Mittwoch, 27. August 2014

"Nachdenken über die Herbstgarderobe" oder "Reisen mit Stil"

Ich hätte ja nicht gedacht, dass meine Entscheidung soviel Protest auslösen würde. Wenn ich mir allerdings meinen Blogpost von vor zwei Wochen nun noch einmal durchlese, muss ich auch zugeben, dass das alles in der Tat etwas unverständlich rüberkommt. Ich denke, es gibt noch mehr Gründe, die mich dazu gebracht haben, diese Entscheidung zu treffen, die aber unerwähnt blieben. Zum Beispiel die Tatsache, dass das Schreiben eines Blogposts auch Zeit und Vorbereitung bedarf. Wenn ich mich dabei auf weniger konzentriere, habe ich die Hoffnung, dass auch die Qualität steigt.
Nun, wie dem auch sei, ich habe jetzt ein Instagram-Widget auf meinem Blog eingebaut und werde dort all die Kindersachen posten, die ich nähe. Zur Zeit ist da ja auch gerade ein 6. Hugo zu sehen ;-)

Aber nun zum eigentlichen Thema: ich mache mir Gedanken, über meine Herbstgarderobe und damit ich währenddessen auch etwas Sinnvolles nähe, habe ich mir zwei Projekte rausgesucht, die für mich notwendig sind und viel Zeit benötigen: Die Umhängetasche "Working Mum" von Lillesol & Pelle und das Portemonnaie "Grete" von Machwerk.

Die Tasche war längst überfällig, denn wenn ich auf Geschäftsreise ging, benutzte ich zum Transport des Notebooks entweder ganz stillos einen Wanderrucksack oder die Umhängetasche vom Mann. Ein Zustand, der so nicht länger tragbar war. Die Tasche "Working Mum" schien dabei für mich die Lösung für das Problem, da sie genug Stauraum vorsieht und einen Weekender zu haben ist ja auch außerhalb der Berufstätigkeit eine sinnvolle Sache. Damit die Tasche auch wirklich businesstauglich ist, war die Stoffwahl entscheidend. Bei Stoff&Stil gab es einen schönen Polsterstoff und Kunstleder. Im Innenleben hingegen durfte es ruhig bunt sein. Der Apfelstoff, den ich bei Volksfaden bestellt hatte, war eigentlich für eine Bluse für mich bestimmt, aber die Äpfel waren dann doch zu groß. Der orangefarbene Stoff ist wieder ein Stück vom Zelt.
Beim Nähen des Innenteils stellte ich schnell fest, dass die Tasche (ich nähte die kleinere Variante, die sich aber nur in der Tiefe unterscheidet) riesig sein würde. Ich hatte bereits das Laptop-Fach eingenäht, als ich es bemerkte. Da ich aber befürchtete, dass mir die Tasche am Ende nicht gefällt, wenn sie gar zu groß ist, beschloss ich ein bisschen von der Breite wegzunehmen. Als Entscheidungshilfe nutzte ich mein privates Notebook: ich legte es in das Fach und markierte die Breite. Am Ende nahm ich 6,5 Zentimeter von der Breite weg und noch mal ca. 3 Zentimeter von der Gesamthöhe. Theoretisch hätte ich das Laptop-Fach auch in der Höhe reduzieren können, um auch die Gesamthöhe noch um weitere 3 Zentimeter einzukürzen, aber das war mir der Aufwand dann doch nicht wert.
Die Reißverschlusstasche auf der Rückseite, ist die erste dieser Art, die ich genäht habe und ich bin ganz angetan. Der verwendete Reißverschluss ist pink, weil ich den gerade da hatte und an dem Abend, an dem ich die Rückseite genäht hatte, unbedingt weiter machen wollte.
An den Seiten hat die Tasche Gummibänder, um die Weite zu regulieren, ich sehe es aber mehr als optisches Detail. Den Tunnel habe ich auch aus dem Kunstleder gefertigt, da ich mich nicht für einen anderen Stoff entscheiden konnte. Die Befürchtung, dieser würde dadurch zu steif werden, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Das verwendete Gummi und der Kordelstopper sind von einer Hose von mir recycelt und ich bin tatsächlich mal ganz froh, dass ich derlei Zeug immer aufhebe.
Das Hauptfach wird zusätzlich zur Klappe noch mit einem teilbaren Reißverschluss geschlossen. Der verwendete Reißverschluss stammt von einer alten Sweatjacke von mir. Auch hier also wieder etwas Recycling. Die Enden werden laut Anleitung mit KamSnaps an der Tasche befestigt, aber ich habe darauf verzichtet. Ich denke, dass ich die nicht sehr oft verschließen würde, da es dann sehr aufwändig wird, die Tasche zu öffnen.
Damit ihr sehen könnt, wie groß die von mir bereits verkleinerte Tasche tatsächlich ist, habe ich euch noch ein "Tragefoto" gemacht. Also ich bin 1,55 Meter groß und habe bereits meine Witze gemacht, dass ich mit dieser Tasche das Kind direkt mit zur Arbeit nehmen könnte. Meine Tasche hat also in etwa die Maße 39x36x12 anstatt 45x40x12. Ach und die Klappe habe ich ca. 6 Zentimeter länger gemacht. Ich bin ganz zufrieden mit meiner Tasche und nächste Woche kommt dann der erste Einsatz.

Passend zur Tasche habe ich mir auch noch ein Portemonnaie genäht. Den Schnitt musste ich unbedingt haben, als er letztes Jahr im November veröffentlicht wurde und dann hat es doch fast ein ganzes Jahr gedauert, bis ich mich endlich mal durchrang das kniffelige Ding anzugehen.
Genäht habe ich "Grete" aus dem gleichen Polsterstoff wie die Tasche. Wie schön, dass ich selbst nähen kann ;-) Eigentlich wollte ich den Stern aus dem braunen Kunstleder applizieren, aber dann war ich zu schnell mit dem Aufbügeln der Einlage. Irgendwie traute ich mich nicht, auf den verstärkten Stoff auch noch Kunstleder aufzunähen. Nachdem ich das ganze Ding allerdings durch meine Nähmaschine gequält habe, wäre das wohl noch unter "Kinderspiel" abzubuchen. An der buckeligen Naht kann man schon erkennen, dass ich in den Ecken so meine Probleme hatte. Ich schiebe das aber zu 100% auf den verwendeten Reißverschluss. Es ist keine gute Idee, die Meterware mit der breiten Raupe zu verwenden - nur so als Tipp am Rande :-)
Im Inneren wollte ich eigentlich auch den orangefarbenen Zeltstoff verwenden, aber davon hatte ich kein genügend großes Stück oben und extra in den Keller gehen wollte ich nicht, da ich den rotgepunkteten Stoff zur Hand hatte. Dabei hatte ich extra einen passenden orangefarbenen Endlos-Reißverschluss bestellt (seit der Reißverschlusstasche waren ein paar Tage ins Land gegangen..).
Der Vollständigkeit halber hier noch die Rückansicht. Auch sehr schlicht.

Hier mein neues "Business"-Ensemble:
"Und was ist mit der Herbstgarderobe?" könnte man mich jetzt vielleicht fragen. Also da bin soweit gekommen:
Ich brauche einen gefütterten "Fischgrät"-Rock, einen Sweatblazer und einen Mantel. In dieser Reihenfolge oder anders. Mal gucken. Drei Projekte mit aufsteigender Komplexität. Die Schnitte habe ich bereits auserwählt und teilweise auch die Stoffe. Für den Sweatblazer werde ich gleich noch eine Panikbestellung an Stoff und Stil abschicken, denn der curryfarbene Sweatshirtstoff ist nicht mehr im Herbstkatalog. Ahhhhhhhh!

Rock: Modell Nr. 11 aus Ottobre 5/2013 in Fischgrät von Frau Tulpe
Sweatblazer: Modell Nr. 10 aus Ottobre 2/2014 aus curryfarbenen Sweatshirtstoff von Stoff und Stil
Mantel: wahrscheinlich Modell Nr. 18 oder 19 aus Ottobre 5/2012 in einer leuchtenden Farbe

Die genannten Projekte sollte ja reichen, um die nächsten Monate sinnvoll zu überbrücken. Höchstwahrscheinlich kommt auch noch ein Weihnachtskleid hinzu. Ich denke dabei an ein schönes Romanit-Kleid. Aber dazu kann ich mir ja mehr Gedanken machen, wenn der Sew-Along angekündigt wird :-) Eine schöne Tradition!

Mittwoch, 13. August 2014

Das Problem mit den Kindersachen

Ich habe ein Problem mit Kindersachen. Also mit den selbstgenähten. Nicht nur mit meinen, sondern ganz im Allgemeinen. Vielleicht sind es auch nicht nur die Sachen, sondern auch schon die vielen süßen Muster. Sie sind bunt und es macht Freude, die Stoffe zu vernähen. So ist es auch gar kein Wunder, dass ich am Anfang meiner Nähzeit, als ich noch nicht Mutter war, viel zu bunt genäht habe, als dass sich daraus eine Garderobe aufbauen ließe. Aber seit dem sind nun 3 Jahre ins Land gegangen, ich habe mir Gedanken gemacht und ich weiß, dass etwas weniger bunt und verspielt besser in MEINEN Kleiderschrank passt. Bunt und verspielt passt dabei aber sehr gut in den Kleiderschrank vom Sohn und genau darin liegt das Problem. Wenn ich Stoff für mich kaufe, bin ich vernünftig und bevorzuge Farben, die meinem Farbschema entsprechen und einfachere Muster, so dass ich die resultierenden Kleiderstücke besser kombinieren kann. Das Tragen der entstandenen Stücke macht mir Freude, da ich mich gut angezogen fühle und die Kleiderwahl am Morgen keine Ewigkeit dauert. Das Nähen hingegen erinnert viel an Pflicht und Arbeit. Das ist schade. Darum nähe ich immer wieder Sachen für meinen Sohn. Immer wieder, während ich eigentlich gerade an einem Stück für mich arbeite, fange ich etwas für meinen Sohn an. Das ist schrecklich. Das ist eine Abwechslung, die ich nicht gebrauchen kann. Ich habe einen geringelten Stoff im Schrank und es wird einfach kein Shirt daraus für mich. Fertig geworden sind dafür diverse kurze Hosen, T-Shirts, Sabbertücher und ne Tigerjacke in Gr. 92.
Ottobre Modell 7 1/2013
Ich habe also überlegt, was ich tun kann und dabei bin ich zu folgendem Entschluss gekommen:
1. Ich werde hier keine Kindersachen mehr zeigen. Wenn wir ehrlich sind, sind Kindersachen doch immer gleich. Sie sind bunt, manchmal für meinen Geschmack zu bunt, sie sind niedlich und häufig sind die Schnittmuster aus der Ottobre. Ich denke, es wird kein Verlust, wenn ich meine genähten Sachen nicht auch noch präsentiere.
2. Ich werde mal wieder öfter in der Ottobre Woman blättern. Die Schnittmusterbögen der letzten beiden Ausgaben sind immer noch in der Heftmitte festgetackert. Das ist kein tragbarer Zustand.
3. Ich werde mir wieder bevorzugt Blogs mit Erwachsenenkleidung anschauen. Ich glaube, ich habe da wirklich den Fokus verloren...

Und wer hier schon ne Weile mitliest, weiß bestimmt, dass ich ganz groß im Pläneschmieden und Vorsätze fassen bin - darum können wir jetzt alle mal ganz gespannt sein, wie mein Vorhaben ausgeht.