Mittwoch, 28. August 2013

Der MeMadeMittwoch ist zurück

Und in meinen Feedreader kehrt endlich wieder Leben ein. Aber auch meine Twitter-Timeline ist in letzter Zeit recht belebt, seitdem ich entdeckt habe, dass ich auch dort eine Vielzahl an Nähnerds tummeln. Und weil ich Frau Drehumdiebolzening. heute dazu riet, dass man auch Schluffikleider beim MeMadeMittwoch zeigen sollte, gehe ich mit gutem Beispiel voran und zeige meine Schluffihose*.

Meine Schluffihose* sollte eigentlich eine Spielplatzhose werden, aber der verwendete orangene Mini-Wolkenjersey hat der Hose einen starken Schlafhosencharakter verliehen und daher trage ich die Hose nun zuhause zum Nähen, Lümmeln und Lesen und wenn ich ganz müde gehe, dann lass ich die Schluffihose auch mal eine Schlafhose sein.

Der verwendete Schnitt ist aus der Ottobre 5/2011 Modell 5, meiner ersten Ottobre überhaupt. Die Schnittteile sind auf dem Schnittbogen aus zwei Teilen zusammengesetzt. Für meine 3/4-Hose habe ich einfach das zweite Schnittteil weggelassen und ein Bündchen angenäht. Da die Hose Taschen hat, ist der Schnitt auch sehr zu empfehlen.

Leider eignet sich dieses Modell nun nicht, um auf den Spielplatz zu gehen, aber ich habe mir orangenen unifarbenen Interlock besorgt und die Teile sind auch schon zugeschnitten, aber erst einmal werde ich die Kita-Tasche für meinen Sohn fertigstellen. Seit zwei Tagen läuft die Eingewöhnung nun schon und das Kind ist immer noch ohne Tasche...

Also schnell an die Nähmaschine und später noch eine Runde bei den anderen MMM-Teilnehmer, die heute von Wiebke eingeladen sind ihre selbstgenähte Erwachsenenkleidung an der Person zu präsentieren.

*Namensgebung frei nach @drehumdiebolzening.

Samstag, 24. August 2013

Was ist eigentlich aus diesem SWAP geworden?

Diese Frage stellte ich mir dieser Tage beim Anblick meines Kleiderschranks.
Spontan fiel mir als Grund für mein, nennen wir es mal "Scheitern", die Tatsache ein, dass ich auch für meinen Sohn nähe. Die Sachen für meinen Sohn sind einfach so verführerisch. Sie sehen niedlich aus, sind meist schnell mit der Overlock genäht und wenn sie etwas zu groß geraten, dann wächst der Knirps noch rein. Beim Versuch meinen Plan umzusetzen, sind mir einfach zu viele schöne Jerseys begegnet.
Mein nächster Erklärungsversuch betrifft das Farbschema. Ja, das Schema, das ich mir ausgesucht habe, gefällt mir nach wie vor, doch bei den angebotenen Stoffen spiegeln sich eben auch aktuelle Trends. Currygelb wird nicht ewig Trendfarbe sein. Ist sie es überhaupt noch? Das Problem ist dabei nicht, dass ich keine Stoffe mehr in diesem Farbton finden kann, sondern mehr die Tatsache, dass es zu viele Stoffe in anderen Farben gibt. Das verführt mich, mein Schema zu verlassen und hat zur Folge, dass sich meine Sachen nicht mehr wie gewünscht kombinieren lassen.
Tja, und dann gibt es noch das Stofflager. Natürlich sind darin immer noch viele Stoffe enthalten, die ich einfach in zu kleiner Menge gekauft habe, um daraus ein sinnvolles Projekt für mich umzusetzen. Aber es gibt auch noch Stoffe, zum Beispiel den beerenfarbenen Leinen, den ich ursprünglich für mein Weihnachtskleid gekauft hatte, die in der Tat vernäht werden könnten. Und dieses Stofflager ist dann eben auch der Grund, warum ich mich etwas zurückhalte beim Stoffkauf. Das liegt nicht so sehr daran, dass ich sehr diszipliniert wäre. Nein, es ist eher das Problem mit dem mangelnden Platz, das mich vom Stoffkauf abhält.
Im Sommer konnte ich nun trotzdem erfreut feststellen, dass ich ein gutes Sortiment kombinierbarer Freizeit-Sommer-Kleidungsstücke in meinem Schrank habe. Und zu diesen Freizeit-Sommer-Kleidungsstücken ist in dieser Woche endlich ein Tanktop hinzugekommen. Bisher hatte ich immer die Joana als Tanktop genäht. Aber die Träger sind mir für ein Tanktop deutlich zu breit und der Armausschnitt zu schmal. Darum habe ich den Schnitt für mich optimiert und eines meiner liebsten Kauf-Tanktops zur Hand genommen und Armausschnitt und Trägerbreite übernommen. Arm- und Halsausschnitt habe ich außerdem wie beim Kaufshirt mit einem Jerseystreifen versäubert. Das kann ich mittlerweile im Schlaf (dank Babykleidung) und sieht meiner Meinung nach auch noch mehr nach Tanktop aus :-)
Hier könnt ihr nun mein neustes Sommer-Freizeit-Outfit sehen:
Die blaue Hose habe ich bereits 2011 genäht und hier vorgestellt. Von der Passform ist die Hose wirklich nicht der Hammer, aber in diesem Sommer habe ich sie dennoch sehr häufig getragen, weil ich meine einst liebste Kaufhose einfach nicht mehr finden kann.
Das Tanktop ist aus einem Orange-GrauRot-Hellblau-gestreiften Jersey von Stoff und Stil und fühlt sich sehr weich an. Ich bin sehr angetan von der Qualität, aber der Stoff wurde ja erst einmal gewaschen. Da ich das Shirt aber am liebsten gar nicht mehr ausziehen möchte, wird sich sicher bald zeigen, ob sich der Stoff bewähren kann.

Leider besteht mein Leben nicht nur aus Freizeit und Spielplatzbesuchen. Glücklicherweise konnte ich noch einen schnelles Rock-Projekt für meine Bürogarderobe realisieren. Dabei gibt es in meinem Kleiderschrank eigentlich keinen Rockmangel, aber einen Mangel an selbstgenähten, Fahrrad-tauglichen Röcken mit Taschen. Man nehme also: ein missglücktes Kleid mit Nahttaschen, eine Schere und ein schönes breites, am besten farbiges Gummiband (erhältlich im Nähkontor).
Die Schere ist nicht mit abgebildet und wie man sehen kann, ist das Kleid sogar gefüttert. Mit nur einem beherzten Schnitt und zwei Nähten (Im Idealfall, wenn man das Gummiband nicht erst zum Möbiusband näht) erhält man dann einen bürotauglichen, gefütterten Rock mit Taschen:
Möbiusband

Der Rock hat sich seit seiner Entstehung vor drei Wochen sehr bewährt. Aber nun wird es ja Herbst und es wird Zeit sich darüber Gedanken zu machen, was ich in den nächsten Wochen selbstgenähtes im Büro und auf dem Spielplatz tragen kann. Der SWAP ist also nicht tot, er hatte nur eine laaaange Sommerpause :-) Der erste Schritt ist für mich nun das Ausmisten. Mit mehr Übersicht im Schrank näht es sich bestimmt auch gleich viel besser. Und damit ich auch dabei nicht den Überblick verliere, habe ich auch meine Nähschublade aufgeräumt. Als nächstes nähe ich jetzt die Kita-Tasche fertig. Da muss ich nicht nachdenken und das Risiko einer überstürzten Nähhandlung wird minimiert. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Mittwoch, 21. August 2013

Noch ein Stück vom Zelt

Mein Sohn hat zum Geburtstag ein Pixibuch geschenkt bekommen. Neben Mutterpass- und U-Heft-Hülle ist auch eine Pixibuchhülle tolles kleines Nähprojekt. Und da Teile vom Zelt hier immer noch im Wohnzimmer rumliegen, habe ich auch nicht lange überlegt, aus welchem Stoff ich die Hülle nähe - ich nähe sie aus dem Zelt. Das Farbschema ist das gleiche wie beim Fotoalbum: außen blau und innen orange.


Ich hatte lange Zeit überlegt, wie ich die Außenseite gestalten könnte und hatte auch schon eine brauchbare Vorlage für eine Zelt-Applikation gefunden. Aber dann habe ich mich endlich mal durchgerungen, bei PeppAuf das Buchstaben-Stempelset zu bestellen. Schließlich kommt der Junge ja bald in die Kita und da muss alles markiert werden. Und Größenangaben in den genähten Kleidungsstücken sind vielleicht auch nicht verkehrt, darum habe ich auch gleich noch das Zahlenset und drei Stoffmalstifte mit in den Warenkorb gelegt.
Da der Name meines Sohnes keine doppelten Buchstaben hat, konnte ich aus den einzelnen Stempeln mit Hilfe eine Haushaltsgummis gleich einen praktischen Namensstempel basteln. Die Außenseite ist jetzt immer noch schlicht, aber es kann auf keinen Fall zu Verwechslungen kommen. Die orangene Gummilitze ist übrigens vom Nähkontor und weil dieses kürzlich seinen Onlineshop eröffnet hat, kann ich jetzt auch das Produkt direkt verlinken. Es gibt sie noch in vielen anderen Farben und weil ich mich im Laden nicht entscheiden konnte, habe ich jetzt auch noch gelbe und türkise Gummilitze in meiner Nähschublade.

Der aufmerksame Betrachter des obenstehenden Bildes wird es vielleicht erkennen: mein Label befindet sich verkehrt herum auf der falschen Seite. Nicht, dass es da wirklich Regeln für gebe, aber wenn man die Pixibuchhülle so zuklappt ist die Gummilitze auf der Rückseite. Aber wir wollen mal nicht kleinlich sein. Es war mir jedenfalls nicht Ärgernis genug, um das Label abzutrennen und von Hand neu anzunähne oder gar wegzulassen.

Ansonsten gibt es nicht viel zu sagen: es ist ein Stück vom Zelt. Achso und die Anleitung für die Hülle gibt es hier zu finden. Ein schnelles Projekt, dass sich auch gut zum Verschenken eignet. Das habe ich mit der folgenden Hülle auch getan.
Bei dieser Hülle hat das mit der Orientierung des Labels und der Gummilitze zum Glück gut geklappt. Die Stoffe stammen noch von meinem Besuch bei der Glücksmarie im Februar letzten Jahres. Die Künstlermappe hatte ich dann doch nicht genäht *räusper*

Samstag, 10. August 2013

minnies nicht mehr allein

Ich muss gestehen, dass mich die Frage mit dem Zelt dann doch nicht locker ließ und ich nicht mehr entspannt nähen konnte, bevor es wieder im Sack verstaut war. Bevor ich das tat, schnitt ich noch großzügig etwas vom Stoff heraus. So passte es auch gleich viel besser und ich habe direkt einen kleinen Vorrat für die nächsten Projekte. Denn auch, wenn der Stoff über die Jahre nicht fleckenlos geblieben ist, so haben die genähte Werke doch einen ganz besonderen Charakter. Und genau diesen mag ich am allerliebsten an meinem äh dem neuen Knautsch-Fotobuch meines Sohnes.
Am Ende sind fast alle verwendeten Materialien vom Zelt. Ich habe mich fast schon etwas geärgert, dass ich im Cover ein gekauftes Webband zwischengefasst habe. Aber seht selbst:
Vorderseite mit appliziertem Hund
Innen ganz schlicht
Das orangene Band ist von einem alten Pulli von mir.
Rückseite auch ganz schlicht
Ich kann das eBook von Tanja sehr empfehlen. Es sind zwar recht viele Einzelschritte,besonders, wenn man ungeduldig ist und es nicht erwarten kann, das fertige Werk in den Händen zu halten. Aber der Aufwand lohnt sich. Es empfiehlt sich außerdem, ausreichend Stylefix im Haus zu haben. Das erleichtert die Arbeit ungemein.

Donnerstag, 8. August 2013

minnies allein daheim - das Zelt (Tag 2)

Als ich in den Keller kam, war ich zunächst überrascht. Zum Einen war der Sack größer und schwerer als erwartet und zum Anderen war er blau.
Das Zelt meiner Erinnerung war aber orange. Na ja, die Farbe des Sackes muss ja jetzt noch nichts über das Zelt sagen. Also erst einmal auspacken.
Und da zeigte sich eine leuchtend orangene Innenkabine mit einem wasserfesten dunklen Boden. Und da wurde es mir auch wieder klar: das Dach war blau. Die Reißverschlüsse gelb. Ich hoffe, dass man da vielleicht den ein oder anderen noch nutzen kann, weil der Zipper ist doch wirklich stylish.
Zur Belüftung hat das Zelt auch noch solche Gittereinsätze und Fenster natürlich aus Folie.
Aus dem Gitter kann man bestimmt auch noch was Tolles machen und die Folienfenster sind fest eingeplant für mein Knautsch-Bilderbuch. Leider ist die Folie nicht mehr ganz klar, aber man kann die Bilder dennoch gut erkennen und darum werde ich sie trotzdem benutzen, um das Recycling-Projekt konsequent durchzuziehen.
Und weil das Zelt auch ein Label hat, welches ich ganz bestimmt auf einem meiner nächsten Projekte platzieren werde, konnte ich auch ein Bild vom aufgebauten Zelt finden. Also so in der Art sah unser Zelt auch mal aus:
(Quelle: Ebay Kleinanzeigen)
Ich habe mich also hoch motiviert durch meinen Berg gewühlt und mir ein paar Stoffteile für mein Knautsch-Bilderbuch herausgeschnitten. Danach sah es, wie bereits angekündigt, nicht besser aus in unserer Küche. Ich bin noch am Grübeln, wie ich das Zelt nun wieder in den Sack bekomme, aber habe das Problem erst einmal auf später verschoben.

Hier noch ein kleiner Einblick, wie weit ich gestern nach dem Zuschnitt gekommen bin:
Das Cover mit appliziertem Hund (unser Sohn hat in der Kita einen Hund als Symbol) ist schon fertig. Ich habe hier etwas Volumenflies unter die Applikation gebügelt, damit sie schön plastisch ist. Und weil mir das so gut gefallen hat, habe ich auch gleich noch einen Streifen unter mein Label gebügelt. Ich bin ein großer Fan und kann nur empfehlen, das auch mal ausprobieren. Gibt gleich noch ein wenig mehr her.

So, jetzt muss ich mich aber beeilen. Mein Single-Dasein wird in wenigen Stunden wieder beendet sein und ich weiß nicht, ob ich wirklich aufräumen soll oder lieber bis zur letzten Minute im liebgewonnenen Chaos weiter nähe...

Mittwoch, 7. August 2013

minnies allein daheim - Tag 1

"minnies allein daheim" - der Name ist hier gerade Programm. Papa und Sohn sind auf Abenteuerreise und während ich zuvor befürchtete, dass ich vor lauter Sehnsucht deprimiert auf der Couch sitzen würde, sieht die Realität aktuell ganz anders aus. Ich stehe unter Strom! So viele Möglichkeiten - ich weiß gar nicht, was ich zuerst tun soll. Darum ging ich gestern erst einmal Stoff shoppen. Ganz klare Vermeidungstaktik: Angst vor der leeren Wohnung. 

Zuhause angekommen, erst einmal ein T-Shirt vom Liebsten zerschneiden: Konfrontationstaktik. Ein neuer Schlafanzug fürs Baby, das gar kein Baby mehr ist.



Nachdem der Schlafanzug (Ottobre 1/2013 Modell 5 Gr. 86, Länge wurde durch vorhandenen Stoff bestimmt) fertig war, hatte ich mich bereits ein wenig an die neue Freiheit gewöhnt und dann kam der beste Part: Ich hab einfach alles stehen lassen. Auf dem Esstisch! Heute morgen habe ich dann einfach auf dem Balkon gefrühstückt und so sieht es hier gerade aus, wie man sich das bei einem alleinlebenden Nähnerd vielleicht vorstellen mag (Vorsicht, jetzt bekommt ihr Einblick in die dunkle Seite der minnies). Kurz: Hier sieht's aus! Das könnt' ihr euch gar nicht vorstellen. Das Bügelbrett quer im Raum, überall Stoffberge, Nähutensilien, Schnittmusterteile und ich mittendrin! Das Chaos aus der Nähschublade hat sich quasi über die halbe Wohnung verteilt. Hier nur  zwei Beweisbilder:
In der Maschine dreht schon der nächste Stoff seine Runden


Und weil das gestern so gut funktioniert hat, habe ich heute nach Arbeit gleich wieder einen Stopp im Stoffladen meines Vertrauens (Nähkontor - hier läuft übrigens gerade ne Verlosung für Testkäufer im neuen Onlineshop) gemacht. Die heutige Beute trocknet bereits, dank Super-15-Minuten-Programm auf dem Balkon.

So und nun hole ich unser altes Familienzelt aus dem Keller, um das Chaos perfekt zu machen. Das Zelt hat seine Jahre auf dem Campingplatz längst gezählt und bevor es entsorgt werden konnte, wies ich meine Eltern entrüstet darauf hin, dass der Stoff bestens für Taschen und andere Dinge, die was aushalten müssen, geeignet ist. Allerdings habe ich das Zelt bestimmt 15 Jahre nicht gesehen. Ich bin mal gespannt, ob Erinnerung und Realität zusammenpassen. Auf jeden Fall ist der Plan, es für ein Knautschbilderbuch, wie es Hella kürzlich genäht hat, zu verwenden und für einen Kita-Rucksack und eine Tasche für mich, einen Rock, eine Hose.... Na mal gucken, ob mich die Realität gleich aus meinen Träumen reißt... Mehr dazu morgen. Jetzt muss ich dringend weitermachen. Die Zeit verfliegt...