Samstag, 15. Februar 2014

Jeans "Made in Berlin" - Fortschrittsbericht Teil 1

Ja, es geht voran. Der schwierigste Part, die Anprobe, ist zwar noch in weiter Ferne, aber ich arbeite an den kleinen Schritten, als würde es ein Meisterwerk. Dabei bin ich im Allgemeinen gar nicht so sicher, ob es das wird. Aber eines ist sicher: es wird eine Jeans "Made in Berlin". Natürlich sind alle von mir genähten Kleidungsstücke "Made in Berlin", aber bei meiner Jeans ist es mir zum ersten Mal richtig bewusst geworden, dass ich eine Jeans besitzen werde, die nicht "Made in Bangladesh" ist und darauf freue ich mich schon sehr.

Die kleinen Schritte an einem für mich so aufwändigen Projekt sind irgendwie beruhigend. Dass das Nähen nach Plan nicht viel mit Spontanität und Leidenschaft zu tun hat, dass mag vielleicht stimmen. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass es für mich viel entspannter ist als vorher. Die viele Inspiration, die man im Netz findet und die ich am liebsten immer sofort umsetzen wollte, hat auf mich einen großen Druck ausgeübt. Bei einer solchen Fülle an Möglichkeiten hatte ich schnell das Gefühl, dass ich einfach keine Zeit habe und zu nichts komme. An meiner Jeans sehe ich nun aber, dass es gar nicht so viel Zeit braucht, wenn man im Vorfeld nicht so viel darüber nachdenken muss, was man nähen möchte, welchen Stoff man sich auch noch kaufen will und welchen Schnitt man noch unbedingt haben muss.

Wenn ich abends nähen möchte, brauche ich nun nur die Ottobre aufschlagen, nachlesen wie es weitergeht und meine Jeans-Teile zur Hand nehmen. Okay, die Maschinen muss ich noch aufbauen, aber dann geht es auch schon los. Und die Anzahl der Teile, aus denen mein Projekt besteht, hat sich schon stark reduziert.

Der Schnitt besteht aus 10 Teilen. Einige Teile benötigt man 2 mal, den Bundstreifen 4 mal. Somit kommt man in der Summe auf 17 Teile. Für mein Projekt sind nun bereits alle Taschen genäht, der rückwärtige Sattel ist mit den Hosenteilen verbunden und die innere Beinnaht ist ebenso an beiden Hosenbeinen genäht. Und so habe ich nun nur noch 7 Teile.

Ich führe nun auch offline ein kleines Nähjournal. In dieses Buch schreibe ich jedes Mal, wenn ich nähe oder etwas anderes tue, das mit dem Hobby in Verbindung gebracht werden kann. Auf diese Weise möchte ich mir selbst zeigen, was man in kleinen Schritten alles erreicht. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass ich am Ende des Jahres eine Zusammenfassung schreiben kann und eine zeitliche Einordnung möglich ist. Da es teilweise doch recht lange dauert, bis die Kleidungsstücke im Blog dokumentiert sind, war dies im letzten Jahr nicht so möglich und irgendwie bin ich aber doch ein Fan von Statistiken.

Hier nun eine kleine vorläufige Statistik zum Jeans Projekt:

  • Beginn 31. Oktober 2013: Schnitt kopiert
  • Probe auf Vliessstoff November 2013, Größenanpassung
  • Januar: Zuschnitt, Innere Bundstreifen genäht und mit Schrägband versäubert
  • 26. Januar 2014: Entscheidung für detaillierte Dokumentation, Taschenteile kopiert und zugeschnitten (ursprünglich sollte die erste Jeans nicht so aufwändig werden, aber Hose ohne Taschen geht doch nicht)
  • 29. Januar 2014: Tascheneckstücke und Münztasche versäubert
  • 11. Februar 2014: Seitentaschen komplett genäht
  • 13. Februar 2014: Gesäßtaschen versäubert, bestickt und aufgenäht
  • 14. Februar 2014: Sattelteile angenäht und Innenbeinnaht

Schnitt: Modell 9 "Lady Fit" Ottobre 5/2012
Stoff: gepunkteter Baumwollstoff von der Glücksmarie, schwarzer Jeans mit grauer Rückseite von links vernäht aus dem Nähkontor

1 Kommentar:

  1. Ich bin schon sehr gespannt auf Deine Jeans, die werden sicher toll!
    Und Deine Einstellung, alles ohne Druck anzugehen, finde ich auch sehr gut - ich will auch geplanter nähen, weiß nur noch nicht, wie ich es hinkriege, dass sich die Liste mit den (wenn auch sehr konkreten) Plänen nicht ständig erweitert...
    Liebe Grüße,
    Steffi

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