Dienstag, 30. Juni 2015

Ein Hemd für den Sohn

Seit ich meine neue Nähmaschine habe, kann kein Schnittmuster kompliziert genug sein. Gezielt habe ich mir in den vergangenen Wochen Schnitte herausgesucht, die aus mehr als 5 Schnittteilen bestehen und mir neue Herausforderungen bieten. Um meine neue Nähmaschine dabei auch gut nutzen zu können, stehen natürlich Projekte aus Webware im Fokus. Da ich aber gerade wenig motiviert bin für meinen Kugelbauch Kleidungsstücke zu nähen, war es also naheliegend den Sohn mit aufwändiger Kleidung auszustatten. Schnell war die Idee geboren, dass es in diesem Jahr nicht nur ein Geburtstagsshirt gibt, sondern gleich ein ganzes Outfit: Shirt, Hose und Hemd. Die Idee ist dabei, dass das langärmlige Hemd an einem kühlen Juli-Morgen auch gut als Jackenersatz dienen kann.

Hier nun also das Hemd. Ich nehme schon mal vorweg, dass das Hemd natürlich gleich in den Kleiderschrank gewandert ist. Bei dem Aufwand wäre es doch zu schade, wenn es einen ganzen Monat auf seinen ersten Einsatz warten müsste. Außerdem war der Juni ja alles andere als heiß und so konnte das Hemd zum Geburtstag der Oma zum ersten Mal ausgeführt werden. Hier ein etwas verwackeltes Tragefoto (ich hatte leider die Anweisung gegeben, der Sohn möge doch bitte in die Kamera winken, was er dann auch überschwänglich tat):
Der Sohn ist zur Zeit 93 Zentimeter groß und genäht habe ich das Hemd in Größe 98. Auf dem Bild habe ich daher die Ärmel umgeschlagen, was durch die kontrastfarbenen inneren Manschetten natürlich sehr cool aussieht.

Aber nun zum Hemd. Es handelt sich um das Hemd "Lenny" (Mod. 18) aus der Ottobre 6/2012. Das Hemd bietet alle Raffinessen eines klassischen Herren-Hemdes, würde ich sagen. Die Knopfleiste ist extra angesetzt und wird auf der Rückseite in einer Falte mitgefasst. Die Ärmel haben einen Schlitz mit Beleg. Unterkragen, innere Manschetten, innere Knopfleiste und der innere Kragensteg sind durch Kontraststoff abgesetzt. Es gibt eine Schulterpasse und das Rückenteil erhält Weite durch zwei kleine Fältchen.
Die Knopfleiste und die Verarbeitung der Manschetten/ Armschlitze war für mich neu. Aber die bebilderte Anleitung in der Ottobre ließ mich schnell erkennen, dass es dennoch kein Hexenwerk ist. Insgesamt war das Hemd dann auch in weniger als 4 Stunden zusammengesetzt. Den Saum hatte ich mir dann noch für später aufgehoben, damit ich ihn auch ordentlich nähe und dann kam natürlich noch die Königsdisziplin: Knopfkauf im Nähkontor. Bei jedem Projekt, das Knöpfe erfordert, ist das ja ein Highlight für mich und ich spare es mir ganz für den Schluss auf. Die Entscheidung hat auch eine halbe Stunde gedauert. Zuerst hatte ich diesen perfekten Knopf gefunden:
Der Knopf mit dem Segelboot musste unbedingt sein. Allerdings wäre es nach meinem Geschmack zuviel des Guten gewesen, nur diese Knöpfe zu verwenden. Die Segelboote sollten nur an die Manschetten. Während der Suche war ich schon kurz davor auf die tollen Knöpfe zu verzichten und einfach irgendwelche Knöpfe zu verwenden, doch dann fand Elke genau die richtigen schlichten Metallknöpfe, um mein Vorhaben zu retten.
Den Stoff für das Hemd habe ich erstmals gemeinsam mit meinem Sohn gekauft. Ich habe versucht, ihm die Auswahl etwas einzuschränken, damit er nicht total überfordert ist. Das geht mir ja selbst schon nicht anders. Am Ende konnte er sich zwischen Walfischen oder Booten entscheiden und als er die Boote wählte, blieb die Frage "hellblau oder dunkelblau". Er wählte dunkelblau und ich kombinierte dann noch den roten Vichykarostoff. Ursprünglich wollte ich ihn die Knöpfe aussuchen lassen, aber wenn ich ehrlich bin, bin ich doch froh, dass ich das dann doch selbst übernommen habe. Außerdem bietet meine neue Nähmaschine die Möglichkeit für kleine Stickbilder (Auto, Katze, Elefant, Apfel...) Mein Sohn sollte sich am Ende ein Motiv aussuchen dürfen, welches ich auf die Brusttasche sticken wollte. Doch als ich das Hemd nähte, war der Sohn verreist und außerdem konnte ich mir dann zu den Booten keine geeignete Stickerei vorstellen. Und so malte ich einfach ein Boot rot und falls der Sohn dennoch etwas auf sein Hemd sticken möchte, dann machen wir das noch auf die innere Knopfleiste. Es ist nämlich gar nicht so einfach, die Entscheidung dem Sohn zu überlassen, auch wenn das Kleidungsstück für ihn bestimmt ist. Zum Glück hat er mir das nicht übel genommen und das nächste Hemd kommt bestimmt.

Kommentare:

  1. Ich bin vollends entzückt, hin und weg! So schön, das Hemd. Und die Stoffkombination zusammen mit den Knöpfen gefällt mir ausnehmend gut! Chapeau!

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  2. Boah, jetzt will ich diesen Stoff auch. Wusste gar nicht, dass es ihn auch als Webstoff gibt. Habe ihn als Jersey in dunkelblau. Wo hast du ihn denn bekommen?

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    1. Den Stoff haben wir bei Frau Tulpe gekauft. Auf der Webseite finde ich ihn gerade nicht, aber vielleicht gibt es ihn auch in Hamburg. :)

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