Sonntag, 28. Februar 2016

6 Monate Erfahrung mit Ottobre-Wickelbody

Im September zeigte ich ein Bild von meinem frisch geborenen Baby in einem Ottobre Wickelbody in Größe 56. Unter dem Bild schrieb ich, dass ich den Body nähte, obwohl er nur 3-4 Monate passen würde. Nun, da hatte ich mich getäuscht. Den gezeigten Body trug meine Tochter am Tag der Geburt und auch heute noch. Er ist demnach bereits seit 6 Monaten in Benutzung im Wechsel mit dem 2. Body, den ich ebenfalls nach diesem Schnitt genäht habe. Ich habe somit einige Erfahrung mit dem Body sammeln können und darum wollte ich die mal teilen.

Also, wie man bereits im September sehen konnte, fällt der Schnitt recht groß aus. Hier nochmal der direkte Vergleich:
Damals war das Baby 51 Zentimeter groß und trug Wegwerfwindeln. 

Heute ist meine Tochter 65 Zentimeter groß und trägt eine voluminösere Stoffwindel. Der Body passt jetzt sowohl in der Länge wie auch in der Breite.

Die meisten Sorgen machte ich mir darum, dass die Jerseydrücker am Wickeloberteil ausreißen könnten. An den Stellen, an denen die Drücker nicht an einer Kante angebracht werden, sollte man laut Anleitung kleine kreisrunde Jerseystücken mit Hilfe von Vliesofix aufbügeln, um den Stoff zu verstärken. Ich habe mich an die Anleitung gehalten und die Drücker halten bis heute. 

So schön ein Wickelbody beim An- und Ausziehen ist, gefallen mir die Bodys mit dem amerikanischen Ausschnitt oder mit geknöpfter Schulter aber trotzdem besser. Mir ist der Body am Hals irgendwie zu offen. Ich habe daher nun den Schnitt aus der Ottobre 4/2014 ausprobiert.

Genäht habe ich jetzt eine Größe 68. Der Schnitt ist recht weit, aber in der Länge kann ich mir nicht vorstellen, dass meine Tochter ihn wieder ein halbes Jahr trägt. Mal sehen, vielleicht werde ich in 6 Monaten wieder berichten, dass ich mich getäuscht habe.

Außerdem habe ich den Body aus Paulines Buch ausprobiert. Ebenfalls eine Größe 68, die jedoch im Vergleich nur leicht größer ist, als die 56 der Ottobre. Ich würde daher sagen, dass Paulines Schnitt größengerecht ausfällt, während die Schnitte in der Ottobre recht großzügig sind. 

Der Body aus Paulines Buch ist auch für unsere Stoffwindeln von der Windelmanufaktur geeignet. Da ich das ja vorher nicht wusste, habe ich einen sehr schlichten Body genäht und dabei das Shirt recycled, dass ich hier mal gezeigt hatte. Das Einfassen mit dem Bandeinfasser meiner Covermaschine geht so fix, dass so ein Body in einer Stunde genäht ist, wobei alle drei Maschinen zum Einsatz kommen: Einfassen mit der Cover, nähen mit der Overlock und mit der normalen Nähmaschine steppe ich die Nahtzugabe fest. 
Meine Liebe zum Bodys-nähen ist auf jeden Fall erneut entfacht. Mit 2 Kindern hat man allerdings so viel Wäsche, dass man auch nicht viele Kleidungsstücke benötigt. Ich halte den Kleiderschrank meiner Kinder derzeit ähnlich minimal wie meinen eigenen. Das spart Zeit, denn man hat schnell einen Überblick und wenn die Sachen aus dem Wäschekorb direkt wieder angezogen werden, muss man sie gar nicht erst in den Schrank räumen. Hihi.

Mittwoch, 24. Februar 2016

MeMadeMittwoch im neuen Lieblingsoutfit

Am 4. September 2013 präsentierte ich mich in einem Outfit, welches leider nur noch in meinem Kopfkleiderschrank existiert.

Die senfgelbe Jacke habe ich leider kaputtgewaschen. Das mintfarbene Sorbetto-Top ist unter den Achseln vom Deo verfärbt und passt derzeit auch gar nicht über den Busen. Der Elefantenrock wurde in Kindersachen verwandelt und selbst die Schuhe hatten ihre besten Tage bereits gesehen und wurden aussortiert.
Mit Taschen
Aber mein heutiges Outfit erweckt bei mir das gleiche Gefühl wie wenn ich an das Bild vom 4. September 2013 denke. Es fühlt sich einfach stimmig und zu mir passend an.
Von hinten mit Armpatches
Ich trage heute ein Plantain T-Shirt und einen Burda-Sweatshirt-Rock. Den Sweatshirtstoff von Stoff und Stil habe ich bereits für einen Sweat-Blazer vernäht und somit habe ich jetzt ein Sweatshirt-Kostüm. Yeah! Außerdem habe ich den Sweat auch für die Armpatches verwendet, so dass das Shirt perfekt zum Rock passt. Abgerundet wird das Outfit durch die petrolfarbenen Strumpfhosen, die auf den Bildern viel dunkler aussieht als in echt.
Ich kann ja auch mal auf einem Bein stehen.
Und weil ich das Outfit so toll finde, habe ich mich doch tatsächlich auch mal wieder überwinden können, Fotos zu machen. Diesmal habe ich es in der Küche versucht. Die Kamera auf die Anrichte und mit der Fernbedienung einfach losgeknipst. Na, wenn ich das Foto-Thema endlich mal in den Griff bekommen würde, könnte mein Blog vielleicht mal wieder aufleben.

Welche Posen sich andere Menschen ausgedacht haben, um ihre selbstgenähte Kleidung zu präsentieren, kann man heute wie immer auf dem MeMadeMittwoch-Blog sehen.

Samstag, 13. Februar 2016

Tutorial - dm-Pfandtaschen Hack

Als ich gestern mit dem Baby im Tuch unterwegs war, hatte ich meine Wasserflasche, Portemonnaie und ein Spucktuch in einer dieser Pfandtaschen von dm dabei. Das Tragen dieser in der Hand war aber ziemlich lästig und als ich so dahin spazierte, kam ich am Nähkontor vorbei, wo ein paar Turnbeutel im Schaufenster hingen. Und da hatte ich DIE Idee. Ich ging hinein und kaufte eine Packung Ösen und 3,20m Kordel. 

Und weil die Idee so einfach wie genial war (ups, Eigenlob, ähm ja), also ich fotografierte jedenfalls bei der Umsetzung mit und zeige euch jetzt wie aus einem Beutel, ein Turn-Beutel wird, in 5 einfachen Schritten und ohne zu nähen:

Ihr braucht einen Nahttrenner, 3,20m Kordel, Ösen und eventuell eine Zange, ansonsten einen Hammer zur Montage der Ösen
1. Auftrennen der Raupen, damit der Tunnel breit genug für die Kordel ist. 4x
2. Tunnel an beiden Seitennähten auftrennen
3. Kordel halbieren und jeweils einmal von links und einmal von rechts einziehen. Die Kordel geht dabei jeweils zur gleichen Öffnung rein, wo sie auch wieder rauskommt.
4. Je eine Öse rechts und links am Beutelboden montieren
5. Kordelenden durch die Ösen ziehen und verknoten. Fertig.
Da die Raupen an den Henkeln entfernt wurden, können diese einfach im Beutelinneren versteckt werden und wir haben einen gewöhnlichen Turnbeutel.
Der Beutel ist aber auch noch genau wie zuvor als normaler Tragebeutel verwendbar.
Und jetzt kann man die Tasche natürlich noch nach Herzenslust gestalten. Vielleicht drucke ich noch was drauf. Aber auf jeden Fall kann ich sie jetzt bei Bedarf auf dem Rücken tragen und habe die Hände frei. Yeah!

Montag, 8. Februar 2016

Ein Walkoverall für das Baby

Für mein Baby habe ich mir einen Wollanzug gewünscht, da ich die immer so schön gefunden habe an anderen Babys. Für meinen Sohn brauchte ich so einen Anzug nicht, da ich von Nachbarn einen Winteranzug bekommen hatte. Jetzt brauchte ich aber einen.

Wie näht man denn eigentlich so einen Walkanzug, wenn man einen Walk verwendet, der nicht gewaschen werden soll? Bei meiner Internet-Recherche fand ich immer wieder Walkanzüge, die mit Jersey gefüttert waren und Bündchen als Abschluss hatten.

Meine Lösung: Wolltresse
Ich erläuterte Elke im Nähkontor mein Problem und sie zeigte mir dieses Band, das zum Einfassen von Wollkleidungsstücken genutzt wird. Da das Band auch aus Wolle ist, erhält man so also ein Kleidungsstück, das, abgesehen vom Reißverschluss, komplett aus Wolle ist und somit durch einfaches Lüften wieder frisch wird.

Verwendet habe ich einen Schnitt aus der Ottobre 4/2012. Eigentlich handelt es sich um einen Schnitt für einen ungefütterten Sweat-Overall. Ich habe den Schnitt so verändert, dass die Ärmel und Beine entsprechend der Bündchenlänge verlängert wurden. Die rückwärtigen Beine habe ich um die doppelte Bündchenlänge verlängert, um so Umschlagbündchen zu erhalten.


Begonnen hatte ich den Anzug am 7. November beim Nähkurs im Nähkontor. Ich hatte das damals 2 Monate alte Baby beim 5-stündigen Kurs mit dabei und dachte, wenn ich für das Baby nähe, wird es schon klappen. Und tatsächlich konnte ich den Anzug in der Zeit fast fertig nähen. Ich habe ihn mit Geradstich zusammengenäht und die rückwärtigen Nähte auseinander gebügelt und mit Zickzack festgesteppt. Das ging richtig fix und zum Einsetzen des Reißverschlusses habe ich Stylefix genutzt, so dass auch das kein Problem war.


Da der Walkanzug nicht gefüttert ist, habe ich einfach einen separaten Futteranzug aus Microfleece genäht. Und als der Sohn eine Puppe bekam, bekam sie auch noch einen Anzug. Also im Anzug-nähen bin ich jetzt geübt.



Den Schnitt für den Puppenanzug habe ich mit Hilfe des Anzugs entwickelt, den die Püppi bei Kauf an hatte und mit dem klimperkleinchen Schnittmuster für die Puppenjacke. Als die Puppe hier einzog, gab es ja kein Halten mehr. Aber da sich der Sohn nicht so für an und ausziehen interessiert, habe ich das Puppenkleidernähen erst einmal wieder aufgegeben.

Hallo 2016 - ups, schon Februar

Das mit der Zeit zum Bloggen ist ja immer so ein Ding. Insbesondere, wenn man zwei kleine Kinder hat. Dazu kommt noch, dass ich auf Instagram viel unkomplizierter und auch ohne Zeichenbegrenzung meine Sachen teilen kann. 

Aber das Blog ist eben auch ein Tagebuch und in letzter Zeit habe ich doch deutlich gemerkt, was ich daran eigentlich habe. Die ersten Bodys, die ich für meinen Sohn genäht hatte, waren noch ohne Größenangabe. Auf dem Blog hatte ich die jeweilige Größe aber genannt. Also guck ich im Blog nach, wenn ich wissen möchte, welche Größe z.B. der Affenbody hat. Und dann ist es wie ein Zeitreise: wie war das denn eigentlich damals mit dem Sohn. Die Gedanken, die man sich zur Garderobe gemacht hat und auch ein paar Informationen zum Alltag. Das sind schöne Erinnerungen und ich möchte die in drei Jahren auch von der Elternzeit mit meiner Tochter haben. 

Im August 2014 hatte ich entschieden, dass ich auf diesem Blog keine Kindersachen mehr zeigen wollte, aber mit dieser Entscheidung bin ich heute gar nicht mehr so glücklich und so werde ich mal wieder so eine Mischung wie zuvor anvisieren. Meike nutzte auf ihrem Blog für den Jahresrückblick das Wort "Werkschau". Dieses Wort geisterte seitdem einige Zeit in meinem Kopf herum. Ich wollte, dass mein Blog auch mehr bietet als eine "Werkschau". Aber jetzt ist mir klar geworden, dass ich einfach machen sollte, was ich will und worauf ich gerade Lust habe. Klar habe ich immer mal wieder die Idee, dass ich irgend ein Konzept haben sollte. Eine Linie. Aber es ist ja kein kommerzielles Blog und so brauche ich so etwas doch gar nicht. 

So und jetzt schreibe ich endlich mal den Blog-Eintrag über meinen Walkanzug zu Ende, den ich im November begonnen habe.