ich ja wirklich klasse. Das Shirt ist ein Plantain aus Nosh-Jersey. Nachdem ich das Shirt genäht hatte, habe ich das Schnittmuster angepasst und Joana mit Plantain verschmolzen. Die Weite von Joana finde ich für mich passender, aber die Ärmel des Plantainshirts sind weniger eng. Wenn ich dieses Shirt irgendwann man aussortiere, werde ich mir auf jeden Fall ein neues schwarz-weiß-geringeltes oder -gestreiftes Shirt nähen.












Freitag
Gleiches Outfit wie am 3. Tag, nur ohne Hemdbluse darunter. Aber wem möchte ich etwas vormachen? Das ist mein absolut unkompliziertestes Lieblingsoutfit im ungemütlichen Herbst.
















Samstag
Dieser Sweatshirt-Rock darf auch nur am Wochenende raus. Leider ist er am Bund etwas unförmig und bevor ich anfange, daran etwas zu ändern, wird er wohl eher zu einer Kinderhose oder so verarbeitet werden. Leider gibt es den senffarbenen Sweatshirtstoff bei Stoff und Stil nicht mehr, sonst hätte ich mir aus dem Stoff einen schlichten Rock nach dem Sew U Buch genäht. Aber Senf ist ja noch im Trend und es gibt viele Stoffe in der Farbe. Das wäre also noch ein Plan.












Sonntag ist wieder Martha-Tag.

In 14 Tage habe ich also:
- 2 Hosen
- 6 Röcke
- 3 Shirts
- 3 Pullis
- 1 Strickjacke
- 1 Kleid
- 2 Tanktops
und diverse Leggings/ Strumpfhosen getragen. Bei den 6 Röcken wäre es noch nicht einmal notwendig gewesen, so oft zu wechseln. Ich wäre sicher auch mit 4 Röcken ausgekommen.

Wenn ich mir überlege, wieviel Platz ich im Kleiderschrank hätte, wenn darin wirklich nur diese Sachen wären. Aber da sind noch die Weihnachtskleider 2011, 2013, 2014 und noch eine dünnere Stoffhose und weitere Blusen und Shirts, meine zwei Blazer und ein weiterer Romanitrock...

Aber das Experiment war auf jeden Fall ein Erfolg. Es hat mir wieder vor Augen geführt, dass ich nicht viel brauche und ich mir mehr Zeit dafür nehmen sollte, herauszufinden, was mir tatsächlich fehlt. Und wenn man nicht viel braucht, kann man sich für das, was man am Ende näht, auch hochwertige Stoffe gönnen. Darum nähe ich mir in diesem Jahr für Weihnachten ein Kleid aus dem gleichen Merino-Stoff, aus dem mein Lieblingslindensweatshirt genäht ist. Zum Glück gab es im Nähkontor wieder eine neue Lieferung.

1 Kommentar:

  1. Sehr schön, Deine Zusammenstellung! Tatsächlich versuche ich im Moment Ähnliches - obwohl ich es nicht schaffe, wirklich jeden Tag ein Foto zu machen. Aber Du hast Recht, man braucht echt nicht viel, sobald man einmal weiß, was zu einem passt und was man realistischerweise auch tatsächlich benutzt. So, und jetzt muss ich Dich mal auf Instagram suchen gehen... ;-)
    Liebe Grüße,
    Steffi
    P.s: Mir gefällt vor allem das Outfit mit Ringelshirt und Jeansrock (2. Donnerstag) echt gut!

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