Montag, 2. Juli 2012

Nestbau Teil 2 - Der Stubenwagen

Da ich mich so konsequent an meine Prioritätenliste gehalten habe, ist das Stubenwagenkleid auch gleich als nächstes fertig gestellt worden. Dafür hatte ich allerdings keinen Schnitt und auch nur eine vage Vorstellung. Für mich war klar, dass man den schönen Korb von außen sehen sollte. Da dieser aber auch einen Blick auf den innenliegenden Stoff gestattet und dieser nur einseitig bedruckt war, musste ich das Nestchen also doppelt arbeiten. Der Himmel sollte gerafft werden und vorn eine Rüsche bekommen. Beides, Rüsche und Raffung, wurde eigentlich von der vorhandenen Menge an Stoff bestimmt. Inspiration, wie ich meine Idee umsetzen konnte, fand ich bei Sanne und Kaddaa. Besonders auf die Idee, dass man an das Nestchen einen Boden in Form der Matratze näht, wäre ich ohne Kaddaas Posting gar nicht gekommen.
Da die Matratze erst noch bestellt werden musste, fing ich also zunächst mit dem Himmel an. Die Stange ist 70 Zentimeter lang, daher nutzte ich einfach die volle Stoffbreite von 150. Ich faltete den Stoff einmal mittig und nähte eine Seite dann rechts auf rechts zusammen. Somit war der Himmel gleich ringsum geschlossen. Eine große Raffung ergab sich damit allerdings nicht, da der Stoff ja nur 5 Zentimeter länger war, als die Stange. Ich hing den Stoff dann über die Himmelstange und markierte die gewünschte Länge. Bei mir war das knapp 1 Meter. Von dem hellen Stoff hatte ich 1,50 Meter gekauft. Es sind als 50 Zentimeter für ein weiteres Projekt übrig :) Für die Rüsche nahm ich dann auch zwei Streifen der vollen Stoffbreite und raffte somit 1,50 Meter auf einen Meter. Ich nutzte dazu die übliche Methode mit maximaler Stichlänge auf der Nahtzugabe mit Geradstich nähen und dann am Unterfaden ziehen. Frau Neu hat dazu auch schon einmal eine Anleitung verfasst. Für die Raffung an der Himmelstange habe ich allerdings einfach einen Gummi verwendet, den ich in Länge der Stange zugeschnitten und dann gedehnt an den Stoff genäht habe. Um den Himmel zu befestigen, habe ich noch drei Bindebänder aus dem kontrastfarbenen Rüschenstoff genäht und an der Nahtzugabe befestigt.
Als die Matratze dann da war, habe ich erst einmal einen weiteren Bezug aus dem alten Laken genäht. Dazu habe ich die Matratze auf den Stoff gelegt und mit einem Abstand von 8 Zentimeter den Stoff zugeschnitten. Diesen habe ich lediglich versäubert und dann mit maximaler Dehnung einen Gummi rundherum mit Zickzackstich befestigt. Auf mich wartete ja noch eine viel wichtigere Aufgabe, darum wollte ich hier nicht viel Zeit verschwenden und es funktioniert ja auch so.
Danach schnitt ich die Matratzenform aus einfachen Baumwollstoff mit einer kleinen Nahtzugabe zu - der Boden für das Nestchen. Der Korb misst an der oberen Kante circa 2,80 Meter. Von meinen 4,50 Metern Stoff schnitt ich daher 3 Meter zu. Der Korb wird ja nach unten hin schmaler und ich wollte nicht, dass ich dann zu sehr raffen muss. Ich erhielt somit ein Rechteck von 3 x 1,5 Metern, welches ich auf der Längsseite teilweise zu einem Ring schließen werde. Um die Höhe des Nestchens zu ermitteln, maß ich die Höhe des Korbes + die Länge bis unter den Rand + die Länge bis zu der Stelle, wo der Korb wieder blickdicht ist. Für meinen Stubenwagen ergab sich dabei eine Höhe von 80 Zentimetern. Ich nutzte die Webkante für den Abschluss, der später in den Wagen hängen würde. Somit sparte ich mir hier das Versäubern. An der Schnittkante raffte ich dann den Stoff, um ihn am Boden zu befestigen. Auf dieser Länge eine gleichmäßige Raffung zu erhalten, ist echt nicht einfach und ich beschloss dann, nachdem ich zu erst zu doll und dann zu wenig gekräuselt hatte, dass ich lieber keine Perfektion anstreben möchte. Als ich den Boden erfolgreich mit dem Nestchen verbunden hatte, markierte ich mir dann die Falt-Stelle unter der oberen Korbkante. Hier sollte später ein Gummi das Nestchen halten. Ich bügelte den Stoff rundherum in der Höhe und steppte anschließend einen 2,5 Zentimeter breiten Tunnel, in den ich einen Gummi zog. Damit ich das Nestchen nun einfach befestigen kann, nähte ich die Gummienden nicht zusammen, sondern nutzte mal wieder KamSnaps zum Verschließen.
Ich hoffe, man kann sich jetzt irgendwie vorstellen, wie ich die Garnitur für den Stubenwagen genäht habe. Falls jemand Fragen hat, beantworte ich sie gern :) Wirklich schwierig war es nicht.

Und was liegt da im Stubenwagen drin?

Na ja, so richtig strikt war ich bei der Abarbeitung meiner Prioritätenliste nicht, wenn ich ehrlich bin und so entstand zwischendurch auch noch diese niedliche Haremshose. Wegen diesem Schnitt habe ich mir extra die Ottobre 1/2011 ersteigert. Eigentlich wollte ich nur die Teile schon mal zuschneiden, aber dann konnte ich mit der Anleitung nichts anfangen. Das hat mich so geärgert, dass ich das mit dem Framilon-Band gleich ausprobieren musste und schwups war die Hose fertig ;) Der verwendete dunkelblaue Jersey stammt aus Kirstins Überraschungspaket und das geringelte Bündchen habe ich zur "Geschlechtsneutralisation" dann noch bei Frau Tulpe erstanden ;) Die Hose ist in Größe 56 genäht und so niedlich klein. Ich kann es kaum erwarten, sie unserem Baby anzuziehen.

Kommentare:

  1. Der Stubenwagen ist total schön geworden! Und die Hose ist echt niedlich :)

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  2. Toll dass unser Stubenwagen Inspiration sein durfte...
    dein Wagen ist aber auch toll geworden, das grün gefällt mir echt gut! Da kann Euer Mini ja kommen, in so einem tollen Wagen wird das kleine Menschlein sich gut aufgehoben fühlen.
    Auch die Hose total süß
    Grüße Kaddaa

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  3. Hihihi! Ich muss gestehen, dass ich mir diese Ottobre-Ausgabe damals auch nur wegen der Haremshose gekauft hab! Und ja, es hat sich totla ausgezahlt! Mittlerweile wurden echt schon einige Kinder mit dieser Hose ausgestattet (sie passt auch super aus nicht-dehnbaren Stoffen) und für unseren Bauchzwerg nähe ich auch gerade die zweite! :)

    Und nachdem ich in deinem letzten Post den Zirkusbody gesehen habe, muss ich den wohl auch noch nähen! Sehr entzückend!

    Liebe Grüße, Selina

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