Mittwoch, 27. Juni 2012

Nestbau Teil 1

Ich bin wirklich stolz auf mich. Bis jetzt habe ich es ganz gut durchgehalten, die wichtigen Dinge zuerst zu erledigen und nicht die niedlichen Sachen zu nähen :) 

Wichtig ist natürlich das Babybett. Denn wenn alles gut geht, wird unser kleines Familienmitglied die erste Zeit viel schlafen. Da wir in unserer kleinen 2-Raumwohnung doch sehr beengt wohnen, war dieses Beistellbett genau das Richtige für uns.
Vorher
Dass dieses Bettchen noch einen schöneren Bezug braucht, verstand sich von selbst. Auf der Suche nach einem geeigneten, geschlechtsneutralen Stoff fand ich diesen schönen Patchwork-Stoff von David Textiles mit lustigen Dschungeltieren. Für die Rückseite wollte ich ursprünglich einen grünen Pünktchenstoff kombinieren. Ich liebe Punkte. Was ich bis dahin jedoch noch nicht wusste: ich liebe auch Vichy-Karo. Die grünen Pünktchenstoffe bei Frau Tulpe passten vom Farbton nicht so gut zum Grün des Dschungelstoffs und so fand ich dann einen orangenen Vichy-Karostoff durchaus geeignet.

Das Nestchen, welches bei dem Bett dabei war, ist direkt mit der Füllwatte zusammengenäht, so dass als Pflegehinweis Handwäsche vorgeschlagen wird. Um dies zu umgehen, entschloss ich mich, für das Nestchen einfach einen Bezug zu nähen. 

Als letztes fehlte nun noch ein Bettlaken für die kleine 40x90 Zentimeter Matratze. Dafür hatte ich ja ein altes Bettlaken meiner Eltern vorgesehen, auf dem ich selbst als Heranwachsende so manche Nacht selig schlummerte. Und weil die Prioritätenliste in meinem Kopf gut geordnet ist, habe ich auch gleich damit begonnen zwei kleine Spannbettlaken zu nähen. So sieht das Bettchen nun aus:
Die Aufhängung und auch den Verschluss des Nestchens habe ich mit KamSnaps umgesetzt. Ich muss das Befestigen der kleinen Druckknöpfe unbedingt noch üben. Ständig setze ich die Zange schief an und bekomme die Knöpfe dann nicht zu. 

Und weil ich vom Vichy-Karostoff noch ein gutes Stück übrig hatte, habe ich gleich noch ein paar Bloomers genäht. Diese Windelhöschen sind super süß und wenn das Gefummel mit dem Schrägband nicht wäre, wären sie auch wirklich fix genäht. Hella hatte bereits im März zwei süße Exemplare gezeigt und auch das Buch vorgestellt, weshalb ich mir das Buch überhaupt erst gekauft habe :) Bei dem derzeitigen Sommer mache ich mir allerdings Sorgen, ob dieses Windelhöschen überhaupt vom Baby getragen wird. Falls nicht, ist es aber auch nicht so schlimm, immerhin muss dann der Hase nicht vollkommen unbekleidet rumliegen. Der stammt auch noch aus meinen Kindertagen, misst von der Ohrspitze bis zur Fußsohle 56 Zentimeter und vermittelt somit einen guten Eindruck, wie unser Bettchen später befüllt aussehen könnte. 

Montag, 25. Juni 2012

Meine Beute vom Wochenende

Das vergangene Wochenende hat mir allerhand neue Projekte beschert. Ich bin immer noch ganz berauscht und kann mich nur mit Müh und Not davon abhalten, mit den unwichtigen Dingen zu beginnen. In meinem Kopf aktualisiere ich unentwegt meine ToDo-Liste und muss dabei feststellen, dass Mutterschutz gar nicht soviel anders ist als meine Erwerbstätigkeit ;)

Hier zunächst erst einmal das Sahnestück vom Beutezug:
Durch einen glücklichen Zufall bin ich zu einem Stubenwagen gekommen. Dieses gute Stück kann zwar noch keine 20-jährige Geschichte vorweisen, hat aber immerhin schon 6 kleine Enkelkinder beschützt und wurde von der stolzen Oma bei einem richtigen Korbmacher in Auftrag gegeben. Und was diesem tollen Stubenwagen nun noch fehlt, ist natürlich ein schöner Himmel und ein kuscheliges Nestchen.

Weitere Beutestücke fand ich dann bei meiner Mama. Tüten für die Altkleidersammlung waren von meiner Mama gepackt und von mir wieder sorgfältig auseinander genommen worden. Diese alten Unterhemden aus DDR-Zeiten haben so schöne Farben und Muster. Keiner weiß, was das für ein Material ist, aber durch die Jahre sind sie einfach unheimlich weich:
Die Unterhemden sind links im Bild. Das Untere ist noch eine lange Unterhose in toller Ripp-Qualität und ohne Flecken. Rechts sieht man noch ein altes Kinder-T-Shirt von mir und meiner Schwester, sowie Kindertaschentücher und zwei Biberbettlaken. Aus den Bettlaken werde ich kleine Stubenwagen und Beistellbett-Laken nähen. Aus den Unterhemden werden Baby-T-Shirts und vielleicht auch eins für mich.

Mein Beutezug endete allerdings noch lange nicht am Kleiderschrank meiner Eltern. Zufällig war am Samstag nämlich zum ersten Mal Stoffmarkt in Dresden und ich brauchte ja uuuuuuunbedingt Stoff für den Stubenwagen. Also nix wie hin. Ich war noch nie auf dem Stoffmarkt in Potsdam, da ich kein großer Freund von Menschenaufläufen bin. Meine Hoffnung war demnach, dass es in Dresden bestimmt nicht soooo voll sein wird. Da wohnen ja nicht so viele Leute ;) Meine Hoffnung wurde sogar erfüllt. Also der Markt war zwar gut besucht, aber man musste an den Ständen nicht ewig warten, bis der erwünschte Stoff zugeschnitten wurde.

Beute 3. Teil:
Wie man sieht, habe ich nicht nur Stoff für den Stubenwagen gekauft, aber das wäre ja auch unglaubwürdig. Genau genommen musste ich mich immer wieder ermahnen, nach geeigneten Baumwollstoffen Ausschau zu halten und mich nicht ständig von den tollen Jerseys ablenken zu lassen. Die Giraffen mussten aber unbedingt mit und dazu noch passendes Bündchen in Orange und Rot. Das Quietschding brauche ich für diese süße Giraffe (passend zum Jersey ;) Das gelbe Webband musste mit, weil ich noch kein gelbes Webband hab und die beschichtete Baumwolle mit Sternchen und Punkten musste wegen dieser tollen Farbkombi mit. Auf die Frage, was man damit machen kann, regierte ich erst mal nur mit zusammenhanglosen Gestammel. Aber sowas muss man ja auch nicht vorher wissen. Lätzchen sollen ja ganz praktisch sein ;)

Ich bin dann mal den Stubenwagen ausmessen. Das hätte man vielleicht auch vor dem Gang zum Stoffmarkt machen können, aber ich habe einfach mal reichlich Stoff gekauft. Der ist so schön, da ist es nicht schlimm, wenn auch noch etwas übrig bleibt :)

Mittwoch, 20. Juni 2012

Noch mehr Leinen zum Verlieben

Dieser Naturleinen ist einfach toll. Ich liebe diesen Farbton und auch die Qualität des Stoffes. Wahrscheinlich ist es ganz egal, was man aus diesem Stoff näht - das Ergebnis wird immer bezaubernd. So auch bei meinem heutigen Projekt:

Meine Mama wünscht sich einen Topflappen zum Geburtstag, nachdem ihr der vom letzten Jahr so gut gefallen hat und ein Topflappen allein ja nicht sehr praktisch ist.

Den Schnitt für den Topflappen-Handschuh habe ich mir selbst gebastelt und mich dabei von den Modellen bei Ikea inspirieren lassen. Er besteht im Grund nur aus einem Oval für die Grifffläche und zwei Rechtecken, die an einer Seite der Rundung des Ovals folgen. Und da der Daumen kürzer ist als die Finger, ist das Oval nicht symmetrisch, sondern zu einer Seite verkürzt. Kann man sich das so vorstellen?? ;)

Damit das gute Stück auch ein originelles Unikat wird, habe ich mir ein hübsches Stickmotiv überlegt und mit meinem Stopffuss freihand gestickt. Zum ersten Mal habe ich dabei Vlieseline verwendet. Das funktioniert wirklich super. Man kann sich dabei voll auf die Stoffführung konzentrieren und das Ergebnis entspricht mehr dem, was man sich vorgestellt hat. Auch die Rückseite sieht dieses Mal ganz entzückend aus, so dass es beinah schon schade ist, dass man sie nie wieder zu Gesicht bekommen wird. Aus diesem Grund habe ich sie auch gleich fotografiert :)

Stickmotiv von hinten und vorn
Das ist nun der dritte Topflappenhandschuh, den ich genäht habe. So langsam könnte ich in Produktion gehen ;) Die Grifffläche ist mit Thermolan und Volumenflies gefüttert. Zum Test habe ich einfach mal beherzt an die Unterseite des Bügeleisens gegriffen - keine Verbrennungsgefahr :) Bei meinem allerersten Handschuh nach einem anderen Vorbild (im zweiten Bild unten rechts zu sehen) hatte ich nur eine Lage Thermolan zum Hitzeschutz verwendet, was nicht zu 100 Prozent zufriedenstellend ist, da die Hitze eines Backbleches noch zu sehr durchdringt.

Donnerstag, 14. Juni 2012

Ich habe ein Kissen genäht.

Das ist an sich keine große Sache. Im Grunde das einfachste auf der Welt und für viele wahrscheinlich das erste, was sie im Leben genäht haben. Und so war es ja auch bei mir in meinem ersten Nähkurs. Ich hatte eine Kissenhülle genäht.
Warum ich hier trotzdem über mein Kissen schreibe? Ich bin einfach total verliebt in das Ergebnis und könnte das Kissen die ganze Zeit betrachten. Es ist dabei auch so unheimlich individuell. Allein die Maße von 34 x 43 Zentimeter sind eine Hommage an das Selbermachen. Diese sind im Übrigen dem reinen Zufall geschuldet. Ich habe nicht nur eine Kissenhülle genäht, sondern auch das Innenkissen selbst gefertigt und zwar aus zwei Reststücken günstigster Ikea-Baumwolle. Und da diese beiden an der schmalsten Stelle eben 36 Zentimeter breit waren, war das auch gleich mein Maß.
Im Grunde ist mein Kissen ein Blumenstrauß für meine Mama. Ein Blumenstrauß, der nicht verblüht und ihr somit das ganze Jahr sagt, dass sie die liebste Mama auf der Welt ist.
Und so sieht es aus:
Obwohl es nur ein Innenkissen ist, habe ich die Wendeöffnung dennoch per Hand geschlossen. Bisher fand ich das ja immer eher lästig, aber seit der Wendeöffnung an meiner Wickeltasche habe ich das Meditationspotenzial von Handnähten entdeckt.
Der verwendete Stoff stammt von Frau Tulpe. Ein ungefärbter Leinenstoff und der Blumenstoff von Lotta Jansdotter.
Und, seid ihr jetzt auch verliebt in dieses Kissen? ;)

Samstag, 9. Juni 2012

Anton komm spielen

Ich muss es zugeben: es war mal wieder Hella, die mir den Impuls gab, das Schnittmuster zu kaufen und Anton zu nähen. Es ist ja langsam schon etwas peinlich, aber ich will es nicht leugnen. Geliebäugelt habe ich mit dem Schnitt schon lange, aber erst als ich Hellas schönes Exemplar sah, rutschte das Projekt "Anton" direkt auf Platz 1 meiner ToDo-Liste.

In meiner Erinnerung nennt man einen solchen kurzen Einteiler "Spieler" und ich habe dabei auch ein ganz bestimmtes Foto von meiner Schwester vor Augen, weshalb ich erst einmal die kurze Variante nähte. Und weil ich es gar nicht erwarten kann, dass unser Baby dieses süße Teil trägt, habe ich die kleinste Größe genäht. Ohne Erfahrung mit solchen Sachen zu haben, würde ich aber meinen, dass er nicht nur ein paar Wochen passen wird.

Den Stoff habe ich extra für meinen Papa ausgewählt. Der fährt nämlich täglich mit dem Traktor über den Hof und füttert die Kühe. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass das ein vollkommen geschlechtsneutraler Stoff ist, der die Dorfkindwurzeln unseres kleinen Berliners kitzeln soll :)

Zum Schnitt kann ich noch sagen, dass er echt fix genäht ist. Also zumindest für meine Verhältnisse bin ich sehr überrascht. Die im eBook beschriebene Variante für die Kantenversäuberung geht deutlich schneller, da man mit dem Zickzack-Stich nicht so genau schauen muss, dass man die Kante auf der Rückseite trifft. Ich werde sicherlich bald das nächste lange Exemplar präsentieren können. Außerdem stehen auf meiner Nähliste allerdings noch immer die Kinderwagendecke aus den Stofffitzelchen, ein Schlafsack und das Nästchen fürs Bettchen. Zum Glück ist am Montag mein letzter Arbeitstag. Dann werde ich genügend Zeit haben, um meine Pläne umzusetzen.

Dienstag, 5. Juni 2012

Wickeltasche Willow

Ich wollte mir schon lange einmal ein eBook von Lillesol und Pelle kaufen und auf der Suche nach eine Idee für eine Wickeltasche war ich ebenso. Als ich dann bei Hella ihr schönes Exemplar sah, war es kein großer Schritt bis zum Klick auf den Warenkorb. Den Stoff, ein wasserfester Cordura von Funfabric, hatte ich bereits gekauft, bevor ich wusste, wie die Wickeltasche einmal werden sollte. Ich wusste nur, dass mich die Wickeltasche nicht davon abhalten sollte, auch bei Regen loszuziehen :)


Für die Wickelunterlage habe ich einen schönen Wachsstoff verwendet, den ich auch bereits seit einiger Zeit in meinem Stofflager habe. Im Inneren entschied ich mich für einen gelben Patchworkstoff, da ich den passenden gelben Uni-Stoff für die Taschen gerade parat hatte. Bei meinem Design habe ich versucht sehr schlicht zu bleiben, damit sich der werdende Papa in seiner Elternzeit nicht schämen muss. Als ich ihm das Ergebnis dann stolz präsentierte, meinte er jedoch nur: "Wickeltaschen sind doch nie besonders neutral" Ich hätte mich demnach also auch austoben können... Aber na ja. Immerhin war ein weiterer Kommentar vom Liebsten: "Na, das sieht doch ganz professionell aus." Und was wünscht man sich mehr ? :)

Die Befestigung der D-Ringe habe ich im Bild besonders hervorgehoben, da ich hier mit meiner Maschine durch 9 Lagen Cordura musste. Kein Kinderspiel.

D-Ringe, Haken, Gurt- und Schrägband sind übrigens aus diesem schönen DaWanda-Lädchen und von sehr schöner Qualität. Das Zubehör für meine nächste Tasche (ich liebäugle derzeit mit der Little Holiday Bag) werde ich bestimmt auch wieder dort bestellen.

Sonntag, 3. Juni 2012

Frühjahrsputz im Nähzimmer

Derzeit habe ich einige angefangene Projekte im Nähzimmer rumliegen. Wie man sich vorstellen kann, sorgt das nicht unbedingt für Ordnung. Also machte ich mich daran mal wieder aufzuräumen. Dabei stieß ich auf eine altes T-Shirt meines Mannes, dessen Ärmel ich bereits entfernt hatte. Also quasi ein begonnenes Projekt. Dieses zu beenden, wäre demnach ein Schritt in Richtung "Ordnung". 
Als Schnitt für meinen Recycling-Plan hatte sich Joana (hier und hier) in der Vergangenheit bereits bewehrt und so war es ein schneller Weg vom Nähtisch in den Kleiderschrank.

Hier mein Ergebnis:
Picmonkey kann jetzt endlich auch Collagen - Juhuu!
Die Verarbeitung war mal wieder eine Freude, da meine Overlock immer noch fantastisch gleichmäßige Nähte produziert und ich außerdem in meinem neuen "Anton"-Ebook gelesen habe, dass Overlocknähte bombenfest halten, wenn man am Ende beherzt an einem der Greiferfäden zieht und es funktioniert wirklich einwandfrei.

Und in meinem Nähzimmer ist es tatsächlich etwas ordentlicher geworden. Sogar den Pinsel habe ich gezückt und meine beiden Maschinen von den Flusen der letzten Wochen befreit. Wir machen uns bereit für den Mutterschutz und die Beendigung der vielen noch offenen Projekte.