Mittwoch, 26. Februar 2014

Me Made Mittwoch aus aktuellem Anlass

Die Kita-Viren hätten mich fast schachmatt gesetzt, aber dann habe ich mein neues Lieblingsoutfit angezogen.

Am 20. Februar habe ich meine Jeans fertiggestellt und seitdem trage ich die Hose voller Stolz. Die Passform ist nicht optimal. Meine Vergrößerungen waren wohl etwas pessimistisch. Aber die Hose hat Gürtelschlaufen und daher besteht keine Gefahr, dass ich sie verlieren könnte. Ich fühle mich jedenfalls sehr wohl in der Hose und so konnte ich heute den Viren trotzen und bin frohen Mutes auf Arbeit gefahren.
Kombiniert habe ich meine Hose mit meinem Blazer. Nach der Schwangerschaft habe ich mich lange Zeit nicht sehr wohl in meinem einstigen Lieblings-Me-Made gefühlt. Hat es doch seine Zeit gebraucht, bis mein Oberkörper wieder die ursprünglichen Maße angenommen hat. Aber nun fühl ich mich wieder so gut angezogen wie zuvor. 
Das petrolfarbene Shirt unter meinem Blazer ist ebenso neu. Es ist wieder das Langarmshirt, welches ich bereits letztes Jahr im Februar genäht hatte. Der Viskosejersey aus dem Nähkontor ist für das Shirt besser geeignet als der Baumwolljersey, den ich beim ersten Versuch verwendet habe. 
Nachdem ich das Shirt fertiggestellt hatte, wäre ich am liebsten direkt losgezogen, um weiteren Viskosejersey zu besorgen, aber das war vor der Fertigstellung der Jeans und da hatte ich ja eigentlich ein anderes Ziel.

Insgesamt trage ich heute also 100% Me Made und heute war so ein Tag, an dem ich mir das am liebsten auf die Stirn geschrieben hätte, so stolz war ich. Den anderen Damen, die sich heute wieder auf dem MMM-Blog versammelt haben, ging es bestimmt ähnlich.

Das Projekt Jeans "Made in Berlin" ist aber auch mit Fertigstellung des 1. Exemplars nicht abgeschlossen. Am 7. März besuche ich endlich mal wieder einen Nähkurs. In dem möchte ich jedoch ausnahmsweise gar nicht nähen, sondern nur die Änderungen am Schnitt besprechen. Der Kurs "Schnittbesprechung" im Nähkontor war leider nicht sehr gefragt und ist jetzt wieder vom Plan verschwunden. Dabei wäre der ideal gewesen. Na ja, besuch ich halt das Näh 1x1. Es gibt bestimmt noch eine Menge Tipps und Kniffe, die ich noch nicht kenne.

Kurze Zusammenfassung:
Jeans Ottobre 5/12 Modell 9
Langarmshirt Ottobre 5/12 Modell 8
Blazer Burda 2/2010 (Modellnummer nicht notiert, aber ursprünglich ein Schnittmuster für eine Lederjacke)

Samstag, 15. Februar 2014

Jeans "Made in Berlin" - Fortschrittsbericht Teil 1

Ja, es geht voran. Der schwierigste Part, die Anprobe, ist zwar noch in weiter Ferne, aber ich arbeite an den kleinen Schritten, als würde es ein Meisterwerk. Dabei bin ich im Allgemeinen gar nicht so sicher, ob es das wird. Aber eines ist sicher: es wird eine Jeans "Made in Berlin". Natürlich sind alle von mir genähten Kleidungsstücke "Made in Berlin", aber bei meiner Jeans ist es mir zum ersten Mal richtig bewusst geworden, dass ich eine Jeans besitzen werde, die nicht "Made in Bangladesh" ist und darauf freue ich mich schon sehr.

Die kleinen Schritte an einem für mich so aufwändigen Projekt sind irgendwie beruhigend. Dass das Nähen nach Plan nicht viel mit Spontanität und Leidenschaft zu tun hat, dass mag vielleicht stimmen. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass es für mich viel entspannter ist als vorher. Die viele Inspiration, die man im Netz findet und die ich am liebsten immer sofort umsetzen wollte, hat auf mich einen großen Druck ausgeübt. Bei einer solchen Fülle an Möglichkeiten hatte ich schnell das Gefühl, dass ich einfach keine Zeit habe und zu nichts komme. An meiner Jeans sehe ich nun aber, dass es gar nicht so viel Zeit braucht, wenn man im Vorfeld nicht so viel darüber nachdenken muss, was man nähen möchte, welchen Stoff man sich auch noch kaufen will und welchen Schnitt man noch unbedingt haben muss.

Wenn ich abends nähen möchte, brauche ich nun nur die Ottobre aufschlagen, nachlesen wie es weitergeht und meine Jeans-Teile zur Hand nehmen. Okay, die Maschinen muss ich noch aufbauen, aber dann geht es auch schon los. Und die Anzahl der Teile, aus denen mein Projekt besteht, hat sich schon stark reduziert.

Der Schnitt besteht aus 10 Teilen. Einige Teile benötigt man 2 mal, den Bundstreifen 4 mal. Somit kommt man in der Summe auf 17 Teile. Für mein Projekt sind nun bereits alle Taschen genäht, der rückwärtige Sattel ist mit den Hosenteilen verbunden und die innere Beinnaht ist ebenso an beiden Hosenbeinen genäht. Und so habe ich nun nur noch 7 Teile.

Ich führe nun auch offline ein kleines Nähjournal. In dieses Buch schreibe ich jedes Mal, wenn ich nähe oder etwas anderes tue, das mit dem Hobby in Verbindung gebracht werden kann. Auf diese Weise möchte ich mir selbst zeigen, was man in kleinen Schritten alles erreicht. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass ich am Ende des Jahres eine Zusammenfassung schreiben kann und eine zeitliche Einordnung möglich ist. Da es teilweise doch recht lange dauert, bis die Kleidungsstücke im Blog dokumentiert sind, war dies im letzten Jahr nicht so möglich und irgendwie bin ich aber doch ein Fan von Statistiken.

Hier nun eine kleine vorläufige Statistik zum Jeans Projekt:

  • Beginn 31. Oktober 2013: Schnitt kopiert
  • Probe auf Vliessstoff November 2013, Größenanpassung
  • Januar: Zuschnitt, Innere Bundstreifen genäht und mit Schrägband versäubert
  • 26. Januar 2014: Entscheidung für detaillierte Dokumentation, Taschenteile kopiert und zugeschnitten (ursprünglich sollte die erste Jeans nicht so aufwändig werden, aber Hose ohne Taschen geht doch nicht)
  • 29. Januar 2014: Tascheneckstücke und Münztasche versäubert
  • 11. Februar 2014: Seitentaschen komplett genäht
  • 13. Februar 2014: Gesäßtaschen versäubert, bestickt und aufgenäht
  • 14. Februar 2014: Sattelteile angenäht und Innenbeinnaht

Schnitt: Modell 9 "Lady Fit" Ottobre 5/2012
Stoff: gepunkteter Baumwollstoff von der Glücksmarie, schwarzer Jeans mit grauer Rückseite von links vernäht aus dem Nähkontor

Sonntag, 9. Februar 2014

SWAP-Sunday #10: Neues Jahr, neuer Plan

Der Januar ist mittlerweile bereits vergangen und ich blättere noch immer verträumt in meinen Nähzeitungen. Mein erster Vorsatz für dieses Jahr: Keine! weiteren Nähzeitschriften!!! Ich mag Basic-Schnitte und ich habe eigentlich für jedes Kleidungsstück einen brauchbaren Schnitt da. Dieses Jahr also keine neue Ottobre und ich werde auch dem Drang widerstehen eine Burda aus der Bibliothek mitzunehmen. Dieses Jahr möchte ich in erster Linie fokussierter arbeiten.

Begonnen habe ich damit bereits im letzten Jahr. Ich habe mir ein hohes Ziel gesteckt und das heißt "Jeans". Tatsächlich trage ich seit 2011 überwiegend Röcke. Und dennoch gibt es Tage, an denen ich mich in einer Hose einfach wohler fühle. Da ich nun aber seit Beginn meiner Nähzeit keine Kleidung mehr gekauft habe, ist keine meiner Jeans mehr 100% in Takt. Alle wurden bereits geflickt und dienen nun nur noch als Freizeitkleidung.
Der aktuelle Stand für dieses Projekt ist eigentlich ganz vielversprechend. Ich habe mich für den Schnitt aus der Ottobre Nr. 5/2012 entschieden. Zunächst kopierte ich den Schnitt, übertrug ihn auf Vliessstoff und machte einige Änderungen. Nun ist der geänderte Schnitt bereits auf einen grauen Jeansstoff übertragen und vollständig zugeschnitten. Die Nähanleitung nimmt eine halbe Seite ein und ist in 9 Unterpunkte gegliedert. Schritt 1 "Innere Bundstreifen" ist erledigt und aktuell bin ich beim 2. Schritt "Seitentaschen".

Da ich es mit dem Nähen der Jeans nicht eilig habe, werde ich nebenbei aber noch diverse kleinere Projekte nähen, um meinen Kleiderschrank sinnvoll zu ergänzen. Einen vollständigen Plan habe ich für dieses Jahr gar nicht erst entworfen, um ihn später nicht wieder verwerfen zu müssen. Dennoch habe ich mir ein paar Gedanken gemacht. Ich habe meine vorhandenen Zeitungen durchblättert und die technischen Zeichnungen der Kleidungsstücke, die ich entweder bereits genäht habe oder die ich schon lange nähen möchte, auf Seidenpapier kopiert. Mit den technischen Zeichnungen kann ich nun meinen Kleiderschrank erträumen. Nach und nach werden dann hoffentlich die fertigen Kleidungsstücke vom Kopfkleiderschrank in den Echten einziehen.



Wenn es soweit ist und ein neues Teil "umzieht", werde ich euch hier daran teilhaben lassen. Dabei möchte ich versuchen, das neue Kleidungsstück direkt in Kombination der bereits vorhandenen Teile zu präsentieren. Ich denke, dass dieses Vorgehen von mir etwas mehr Disziplin verlangt und ich die Blogartikel gewissenhafter vorbereiten muss. Das wird dann hoffentlich zur Qualität des Geschriebenen beitragen und euch erfreuen, auch wenn es hier, falls das überhaupt möglich ist, noch ruhiger wird.

Soviel zum Plan - schreiten wir ich zur Tat.