Sonntag, 27. Januar 2013

Camping-Body reloaded

Die ein oder andere nähende Mama wird es vielleicht kennen: irgendwann muss man feststellen, dass die Sachen nun wirklich zu klein geworden sind. Wo es mir bei geliehenen Kaufsachen sehr leicht fällt, ist es bei den von mir genähten Sachen regelmäßig wie folgt:
Auf dem Wickeltisch stelle ich fest, dass die Knöpfe des Bodys nur mit leerer Windel noch einigermaßen gut zu schließen sind. Ich treffe die Entscheidung: nur noch dieses eine Mal und nach der nächsten Wäsche kommt das gute Stück in die Kiste.
Dann beim Zusammenlegen der frisch gewaschenen Wäsche kommt der Gedanke: Hm, na so schlimm war es ja doch noch nicht. Noch einmal...

Oh, mein armes Baby. Es mussten also dringend neue, größere Bodys her, um den Abschied zu erleichtern. Man bedenke, dass der erste Camping-Body eine Ottobre 50 war! Okay, der Body ist jetzt auch schon seit ein oder zwei Monaten aussortiert und die Ottobre-Bodys fallen doch recht lang aus, wie ich hier schon einmal im Vergleich mit dem Regenbogenbody gezeigt hatte.


Für den zweiten Camping-Body in Größe 74 reichte der verbleibende Stoff in der Länge nur noch für das Vorderteil. Daher ist das Rückenteil aus dunkelbraunem Interlock. Für die Ärmel habe ich braunen Wolkenjersey genommen, weil dieser farblich wirklich perfekt zum Camping-Stoff passt. Um ein noch professionelleres Aussehen zu erlangen, habe ich die Einfassstreifen sogar mit Covermaschine genäht (ich muss aber immer noch weiter üben...). Für dieses Kleidungsstück kamen also alle drei Nähmaschinen zum Einsatz, was den Entstehungsprozess über eine Woche ausdehnte. Als Druckknöpfe habe ich den Prym Mini Drückern noch eine Chance gegeben, da ich für meinen ersten Body gleich drei Packungen gekauft hatte. Ich muss sagen, wenn man die Knöpfe mit der Prym-Vario-Zange montiert, sind sie wirklich nicht schlecht. Außerdem empfiehlt es sich, den Packungsinhalt nicht durcheinander zu bringen. Dann braucht mach auch nicht lange Rätselraten, welche Teile zueinander gehören und die Knöpfe sind schnell und vor allem leise, da ohne Hammer, montiert.

Aber ich hatte ja ein paar Farbtupfer versprochen. Neben dem nicht sonderlich farbenfrohen Camping-Body sind daher noch zwei weitere Exemplare aus Lillestoffen entstanden. Ihr seht, ich hatte einen Lauf :-) Motiviert wurde ich durch die beiden Schlafanzüge, die Christina kürzlich zeigte. So viele anzubringende Knöpfe und so lange einzufassende Kanten - da schienen drei Bodys ein Kinderspiel.



Als ich die Bodys fertig gestellt hatte, kamen sie mir zunächst doch sehr groß vor, aber die erste Anprobe ergab, dass mein kleines Baby Größe 74 tatsächlich schon tragen kann.

Der Schnitt ist wieder Bert aus der Ottobre 1/2012 mit abgeänderten Ausschnitt. Die Ärmel habe ich gekürzt, da ich irgendwie davon ausgegangen bin, dass es ja bald Frühling wird. Daher auch die bunten Bodys. Ich bin meiner Zeit wohl etwas voraus...

Freitag, 25. Januar 2013

Nähen mit Plan - mein eigener kleiner SWAP für 2013

Bereits als ich meine braune, schlichte Amy und das passende gelbe Shirt nähte, hatte ich im Hinterkopf, dass ich in Zukunft mit mehr Weitsicht nähen möchte. Mein Traum wäre ein Kleiderschrank, in den man quasi blind reingreifen kann und ein passendes Outfit aus MeMade-Teilen erhält. Und wahrscheinlich kennt es jeder, der für sich näht: am liebsten näht man das ganz besondere Teil mit vielen niedlichen Details, das man dann aber nur schlecht kombinieren kann. Dem möchte ich nun gezielt ein Ende setzen. Ich möchte meine Kreativität dabei allerdings nicht gänzlich unterdrücken. Mal sehen, ob mir die Gratwanderung gelingt.



Um mit meinem Plan zu beginnen, habe ich mir zunächst einmal Gedanken darüber gemacht, welches meine liebsten MeMade-Teile sind. Da steht an erster Stelle natürlich mein Blazer. Er ist absolut bürotauglich und macht auch aus einer Jeans ein schickes Outfit. Der dazugehörige Rock ist allerdings ohne Taschen und der Saum auch nicht sehr professionell genäht. Den Blazerstoff gibt es noch immer bei Frau Tulpe. Es wird also einen neuen Rock mit Taschen geben. Am liebsten hätte ich auch noch eine passende Hose, aber daran werde ich mich wohl dieses Jahr nicht wagen.

Dann gibt es noch meine dunkelblaue Valeska. Dieser Rock wird von mir sehr oft getragen. Zumindest im Frühling und Sommer, da der Rock nicht gefüttert ist. Der Saum muss auch hier noch einmal überarbeitet werden. Zum Rock passen schlichte Shirts. Davon brauche ich unbedingt noch ein paar. In meinem Schrank empfinde ich seit der Schwangerschaft viele Shirts als zu kurz.

Die Amy und das gelbe Shirt sind ebenso zu einem Dauerbrenner geworden.



 Ich möchte jetzt nicht meine gesamten Gedankengänge niederschreiben, denn dann würde dieser Post kein Ende nehmen und so viele Fotos könnte ich gar nicht einfügen, um das Thema etwas aufzulockern. Aber über die Farben habe ich natürlich auch nachgedacht. Ich mag braun und senfgelb. Auch grün, wie bei meinem liebsten Sommerkleid, trage ich sehr gern. Mein Farbpalette soll daher nur um ecru, wollweiß oder wie auch immer man diesen hellen Farbton nennen möchte, erweitert werden. Mein Kleiderschrank ist dann am Ende also: marineblau, petrol, grün, braun, gelb, ecru und ein bisschen rot, wie zum Beispiel in meinem Kirschrock.



 So und nun zum Plan: das Jahr hat 12 Monate. Den ersten habe ich jetzt gebraucht, um meinen Plan zu schmieden. Verbleiben also 11 Monate in denen ich 11 mehr oder weniger aufwändige Kleidungsstücke für mich nähen werde. Bei einigen Sachen habe ich bereits ganz konkrete Vorstellungen mit Stoff und Schnitt. Andere existieren zunächst nur als Schlagwort. In den kommenden 11 Monaten könnt ihr hier also verfolgen, wie ich meinen Plan Schritt für Schritt in die Praxis umsetze und am Ende des Jahres ziehe ich Bilanz. Darauf freue ich mich schon am meisten.


 Da der Monat Januar nur für die theoretischen Überlegungen diente, habe ich mir auch noch Gedanken über den Stoffkauf gemacht. Den gelben Jersey für mein Shirt hatte ich bei Siebenblau gekauft, einem lokalen Stoffladen für Biostoffe. Dort zu kaufen fühlte sich sehr gut an und darum habe ich den Entschluss gefasst, die Stoffe für meine Projekte ausschließlich vor Ort zu kaufen. In Berlin hat man ja wirklich eine große Auswahl und bei "nur" 11 Projekten soll der Stoffkauf für mich auch zum Event für alle Sinne werden. Außerdem möchte ich den Stoff natürlich auch erst in dem Monat kaufen, in dem ich ihn vernähe. Meine Selbstdisziplin wird auf die Probe gestellt werden.



Und zwischendrin werde ich euch natürlich auch die Sachen, die ich für meinen Sohn nähe, nicht vorenthalten. Sozusagen als kleine Farbtupfer zwischendrin.



So und nun geht es los: Februar = Shirt (Joana mit angeschnittenen Ärmeln) -> wie langweilig ;-)

Mittwoch, 23. Januar 2013

Dezember-Rückblick


Als ich im letzten Jahr beim Weihnachtskleid Sew Along mitgemacht hatte, war bereits klar, dass ich das Kleid nicht sehr oft im folgenden Jahr tragen würde. Aus diesem Grund war mein einziger Wunsch, dass mir das Kleid zum nächsten Weihnachtsfest wieder passen würde und ich es ein zweites Mal als Weihnachtskleid tragen könnte. Im November streifte ich dann mutig das Kleid über und stellte überrascht fest, dass ich tatsächlich wieder hineinpasste. Die Freude währte jedoch nur kurz, da ich schnell feststellen musste, dass die Glendora alles andere als stilltauglich ist.

Im Vorweihnachtstrubel mit einem 4 Monate altem Baby ein Kleid für mich zu nähen, hielt ich für ausgeschlossen. Es ist sicherlich machbar, aber mir war mehr nach Entspannung. Daher beschloss ich mal wieder nicht für mich zu nähen, sondern mein Baby besonders knuffig einzukleiden. Und was liegt da näher, als ein Weihnachtsmann-Outfit? Theoretisch wäre der Babyanzug Anton sehr gut für diese Aufgabe geeignet, allerdings wollte ich nicht nur für die drei Weihnachtstage einen Anzug nähen. Deshalb entschied ich mich für eine Kombi aus Pulli und Hose. Beide Teile einzeln sind somit auch nach Weihnachten noch tragbar. Der Pulli ist mal wieder White Rabbit aus der Ottobre 1/2011 aus schönem roten Sweatshirtstoff (gekauft im Nähkontor) mit weißen Bündchen. Die Hose ist aus der Zwergenverpackung kombiniert mit den Bündchen der Babyjeans aus der Ottobre 4/2012 genäht in Babycord ebenfalls aus dem Nähkontor. Beides in Größe 68. Dazu gab es noch eine Mütze nach eigenem Schnitt mit einer Bommel, die Babys Schulkind-Cousine für ihn gemacht hat. Das war quasi ein familieninterner Auftrag :-)
Das Bild entstand genau vor einem Monat am 5-Monatstag :-)


Das Outfit war dann recht schnell fertig und ich machte mir langsam Gedanken, was ich denn nun eigentlich am Weihnachtsabend anziehen möchte. Mein Kleiderschrank machte mich nicht sehr zufrieden und plötzlich entschied ich mich doch noch dafür ein Kleid für mich zu nähen. Ein Knotenkleid nach Onion sollte es sein. Es waren noch 10 Tage bis Heiligabend und ich war hochmotiviert. Das Kleid war dann auch innerhalb von drei Tagen zugeschnitten, genäht, gesäumt und fertig. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie stolz ich dann unterm Weihnachtsbaum saß. Und es hat sich gelohnt. Mag sein, dass der Schnitt nicht unbedingt Figur zaubert (ich habe am Rücken die Kräuselung schon gegen Abnäher ersetzt), aber er ist einfach unheimlich bequem. So bequem, dass man am Ende des Tages gar nicht das Bedürfnis hat, das Kleid auszuziehen. Nur die Strumpfhose ;-) Für mich ist das Kleid die perfekte Alternative zur Rumlümmelhose. Quasi die Jogginghose für Anspruchsvolle.
 Nachdem das Kleid also eine Woche vor Weihnachten ebenso abgehakt war, erhielt ich noch einen Eilauftrag vom Weihnachtsmann. Für meinen Neffen hatte ich zum Geburtstag (er ist im Dezember geboren) ein Revoluzzza-Monster, Hemd-Fred genannt, genäht. Als ich zu Ostern versehentlich einen Monsterhasen zum Leben erweckte, dachte ich, wenn ich gleich ein Monster nähe, kann ja nix schief gehen. Außerdem wird auch der Hase von meiner Nichte innig geliebt, so dass ich meinen Neffen nicht benachteiligen wollte. Aber wie das dann eben so ist, die Nichte wollte auch noch ein Monster. Und da es wirklich Spaß macht, diese süßen Kerlchen zu gestalten, nähte ich dem Hemd-Fred noch eine Freundin.



Soweit mein kleiner Rückblick auf den Monat Dezember. Für das Jahr 2013 habe ich mir auch schon was überlegt. Eine kleine Vorschau wird es dazu im Januar (Ups, der ist ja schon fast wieder vorbei) noch geben. Nur soviel: ich habe einen Plan :-)

Mittwoch, 16. Januar 2013

2013 - es geht los

Langsam.

Vor einigen Tagen sind wir aus dem Urlaub wieder gekommen und ich war erstaunt darüber, dass die Leute auf den Straßen alle so emsig schienen. Hier ist es jedenfalls ruhig. Ganz ruhig. Gefühlt verbringe ich den halben Tag spielend auf dem Fußboden. Meine Nähmaschinen halten Winterschlaf und werden immer nur mal kurz für eine Naht erweckt. Dennoch stapeln sich hier noch immer fertige Projekte, bei denen ich langsam zu überlegen beginne, ob ich darüber überhaupt noch schreiben soll. Also es fehlt nicht an Material für den Blog, nur meine Zeit fülle ich eben gerade mit Kinderliedern und Fingerspielen. Das macht auch Spaß.

Etwas möchte ich euch heute aber zeigen. So quasi als Einstieg ins neue Jahr. Mein Bauchmuskeltäschchen.


Dieses Täschchen hat 5 Kam Snaps gekillt. Dann begann der Stoff schon langsam Löcher zu bekommen. Darum hat mein Bauchmuskeltäschchen einen Klettverschluss.


Ich hatte es im vergangenen Jahr zu Ostern auf Frl. Pängs Blog (Bunte Knete) entdeckt. Damals war ich gerade schwanger und es zeichnete sich bereits ab, dass ich so etwas dann auch bald benötigen könnte. Mit dem Jahreswechsel war es dann also soweit. Meine kleine Motivationshilfe - ich habe sie vollgestopft mit vielen Zetteln, die zu zählen ich natürlich nicht die Zeit hatte. Alle werden soll das Täschchen dann bis Ostern. Die Theorie besagt ja: Tasche flach = Bauch flach. Wie das in der Praxis aussieht, werde ich euch bei Gelegenheit berichten. Achso: auf den Zetteln stehen Zahlen. Man nimmt einen Zettel aus dem Täschchen, macht die entsprechende Anzahl an Bauchmuskelübungen und zerknüllt zufrieden das Papier -> Täschchen leer, Bauchmuskel gestärkt.