Freitag, 27. Juli 2012

Von Perfektion und Improvisation ODER Hurra, es ist ein Junge

Am Montagmorgen war es endlich soweit: ein perfektes kleines Baby purzelte aus meinen Bauch und gibt seitdem bei uns den Ton an. Und da wir nun wissen, dass es ein Junge ist, kann ich nun ohne Grübelei die schönen Stoffe aus Kirstins Paket vernähen.

Das Wetter in Berlin ist seitdem unerträglich heiß und so lassen wir es uns gut gehen in Windeln und Handtuch. Das einzige selbstgenähte Kleidungsstück, welches bereits probegetragen wurde, ist der Body in Größe 50. Die Passform ist toll, doch den Papa-Praxistest hat er leider nicht bestanden: gleich zwei der Druckknöpfe haben nach zwei Tagen den Halt verloren.

Aber jetzt, wo wir ein perfektes kleines Baby haben, kann man an anderer Stelle den Maßstab ruhig einmal etwas niedriger setzen und etwas Improvisation zum Einsatz bringen. Und so überließ ich den Body dem Papa, der sich auch bereitwillig an die Nähmaschine setzte und im Anschluß den Hammer schwang.

Eine Niete verkehrt herum, einen weiteren Knopf versehentlich ausgerissen und mit soviel Energie zugeschlagen, dass die Kappe ne Beule hat - aber was soll's? Der Body lässt sich nun wieder schließen und das ist die Hauptsache. Oh Wunder: mit einem Baby gibt es soviel Wichtigeres, als die Frage, wie der Body zusammenhällt. ;-) Ganz nebenbei hat mein Mann aber auch das Problem erkannt. Eine tolle KamSnap Presse dk-98 werde ich aber bestimmt trotzdem nicht bekommen, dafür werde ich mal hinterfragen, ob man tatsächlich beim Schuster die Druckknöpfe einschlagen lassen kann, wie ich es mal bei Hella gelesen hatte. Ein bisschen schade ist es ja schon, wenn so ein ausgerissener Knopf ein Kleidungsstück ruiniert. Mit KamSnaps habe ich auch häufig Pech, weil ich es nur selten schaffe, die Teile wirklich gerade anzubringen und sie sich dann so schwer öffnen lassen, dass ich jedes Mal befürchte, sie könnten ausreißen. Gibt es da vielleicht tolle Tricks?

Mal sehen, wann es hier wieder mehr zu lesen geben wird. Erst einmal wird es ruhiger. Mein erstes Strickprojekt muss ich euch noch präsentieren, aber dazu ein anderes Mal mehr.

Samstag, 21. Juli 2012

Giraffis neuer Freund

Seit einiger Zeit konnte ich beobachten, wie unsere kleine Quitsche-Giraffi versuchte mit den Giraffen auf dem Nestchen-Stoff Freundschaft zu schließen. Doch diese sind ja nur aufgedruckt und so waren alle Bemühungen vergebens.
Ich bekam also Mitleid und überdachte meinen Entschluss, keine Stofftiere mehr zu erschaffen, noch einmal. Und so kam Giraffi zu seinem neuen Quietsche-Freund, Elefanten-Giraff'.
Die Giraffe ist wirklich schnell genäht und wer sich auch so einen quietsch-vergnügten Freund nähen möchte, der findet die Anleitung und Vorlage hier.

Besonders stolz bin ich darauf, dass man tatsächlich erkennen kann, dass es sich um eine Giraffe handelt. Die Anleitung ist aber auch sehr gut und es bringt einen großen Vorteil, wenn man das Tier erst nach dem Nähen ausschneidet. Und nun erwarte ich mit großer Ungeduld den Tag, an dem unser Baby beide Giraffen zum ersten Mal selbst zum Quietschen bringen wird. Das Geräusch ist ihm nun ausreichend vertraut ;)

Freitag, 13. Juli 2012

Für mein kleines Dschungelbaby

Wenn man jeden Tag neben diesem tollen Riley Blake Stoff einschläft und wieder aufwacht, dann ist es kein Wunder, dass ich nur noch an wilde Kreaturen denken kann.

Von meiner Schwiegermama wurden mir bei meinem letzten Besuch diverse Fleece-Stoffe überlassen, die noch aus dem Werksverkauf in Görlitz stammten. Da es damals noch keine kleinen Babys im näheren Verwandschaftskreis gab, sind die Farben der Stoffe eher gedeckt. Also musste eine Applikation her. Natürlich ein hübscher Löwe :)

 

Nachdem ich die Applikation fertiggestellt hatte und voller Stolz meinem Mann präsentierte, erntete ich ein: "Na, da brauchst du ja keine Stickmaschine." Aber das war ja meine Rede und so entgegnete ich ein dahingesagtes "Nee, aber ne Covermaschine wäre toll." Als ich das nächste Mal meinem Mann über die Schulter sah, informierte er sich bereits, was es da so gibt. Ich unterbrach sogleich interessiert meine Arbeit und heute Vormittag saß ich dann mit meinen Stoffproben im Geschäft. Und da fahre ich ja nicht ohne Kaufabsicht hin ;) Das Ende der Geschichte: ich hab jetzt eine Coverlock. Meine Overlock sollte sowieso nur als Testmodell dienen und es war geplant, sie bei Bedarf zu ersetzen. Nun nenne ich also eine Singer Professional 5 mein Eigen und bin überaus glücklich.

Hier nun meine kleine Safari-Kombi:

Der Pulli ist der Schnitt White Rabbit in Größe 62, wieder aus der Ottobre 1/2011.

Die Hose ist eine Kuschelhose der Zwergenverpackung von Farbenmix in Größe 50/56. Diese habe ich allerdings bereits vor Anschaffung meines neuen Maschinchens genäht. Angeregt wurde ich dazu durch die süßen Tragebilder von Hellas Anton.

Nun werde ich erstmal ein paar Shirts zuschneiden, damit ich noch ein paar Covernähte nähen kann :) Ach, und Stricken lerne ich jetzt auch. Gerade brachte der DHL-Mann meine Merinowolle für diese süße Babyhose. Man soll sich ja nicht zu wenig vornehmen. Mal gucken, ob unser Baby eine Merinowollhose im Winter haben wird ;)

 

Mittwoch, 11. Juli 2012

"Der gelbe Spieler mit dem Igel"

So lautete der Betreff meines Hilfegesuchs, das ich vor einigen Tagen an meine Schwester richtete. Es gab einen solchen Spieler in meiner Kindheit. Wir hatten ihn unserer Babypuppe angezogen und Jahre vorher kleidete er uns selbst im Sommer. Irgendwo musste er noch sein und er wurde gefunden:

Es fehlen zwei Knöpfe, aber das ist ja kein Problem. Der Schnitt ist wirklich simpel und so nahm ich mir etwas Packpapier und eins der alten Unterhemden von meinem Paps und fertig war ein weiterer "Original"-DDR-Spieler. Natürlich durfte eine Applikation nicht fehlen. Meine Inspiration für diese sammel ich übrigens bei Pinterest, falls jemand Bedarf hat :)

Über die Passform des Spielers lässt sich noch nichts sagen. Im Igel-Spieler ist die Größe 64 angegeben. Aber wer weiß, nach welchem Maßstab die Größen in der DDR vergeben wurden. Dem Testbaby passt er schon mal, aber das stammt ja auch original aus DDR-Tagen und hat ziemlich kräftige Beinchen ;)

 

Dienstag, 10. Juli 2012

Meine kleine Kollektion

Von dem dunkelblauen Jersey, den ich für die Haremshose verwendet habe, hatte mir Kirstin ein ziemlich großes Stück geschickt und so beschloss ich, direkt mit dieser Stoffkombination weiterzumachen und den Body "New Star" aus der gleichen Ottobre (1/2011) zu nähen. Bei der Gelegenheit wollte ich auch gleich mal die Stickeinlage ausprobieren, die ich im Februar bei Stoff und Stil mitbestellt hatte. Es handelte sich um nicht aufbügelbare Einlage, die mich somit vor ein kleines Problem stellte. Aber für den Quilt hatte ich ja den temporären Fixierspray gekauft und so auch gleich eine Lösung für das Problem. Und was soll ich sagen? Mit Vliesofix und Stickeinlage sind Applikationen ein Kinderspiel und für mich ein weiteres Argument, keine Stickmaschine zu benötigen. Eine Coverlock ist da noch eher ein weiter gehegter Traum...

Aber genug der Vorrede, hier meine kleine Kollektion:

Joana für mich, Baby-Body New Star und Haremshose Akrobat

Die Applikation auf dem Body habe ich mit engem Zick-Zack umrandet. Das Wolkenmotiv auf meinem Shirt (Partnerlook ;-) ist etwas kleiner und so habe ich es freihand mit dem Stickfuß appliziert. Beides funktionierte sehr gut. Durch die Einlage ließ sich der Stoff mühelos unter der Nadel führen und hinterher habe ich sie einfach ausreißen können.

Anne hatte mich gefragt, ob ich den Transporteur für das Freihand-Quilten versenkt habe. Der Stickfuß oder auch Quiltfuß, den ich für das Freihandsticken und auch für das Quilten verwende, hat die Eigenschaft, dass er sich nach jedem Stich hebt und man so den Stoff freihand führen kann. Aus diesem Grund muss der Transporteur nicht versenkt werden. Am Anfang hatte ich das noch gemacht, aber als ich es einmal vergaß, machte es keinen Unterschied. Überhaupt finde ich die Funktion, den Transporteur versenken zu können, an meiner Maschine ziemlich unnütz, da ich den Füßchendruck nicht einstellen und ich den Stoff somit gar nicht freihand führen kann. Wenn man also eine Maschine besitzt, die den Druck einstellen lässt und den Transporteur versenkt, dann kann man bestimmt auch ohne Quiltfuß applizieren und freihand quilten.

Sonntag, 8. Juli 2012

Es ist vollbracht: Stofffitzelchen-Kinderwagendecke

Ein bisschen mulmig ist mir ja nun schon, wo ich doch innerlich mit dem Baby vereinbart habe, dass es kommen kann, sobald die Decke fertig ist. Zu dem Deal kam es, als ich im Laufe des Projekts feststellte, dass ich wohl eine Weile brauchen werde. Aber dann ging es zum Ende hin doch ganz fix, weil ich einfach zu neugierig auf das Resultat war und so habe ich dann das Binding sogar von Hand angenäht, um Zeit zu gewinnen. ;)

Ursprünglich wollte ich für dieses Projekt "Crazy Patchwork" ausprobieren, doch dann war mir das doch zu wild für eine Kinderwagendecken und ich wusste auch nicht so richtig, wie ich es anstellen soll.

Aber zurück zum Anfang: Nach dem Stofffitzelchen-Tausch hatte ich eine große Auswahl verschiedener Stoffe, die ich mit Freude zunächst einmal nach Farben sortierte. Nachdem ich die Idee des Crazy Patchwork verworfen hatte, begann ich damit aus allen Stoffen 7 Zentimeter breite Stoffstreifen zuzuschneiden. Die entstandenen Abfallhäufchen sahen so hübsch aus, dass ich daraus eine kleine Collage gebastelt habe:
Danach nähte ich aus den Stoffstreifen farblich sortierte Bahnen. Bis zu dem Zeitpunkt wusste ich noch immer nicht, wo mich das Ganze hinführen wird. Weder über die Größe noch über die Anordnung hatte ich mir zu dem Zeitpunkt Gedanken gemacht. Nur eins stellte ich bald fest: so lange Bahnen braucht man für eine Kinderdecke nicht, aber ich gab mich der Monotonie hin und nähte Streifen für Streifen aneinander.
Als ich die Bahnen dann so angeordnet auf meinem Bügelbrett sah, beschloss ich diesen Farbverlauf für die Decke beizubehalten. Eine Recherche im Internet ergab, dass es Kinderwagendecken in den verschiedensten Größen gibt. Ich entschied mich dann für ein kleineres Modell von 75 x 55 Zentimetern, da mir eine Freundin den Tipp gab, dass es immer gut ist, eine kleinere Decke zur Hand zu haben für die erste Zeit, in der das Baby sich sowieso noch nicht von der Stelle bewegen kann. Für später habe ich noch genügend Streifen übrig, um ein weiteres Modell zu nähen.
Für meine Decke musste ich nun also 15 Streifen à 55 Zentimeter zusammennähen.
Als ich dies erledigt hatte, besorgte ich mir Baumwollfleece zum Füttern und zur Erleichterung der Arbeit auch so einen temporären Klebespray. Als Rückseite verwendete ich ein weiteres Stück des alten Bettlakens. Nun hätte ich es mir einfach machen und die drei Lagen mit einem Schachbrettmuster oder Ähnlichem verbinden können, doch mir gefielen diese Freihandmuster am besten. An einem schönen Sommerabend der vergangenen Woche schlug ich daher mein Lager auf dem Balkon auf, um die notwendige Ruhe zu haben und mich dem Muster hinzugeben:
Hach, war das schön. In 1,5 Stunden hatte ich dann alle Ecken erreicht und musste außerdem feststellen, dass sich meine Maschine in freier Wildbahn erstaunlich leise anhört. Ich hatte ja erst Bedenken, dass ich mit meinem Genähe die Nachbarn stören könnte, aber das Vogelgezwitscher war eindeutig lauter.

Tja, und am Freitag ging es dann ans Binding. Als ich begann, ging ich davon aus, dass ich dafür bestimmt 4 Tage brauchen werde. Sozusagen ein Tag pro Seite. Aber dann ging es mir so gut von der Hand und ich war wirklich begeistert, wie sauber die Naht aussieht und wie geduldig ich Stich für Stich, Seite für Seite vorankam. Die Zeit verging wie im Flug und plötzlich war ich fertig. 



Ich bin sehr stolz und nehme die Decke ständig in die Hand, falte sie auf, falte sie zusammen, zeige sie meinem Mann, legen sie ins Bett, hänge sie über den Stubenwagen, trage sie raus, bringe sie wieder rein, betrachte die einzelnen Stoffe, fahre die Naht mit dem Finger entlang, staune über die "gelungenen" Ecken, zähle die Eulen, zeige sie wieder dem Mann...

Mittwoch, 4. Juli 2012

Kleiner UFO-Abbau

Der Wandwickeltisch ist an der Wand montiert und somit ist der letzte essentielle Schritt getan. Drei Wochen noch bis zum errechneten Termin: wir sind bereit.

Höchste Zeit also längst begonnene Projekte zum Abschluss zu bringen. Nummer eins ist der süße kleine Body, den ich bereits im Februar gezeigt hatte.


Untenrum war er doch noch etwas luftig. Die Druckknöpfe sind längst geliefert, aber es gehört ja auch etwas Mut dazu, sechs Löcher in den weichen Jersey zu stanzen. Da bedurfte es erst der Ruhe und Gelassenheit, zu der ich in den vergangenen Tagen gefunden habe. Et voilà:


Der Body ist nun einsatzbereit und wanderte direkt in die Kliniktasche. Die ist eigentlich bereits gepackt, aber ich kann mich nicht entscheiden, was unser Baby als erstes tragen soll und so nehm' ich einfach alle kleinen Teile mit ;)

Und dann gab es noch den Pucksack, der ohne Klettverschluss nicht pucken kann. Auch hier habe ich mich überwinden können und die sechs Streifen Klettband an die vorgesehenen Stellen genäht. Unser blaues Testbaby liegt nun hübsch gepuckt im Stubenwagen. (Auf dem Bild hat das Testbaby gerade einen kleinen Ausflug auf den Balkon gemacht. Wo das Wetter in Berlin doch gerade so schön ist)

Außerdem habe ich mit meinem Bauchbewohner einen kleinen Deal am Laufen: solange die Stofffitzelchen-Kinderwagen-Decke nicht fertig ist, bleibt das Baby drin. Nun frag ich mich allerdings, ob ich die Decke möglichst schnell fertig stellen oder nicht doch lieber das ein oder andere Projekt noch dazwischen schieben sollte ;)

Dienstag, 3. Juli 2012

Mini-Recyclingprojekt: Kirschkernkissen

In der Schwangerengymnastik verwenden wir ein quadratisches Kirschkernkissen zur Massage des unteren Rückens. Das wollte ich auch für Zuhause haben und wie es der Zufall so will, habe ich gerade an diesem Wochenende von meiner Schwiegermama einen Beutel Kirschkerne in die Hand gedrückt bekommen.

Ursprünglich wollte ich die gleiche Stoffkombination verwenden wie für das Bett-Nestchen, doch als ich gerade den Riley Blake Stoff aus dem Schrank nehmen wollte, fiel mir der Stapel Kindertaschentücher in die Hände, den ich am vorangegangenen Wochenende von meinen Eltern mitgenommen habe. Und so zieren nun Hänsel und Gretel die Vorderseite meines 15x15 Zentimeter großen Kirschkernkissens.

Die Wendeöffnung habe ich wieder so professionell verschlossen, dass ich sie erstmal suchen musste. Das ist ein positiver Nebeneffekt des Mutterschutzes: ich bin so entspannt, dass ich mir geradezu gern Zeit für die kleinen Details nehme.

Kleiner Hinweis am Rande: für diesen Eintrag habe ich mal die iPad-App "Blogsy" verwendet und mein erster Eindruck ist durchaus positiv. Das Bloggen ging genauso fix, wie das Nähen.

Und nun ab mit dem Kissen in die Mikrowelle. Eine warme Massage tut sicher doppelt gut.

 

Montag, 2. Juli 2012

Nestbau Teil 2 - Der Stubenwagen

Da ich mich so konsequent an meine Prioritätenliste gehalten habe, ist das Stubenwagenkleid auch gleich als nächstes fertig gestellt worden. Dafür hatte ich allerdings keinen Schnitt und auch nur eine vage Vorstellung. Für mich war klar, dass man den schönen Korb von außen sehen sollte. Da dieser aber auch einen Blick auf den innenliegenden Stoff gestattet und dieser nur einseitig bedruckt war, musste ich das Nestchen also doppelt arbeiten. Der Himmel sollte gerafft werden und vorn eine Rüsche bekommen. Beides, Rüsche und Raffung, wurde eigentlich von der vorhandenen Menge an Stoff bestimmt. Inspiration, wie ich meine Idee umsetzen konnte, fand ich bei Sanne und Kaddaa. Besonders auf die Idee, dass man an das Nestchen einen Boden in Form der Matratze näht, wäre ich ohne Kaddaas Posting gar nicht gekommen.
Da die Matratze erst noch bestellt werden musste, fing ich also zunächst mit dem Himmel an. Die Stange ist 70 Zentimeter lang, daher nutzte ich einfach die volle Stoffbreite von 150. Ich faltete den Stoff einmal mittig und nähte eine Seite dann rechts auf rechts zusammen. Somit war der Himmel gleich ringsum geschlossen. Eine große Raffung ergab sich damit allerdings nicht, da der Stoff ja nur 5 Zentimeter länger war, als die Stange. Ich hing den Stoff dann über die Himmelstange und markierte die gewünschte Länge. Bei mir war das knapp 1 Meter. Von dem hellen Stoff hatte ich 1,50 Meter gekauft. Es sind als 50 Zentimeter für ein weiteres Projekt übrig :) Für die Rüsche nahm ich dann auch zwei Streifen der vollen Stoffbreite und raffte somit 1,50 Meter auf einen Meter. Ich nutzte dazu die übliche Methode mit maximaler Stichlänge auf der Nahtzugabe mit Geradstich nähen und dann am Unterfaden ziehen. Frau Neu hat dazu auch schon einmal eine Anleitung verfasst. Für die Raffung an der Himmelstange habe ich allerdings einfach einen Gummi verwendet, den ich in Länge der Stange zugeschnitten und dann gedehnt an den Stoff genäht habe. Um den Himmel zu befestigen, habe ich noch drei Bindebänder aus dem kontrastfarbenen Rüschenstoff genäht und an der Nahtzugabe befestigt.
Als die Matratze dann da war, habe ich erst einmal einen weiteren Bezug aus dem alten Laken genäht. Dazu habe ich die Matratze auf den Stoff gelegt und mit einem Abstand von 8 Zentimeter den Stoff zugeschnitten. Diesen habe ich lediglich versäubert und dann mit maximaler Dehnung einen Gummi rundherum mit Zickzackstich befestigt. Auf mich wartete ja noch eine viel wichtigere Aufgabe, darum wollte ich hier nicht viel Zeit verschwenden und es funktioniert ja auch so.
Danach schnitt ich die Matratzenform aus einfachen Baumwollstoff mit einer kleinen Nahtzugabe zu - der Boden für das Nestchen. Der Korb misst an der oberen Kante circa 2,80 Meter. Von meinen 4,50 Metern Stoff schnitt ich daher 3 Meter zu. Der Korb wird ja nach unten hin schmaler und ich wollte nicht, dass ich dann zu sehr raffen muss. Ich erhielt somit ein Rechteck von 3 x 1,5 Metern, welches ich auf der Längsseite teilweise zu einem Ring schließen werde. Um die Höhe des Nestchens zu ermitteln, maß ich die Höhe des Korbes + die Länge bis unter den Rand + die Länge bis zu der Stelle, wo der Korb wieder blickdicht ist. Für meinen Stubenwagen ergab sich dabei eine Höhe von 80 Zentimetern. Ich nutzte die Webkante für den Abschluss, der später in den Wagen hängen würde. Somit sparte ich mir hier das Versäubern. An der Schnittkante raffte ich dann den Stoff, um ihn am Boden zu befestigen. Auf dieser Länge eine gleichmäßige Raffung zu erhalten, ist echt nicht einfach und ich beschloss dann, nachdem ich zu erst zu doll und dann zu wenig gekräuselt hatte, dass ich lieber keine Perfektion anstreben möchte. Als ich den Boden erfolgreich mit dem Nestchen verbunden hatte, markierte ich mir dann die Falt-Stelle unter der oberen Korbkante. Hier sollte später ein Gummi das Nestchen halten. Ich bügelte den Stoff rundherum in der Höhe und steppte anschließend einen 2,5 Zentimeter breiten Tunnel, in den ich einen Gummi zog. Damit ich das Nestchen nun einfach befestigen kann, nähte ich die Gummienden nicht zusammen, sondern nutzte mal wieder KamSnaps zum Verschließen.
Ich hoffe, man kann sich jetzt irgendwie vorstellen, wie ich die Garnitur für den Stubenwagen genäht habe. Falls jemand Fragen hat, beantworte ich sie gern :) Wirklich schwierig war es nicht.

Und was liegt da im Stubenwagen drin?

Na ja, so richtig strikt war ich bei der Abarbeitung meiner Prioritätenliste nicht, wenn ich ehrlich bin und so entstand zwischendurch auch noch diese niedliche Haremshose. Wegen diesem Schnitt habe ich mir extra die Ottobre 1/2011 ersteigert. Eigentlich wollte ich nur die Teile schon mal zuschneiden, aber dann konnte ich mit der Anleitung nichts anfangen. Das hat mich so geärgert, dass ich das mit dem Framilon-Band gleich ausprobieren musste und schwups war die Hose fertig ;) Der verwendete dunkelblaue Jersey stammt aus Kirstins Überraschungspaket und das geringelte Bündchen habe ich zur "Geschlechtsneutralisation" dann noch bei Frau Tulpe erstanden ;) Die Hose ist in Größe 56 genäht und so niedlich klein. Ich kann es kaum erwarten, sie unserem Baby anzuziehen.