Mittwoch, 22. Oktober 2014

MeMadeMittwoch - grün

Ich glaube, die Stoffläden sind wirklich ganz clever, wenn sie zusätzlich auch Nähkurse anbieten. So macht es auch das Nähkontor und wenn ich es auch schaffe, täglich mit dem Fahrrad daran vorbeizufahren ohne jedes Mal anzuhalten, so ist es doch schwer darin einen Nähkurs zu besuchen ohne Stoff mitzunehmen. Besonders clever ist es, wenn die Nähkursleiterin einen Pulli trägt, den sie aus Stoff genäht hat, den es zufällig im Nähkontor zu kaufen gibt. In meinem Fall habe ich zwar nicht genau diesen Stoff gekauft (auch, wenn ich seitdem ziemlich häufig an diesen lustigen gesprenkelten Sweat denken muss),  aber ich habe mir einen Doubleface-Strick mitgenommen ohne zu wissen, was ich daraus nähen möchte.
Vielleicht habe ich meinen "Foto"-Ort in unseren neuen Wohnung endlich gefunden.
Der Strickstoff ist auf der linken Seite (linke Maschen; auf der Webseite wird die farbige Seite als rechte Seite angegeben) grün und auf der rechten Seite grau. Da der Stoff sehr fein ist, schimmert das Grau aber auch grün. Darum ist das auch ein grüner MeMadeMittwoch (ich steh auch auf einem grünen Teppich - passt also).

Nun hatte ich den Stoff also mitgenommen, allein weil es sich um einen Doubleface handelt und ich diesen folglich BRAUCHTE. Aber was macht man denn mit einem Doubleface, um dieser Eigenschaft auch Rechnung zu tragen? Irgendwie musste das grün nach draußen.
Dass ich den Halsausschnittstreifen auf links wenden würde, das war für mich ziemlich schnell klar, aber irgendwie war mir das nicht genug. Ein graues Shirt mit grünem Halsausschnitt kann ja jeder! Da ich aber nicht weiter wusste, fing ich erst einmal an, das Shirt zu nähen. Es handelt sich um eine Joana. Da der Stoff aber sehr fein ist, wollte ich das Shirt nicht so körpernah und habe die Seiten etwas ausgestellt. Den Ausschnitt habe ich vorn etwas angehoben und die Schulternähte habe ich auf ein Inch reduziert nach einer Anleitung für ein U-Boot-Shirt aus meinem "Sew U - Home Stretch"-Buch.
Als ich das Shirt zusammengesetzt hatte, stellte ich plötzlich fest, dass ich schon fertig bin. Denn wie es so die Eigenschaft von feinen Jersey ist, so rollt sich auch der Rand dieses Doubleface auf. Durch diesen Effekt kommt das Grün quasi von selbst auf die rechte Seite. Das ist genau das richtige Maß in meinen Augen und außerdem war ich so auch ziemlich schnell fertig mit meinem Projekt "Zwischen Blazer und Mantel". Die Ärmel habe ich hier noch etwas hochgekrempelt. Da bin ich ja flexibel, wie viel Grün ich zeigen möchte.

Weitere Bestandteile meines heutigen Outfits sind eine dunkelblaue Valeska (2011), meine jeansblau-melierte Leggings und unter meinem neuen Pulli trage ich noch ein Joana-Tanktop mit offener Kantenversäuberung. Leider finde ich die Anleitung nicht mehr, aber es wurde schon mal von jemand anderes beim MeMadeMittwoch gezeigt und ich habe es genau so nachgenäht (gleicher Maxi Dots Stoff, aber mit grüner Kante). Und auf der Couch kann man noch mein 1. Patchwork-Kissen sehen. Den Block hatte ich im Nähkurs mit Birgit, die ich wahrscheinlich nicht mehr vorstellen muss, weil sie letzte Woche Gast-Gastgeberin beim MeMadeMittwoch war, genäht. Dazu gibt es aber mehr, wenn die anderen 3 Kissen ebenfalls unsere Couch zieren können und dazu müssen sie erst einmal genäht werden. Das werde ich jetzt aber nicht mehr anfangen, denn es ist schon 21 Uhr und unter Eltern ist das schon verdammt spät. Ich werde jetzt also nur mal kurz beim MeMadeMittwoch-Blog vorbeischauen und eh ich mich versehe, ist es 23 Uhr und ich bin morgen früh hundemüde.

Montag, 13. Oktober 2014

Herbstprojekt Nr. 2 - der Sweat-Blazer

Schon ein bisschen blöd, mit der Nr. 2 zu beginnen, aber so ist das jetzt halt...

Erinnert ihr euch an meinen Post von Ende August? Ich hatte meine Working Mum vorgestellt, die übrigens ihr Sache sehr gut macht, und drei Projekte erwähnt: Rock, Blazer und Mantel. Und ich muss euch sagen, das war eine meiner besten Ideen.

Ich habe ja schon oft versucht, mit Plan zu nähen. Ihr erinnert euch vielleicht auch an das letzte Jahr... Und mehr und mehr klappt das auch. Ich habe nicht mehr diese Eile und auch nicht so sehr den Bedarf nach tausend neuen Sachen. Das Kind ist auch gut ausgestattet. Ich habe also alle Zeit der Welt, um mich meinem Projekt zu widmen: Rock, Blazer und Mantel - das ist schon fast zu einem Mantra geworden. Nachdem der Rock fertig war, ging ich direkt zum Blazer über, daher war auch keine Zeit zum Bloggen. Jetzt ist der Blazer gerade gestern fertig geworden und der Stoff für einen Mantel ist noch nicht da, beziehungsweise habe ich mich damit noch gar nicht weiter beschäftigt. Irgendwie ist es noch ziemlich warm... Wie dem auch sein - es ist kein Stoff da, ich kann bloggen.

Bisher habe ich mich tatsächlich an meinen Plan gehalten. Der Rock Nr. 11 aus der Ottobre 5/2013 ist entstanden und der Blazer ist auch Nr. 10 aus der Ottobre 2/2014 wie angekündigt. Auch bei den Stoffen habe ich mich nicht umentschieden. Obwohl ich schon sagen muss, dass der curryfarbene Sweat mich dann doch etwas ausgebremst hatte. Ich wusste plötzlich nicht, ob ich nicht vielleicht doch lieber einen farblosen Blazer haben wöllte. Erst als ich einen den Erfahrungsbericht von der Kleenen gelesen hatte, die wo eine Frau (ich finde den Beitrag leider nicht mehr, aber der Blazer war erst rot und dann glaube ich, braun oder so) den fertigen Blazer einfach gefärbt hat, ist die Motivation zurückgekehrt. Wenn mir curry doch zu gelb ist, färb ich ihn einfach.

So, genug der vielen Worte, kommen wir endlich mal zum Blazer:
Der Blazer ist vielleicht etwas groß, aber so ist er auf jeden Fall bequem. Ich störe mich nicht an der Weite. Ich bin mit der Verarbeitung dieses Mal wirklich sehr zufrieden. Dies ist der 3. Sweat-Blazer und ich hoffe, wir werden es eine Weile miteinander aushalten. Die ersten beide Versuche waren wahrscheinlich immer etwas missglückt, weil es sich nicht um Sweat-Blazer-Schnitte handelte und ich nicht so richtig wusste, wie ich vorgehen sollte. Ich habe mir wirklich große Mühe gegeben und so bin ich sehr glücklich über den gleichmäßigen Saum. Den habe ich sogar mit einer Zwillingsnadel genäht, weil ich meine Cover gerade zur Overlock umgebaut hatte und außerdem das senffarbene Garn verwenden wollte und ... ach ich weiß auch nicht, was ich mir dabei gedacht hatte. Jedenfalls hatte ich offensichtlich vergessen, was an Zwillingsnadeln so blöd ist. Als ich gerade das 1. Vorderteil und das Rückenteil abgesteppt hatte und über die letzte Seitennaht ratterte, sprang mir die Nadel entgegen und ich hatte keinen Ersatz im Haus. Also habe ich den Knopfkauf kurzerhand vorgezogen und welch ein Zufall, im Nähkontor gab es ein kleines MMM-Treffen. So eine Zwillingsnadel ist ja schnell gekauft, aber bei der Knopfwahl kann etwas Unterstützung nicht schaden und ich muss ehrlich sagen, ich weiß nicht, ob ich die Enten mitgenommen hätte.
Das Gelb am Bauch der Ente hatte mich schließlich überzeugt. Es entspricht ziemlich genau dem Farbton des Sweatshirtstoffs. Wären allerdings Lucy und Lotti Katzkowski nicht da gewesen, hätte ich mir die Enten vielleicht gar nicht so genau angesehen.
Und ohne Lottis Tipp mit den Gegenknöpfen wäre ich wahrscheinlich auch vor den Ösen zurückgeschreckt. Nochmal vielen Dank dafür. Mit solchen Knöpfen hatte ich nämlich bisher keine guten Erfahrungen macht und ich wollte wirklich nicht, dass die Knöpfe so traurig herunterhängen und die Enten die ganze Zeit auf Tauchstationen gehen müssen. Aber mit den Gegenknöpfen funktioniert es wirklich gut. Man kann auf dem Bild ja gut erkennen, dass die Enten ihr Schwänzchen nicht in die Höh strecken. Und auf dem ersten Bild erkennt man auch wieder gut, dass die Knöpfe ihren ganzen Charme erst aus der Nähe versprühen. Die Enten sind somit auch nicht zu dominant.
Hier auch noch ein Detailbild der Abnäher und Seitennaht. Das die Nähte so gut zusammenpassen, ist bestimmt ein Seiteneffekt vom Patchworkkurs, den ich vor zwei Wochen im Nähkontor besucht hatte.

Nach der Begegnung im Nähkontor habe ich auch die Ärmellänge noch einmal neu bedacht. Da alle Nähte mit normalen Geradstich genäht sind, konnte ich die Bündchen einfach wieder abtrennen und habe dann die Ärmel um 6 Zentimeter gekürzt. Das ist die einzige Änderung, die ich vorgenommen habe. Ich bin, was Anpassungen betrifft, immer etwas ratlos. Wahrscheinlich hätte ich auch in der Taillennaht etwas Länge und an den Teilungsnähten am Vorderteil auch noch etwas Weite reduzieren können.

Ich hoffe, der Blazer und ich, wir werden gute Freunde. An sich ist der Schnitt wirklich leicht zu nähen. Die Reißverschlüsse an den Saumbündchen sind mal etwas Anderes. Ich wollte es unbedingt ausprobieren, auch wenn ich befürchte, dass mich die Metallzipper irgendwann nerven könnten.

Und hier noch die Links zu den beiden ersten Sweat-Blazern: Blau (2011 - das waren noch Zeiten...) und Altrosa (2012 mit Baby im Bauch). Sie sind schon längere Zeit aus meinem Kleiderschrank ausgezogen.

Wie der Blazer mit dem Rock kombiniert werden kann, werde ich hoffentlich auch bald zeigen. Aber ich habe auch noch zwei Strickstoffe aus dem Nähkontor mitgenommen und ich befürchte, dass ich erst einmal wieder hinter der Nähmaschine anzutreffen bin, bis ich weiß, was ich jetzt eigentlich für einen Mantel will. Ich sollte mal bei den Sew-Alongs der vergangenen Zeit und dem aktuellen vorbeischauen...