Sonntag, 30. November 2014

WKSA 2014 Teil 1 bis 3 - Rückblick, Überlegung und Stoff

Die Herbstprojekte sind abgeschlossen, der Baum ist geschmückt, die neue Pyramide hat ihre ersten Runden gedreht - höchste Zeit an Weihnachten zu denken und damit an das Weihnachtskleid.

Ich bin seit 2011 beim WKSA dabei, hatte 2012 aber nicht dazu gebloggt. Seit 2011 finde ich es auch toll, am Weihnachtsabend etwas Besonderes tragen zu können, ohne darüber lange nachdenken zu müssen. Ok, bei der Schnittwahl musste ich erst einmal nachdenken. Aber ich bin ein Ottobre-Fan und die Winterausgabe 2011 hatte den richtigen Schnitt. Zuerst hatte ich die Glendora genäht, 2012 entschied ich mich für ein Onion Knotenkleid, wegen der Stilltauglichkeit und 2013 dann Old School Teacher.
Das Kleid vom letzten Jahr gefällt mir nach wie vor sehr gut, nur leider passt es nicht in mein Leben. Als ich Anfang des Jahres die Fahrradtauglichkeit testen wollte, ist der Futterstoff ausgerissen. Das war ein großes Drama. Ich hing das Kleid in den Schrank und traute mich gar nicht mehr, den Schaden zu begutachten. Ich habe keine Ahnung, wie man das reparieren kann. In meiner Fantasie wurde der Schaden zu dem immer größer. Irgendwann überwand ich meine Angst und ich habe es jetzt zur Traumabewältigung auch für euch fotografiert:
Wie gesagt: das Kleid passt nicht in mein Leben. Es ist nicht fahrradtauglich und ich kann darin auch nicht uneingeschränkt mit meinem Sohn toben. Ich trage das Kleid höchstens auf Geschäftsreisen und die vermeide ich seit ich Mutter bin so gut es geht. Dennoch habe ich kürzlich aus einem weichen Strickstoff aus dem Nähkontor noch eine Jacke dazu genäht. Die kurzen Ärmel sind für mich nämlich ebenfalls nicht geeignet.
Ich hatte die Jacke schon bei Twitter gezeigt. Die Wickeljacke ist auch aus der Ottobre und zwar die Winterausgabe 2012. Damit das Kleid endlich mal wieder rauskann, werde ich dieses Outfit nächste Woche zur Weihnachtsfeier anziehen. Ich freue mich schon richtig darauf, auch wenn das heißt, dass ich an diesem Tag auf mein Fahrrad verzichten muss.

Da mir der Schnitt sehr gut gefällt, habe ich mir weiter Gedanken gemacht, wie ich ihn ändern kann, um ihn für mein Leben anzupassen. Im letzten Jahr hatte ich die Nahttaschen ergänzt und dieses Jahr werde ich versuchen, das Kleid aus Romanit zu nähen. Der dehnbare Stoff ermöglicht dann hoffentlich das Fahrradfahren und Toben. Den richtigen Stoff habe ich im Nähkontor gefunden. Es handelt sich um einen schwarzen Romanit mit bunten kleinen Knötchen. Die petrolfarbene Jacke wird dann sicher auch zu diesem Kleid passen und somit werde ich die Ärmel kurz lassen.
Auf dem Bild erkennt man die Knötchen gut, auch wenn das Schwarz nicht richtig schwarz dargestellt wird. Auf dem folgenden Bild ist der Farbton besser getroffen und ihr könnt sehen, dass ich bereits zugeschnitten habe. Da ich einen erprobten Schnitt nähe, mache ich mir eigentlich keine Sorgen, dass ich das Kleid bis zum 21.12. nicht fertig bekomme. Der Baum zum Fotografieren steht ja auch schon hier. Mal sehen, ob ich es dann dieses Jahr schaffe, mein fertiges Kleid auch zum Finale zu präsentieren. Das wäre dann eine Premiere in diesem Jahr.
Zu dem schwarzen Kleid lassen sich später auch super farbige Strumpfhosen kombinieren. Falls also jemand von euch eine super Online-Quelle kennt, wäre ich für Tipps sehr dankbar. Ich habe bereits ein paar Anbieter ausprobiert, bin aber noch nicht vollständig zufrieden.

Ob die anderen Teilnehmer bereits das 2. Kleid nähen, Plätzchen essen oder auch erst anfangen, könnt ihr auf dem MeMadeMittwoch-Blog sehen. Ich finde es grandios, dass die Idee des Weihnachtskleid Sew Along nun schon in die 4. Runde geht und es eine ganze Crew gibt, die sich darum kümmert. Ich habe gerade gestern den Podcast von Muriel und .Meike gehört und so ist mir gerade noch bewusster wie toll es ist, dass der Me Made Mittwoch - Blog entstanden ist. Von daher:

Vielen Dank an die Me Made Mittwoch - Crew. Ihr seid wunderbar!


Freitag, 28. November 2014

Herbstprojekt Nr. 1 - der Fischgrät-Rock

Zwei Blog-Posts in einer Woche - hier ist was los!

Aber ich wollte die Innenansicht des Fischgrat-Rocks nicht schuldig bleiben, daher hier extra für Ottilie noch ein paar Worte und Bilder zum Rock.
Wie ihr sehen könnt: das Futter ist pink. Es handelt sich allerdings nicht um klassischen Futterstoff, sondern um Viskose von Stoff und Stil, die im Katalog unter Futterstoffen aufgeführt ist. Ich mag den Griff des Stoffes, aber er ist natürlich nicht so glatt, wie z.B. Acetat-Futter. Die Verwendung als Rockfutter kann ich daher nicht wirklich empfehlen. Es geht, aber es könnte auch besser sein.
Zum Saum wollte ich noch erzählen, dass es der erste Saum ist, den ich von Hand mit Hexenstich umgenäht habe. An dem Abend war meine Freundin mit ihrem Rock zu Besuch. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie noch keine eigene Nähmaschine. Wir hatten gemeinsam jeweils unseren Rock bei einem Nähkurs im Nähkontor begonnen und sind in 5 Stunden bei dem vielen Geschnatter zwischendurch natürlich nicht fertig geworden. Sie war also zu Besuch, um an ihrem Rock weiterzunähen und besetzte somit meine Nähmaschine. Und so saß ich dabei, gab ab und an ein paar Tipps und nähte den Saum. Es war wirklich entspannend. Ich hoffe, dass es nicht nur daran lag, dass ich es zum ersten Mal gemacht habe, aber die Tatsache, dass man auf der rechten Seite nichts sieht, hat mich schon sehr motiviert. Ich glaube, diese Art von Handarbeit hat auch etwas von Stricken. Es ist irgendwie geselliger. Man muss sich auch nicht sonderlich konzentrieren. Also mein Tipp, wenn ihr mal wieder einen nicht enden wollenden Saum von Hand nähen müsst: ladet euch ein paar Freunde ein und quatscht nebenbei - der Saum ist schneller fertig, als dass der Gesprächsstoff ausgeht. Vorausgesetzt ihr ladet die richtigen Freunde ein ;-)

Lieben Gruß
minnies


Mittwoch, 26. November 2014

MeMadeMittwoch - Rock, Blazer, Mantel

Mein "Herbst-Mantra" ist tatsächlich Wirklichkeit geworden und am Sonntag habe ich meinen Mann doch sogar motiviert bekommen, draußen Fotos zu machen. Es schien zwar nicht die Sonne, aber es war dennoch hell genug, um euch meinen neuen Mantel in seiner Farbe recht wirklichkeitsgetreu zeigen zu können.

"Rock, Blazer, Mantel" - das war mein Mantra, das mich die letzten drei Monate begleitete und mir den Weg wies, um nun ein Outfit zu besitzen, dass voll und ganz businesstauglich ist. Zusammen mit meiner Working Mum kann ich nun wirklich stilvoll reisen.

Hier noch einmal zur Erinnerung mein Plan vom 27. August:
Rock: Modell Nr. 11 aus Ottobre 5/2013 in Fischgrät von Frau Tulpe
Sweatblazer: Modell Nr. 10 aus Ottobre 2/2014 aus curryfarbenen Sweatshirtstoff von Stoff und Stil
Mantel: wahrscheinlich Modell Nr. 18 oder 19 aus Ottobre 5/2012 in einer leuchtenden Farbe

Ich bin ja wirklich sehr stolz, denn ich habe mich tatsächlich zu 100% an meinen Plan gehalten. Beim Mantel ist es Modell 19 geworden.

Ich habe den Mantel aus bordeauxfarbenen Mantelwolle mit Kaschmir genäht. Im Schnittmuster war nicht angegeben, dass der Mantel zusätzlich zum Futterstoff noch anderweitig gefüttert werden müsste. Erst als das Ende bereits nah war, wurde mir bewusst, dass für den Schnitt im Original ein Steppstoff verwendet wurde. Nun ja, der Mantel ist groß genug, so dass auch noch eine Fleecejacke darunter Platz hat und so ist der Mantel auch schon im Herbst und bis in den Frühling nutzbar. Der Mantel besitzt Taschen mit Nahtverdeckten Reißverschlüssen. Diese zu nähen war die reinste Freude, da der Reißverschluss geradezu in der Mantelwolle verschwindet und somit fast nicht zu sehen ist. Generell war das Nähen ein großes Vergnügen. Gefüttert ist der Mantel mit türkisfarbenen Futterstoff, was mich jedes Mal glücklich macht, wenn ich den Mantel an- oder ausziehe.
Die riesige Kapuze ist auch echt der Hit. Darunter kann man sich super verstecken, wenn einen der Herbstwind ärgern möchte.
Im Schnitt sind noch Druckknöpfe vorgesehen. Da man diese aber am Schluss anbringt, kann ich sie immer noch anbringen, wenn ich den Eindruck gewinne, dass sie fehlen. Derzeit fehlen sie mir nicht. Den Saum habe ich auch nicht mit Hexenstich fixiert. Die Länge, die sich ergab, als ich das Futter mit dem Mantel verbunden hatte, gefiel mir so wie sie war und die weiche Kante am Saum finde ich auch sehr schön. Darum hatte ich auch hier keinen Bedarf.

Unter dem Mantel trage ich meinen Sweatblazer in Kombination mit dem Fischgrätrock und einer bordeauxfarbenen Joana aus Viskosejersey von Stoff und Stil. Die jeansblaue Leggings ist auch selbstgenäht, passt aber eigentlich nicht zum Outfit. Ich muss zugeben, dass ich das Outfit nur schnell "übergeworfen" hatte, damit wir die Fotos machen können. Es ist schließlich ein Business-Outfit und die Fotos entstanden am Sonntag.

Der Rock ist natürlich ein echtes Basic-Teil und somit nicht besonders aufregend. Es war aber trotzdem toll, den Rock zu nähen, da die Ottobre bei der Verarbeitung so einige Schritte aufwies, die man von aufwändigeren Kaufröcken kennt. Zum Beispiel wird am oberen Ende des verdeckten Reißverschlusses am Bund ein Knopf angebracht. Nein, nicht ein Knopf - 2 Knöpfe! Ein normaler Knopf, für den man aus Futterstoff eine winzige Schlaufe näht und ein Druckknopf. Es kostet einiges an Überwindung, diesen Schritt nicht einfach wegzulassen... Außerdem ist der innere Bundstreifen mit Futterstoff versäubert. Der Bundstreifen wird erst von außen rechts auf rechts mit dem Rock samt Futterock verbunden und dann nach innen umgeklappt und von außen durchgesteppt. Daher ist die versäuberte Kante später im Rock zu sehen.

Also von der Verarbeitung gefällt mir der Rock wirklich sehr. Leider ist er einen Tick zu eng an der Hüfte. Wahrscheinlich hat sich der ein oder andere Keks seit August dorthin gemogelt. Nun ja, wenn ich mal viel Muse habe, dann werde ich versuchen, an den Seiten noch ein paar Millimeter rauszulassen. Bis dahin ziehe ich ihn aber so an. Ach ja: das Futter ist Pink!

Soviel zur Herbstgarderobe. Jetzt ist schon fast Weihnachten und der Weihnachtskleid Sew Along auf dem MeMadeMittwoch-Blog ist längst gestartet. Der Stoff liegt schon bereit und ich hoffe, dass ich es diese Woche auch mal schaffe, meinen Plan mitzuteilen.

Bis dahin ist aber noch etwas Zeit und so schaue ich jetzt erst einmal beim MeMadeMittwoch vorbei. Dort zeigt Anni als Gastbloggerin ihren neuen Pulli nach dem Raglanschnitt aus der Ottobre 5/2013. Nach diesem Schnitt habe ich gerade, bevor ich mit diesem Blogpost begann, meinen neuen Pulli genäht. Denn mein neues Motto ist: Nicht nähen ODER bloggen - Nähen UND Bloggen!