Dienstag, 31. Januar 2012

Recycling aus Liebe

Ich habe mal wieder genäht. Natürlich habe ich mich an meinen Vorsatz gehalten und erst einmal etwas für mich genäht. Der Vorsatz ist aber wirklich großer Mist, da ich irgendwie gar keine Lust habe, für mich zu nähen. Die meisten Sachen passen mir sowieso noch und ohne großen Bauch kann ich mir auch nicht vorstellen, richtige Umstandsmode zu fabrizieren.
Also nähte ich mir eine Weste. Eine Weste aus dem restlichen Stoff meines Blazers. Endlich mal etwas aus meinem Japanischen Nähbuch. Und weil ich auch noch Futterstoff übrig hatte, fütterte ich die Weste.

Meine Vorstellung war jedenfalls, dass man mit einer kleinen Weste ein einfaches T-Shirt oder Langarmshirt aufpeppen könnte. Leider war ich etwas zu lässig bei der Arbeit. Ich las in der Maßtabelle: Größe L - Oberweite = 88 Zentimeter und dachte ok, das ist mehr als ich so habe - passt! Aber nö! Dass die Oberweite mit der Schwangerschaft gewachsen ist, ist mir durchaus aufgefallen. Aber so? Nachmessen wäre sicher sinnvoll gewesen. Mir gefällt die Weste, aber derzeit steht sie unschön ab. Mal sehen, wie es aussieht, wenn der Bauch im gleichen Maße vorsteht. Vorerst verschone ich euch mit Fotos am Objekt ;)
Aber warum heißt dieser Blog-Eintrag so wie er heißt? Die Weste war ja nur die Pflicht. Kommen wir zum Spaßteil - Zwergenverpackung die Dritte :)
Als ich die Weste so zuschnitt und mir den übrig gebliebenen Stoffrest betrachtete, sah ich sofort eine klitzekleine Hose. Aber der Stoff ist doch ziemlich derb für zarte Babyhaut und so stand für mich schnell fest, dass ich die Hose füttern werde und zwar mit schönem weichen Flanell. Als ich dann schon mal im Internet recherchierte, was es denn so für schöne Flanellstoffe gibt, erinnerte mich mein Mann natürlich sofort an mein kühnes Versprechen, welches ich im November noch im Stoffwahn von mir gab: "Keine Stoffkäufe bis März" Ich sprach wirklich im Fieber, aber andererseits ist es ja auch eine Herausforderung, wirklich erst einmal aufzubrauchen, was man gerade da hat. Und ich hatte Flanell da - in Form einer alten, geliebten Schlafanzughose, die bereits diverse Löscher aufwies...
Und so kam es, dass ich beherzt zur Schere griff...
Natürlich schnitt ich nur soviel ab, wie ich für die Hose benötigen würde. Der Rest der Hose wird als Flanellshorts noch eine Weile überleben, bis ich mal wieder dringend Flanell brauche.

Ich habe die Hose in Größe 62/68 genäht, da ein kleines Juli-Baby bestimmt keine gefütterte Flanellhose braucht, wenn es auf die Welt kommt, oder?

Neben dem Fischgrätstoff haben die Hose und die Weste aber noch mehr Gemeinsamkeiten.
Bei beiden Kleidungsstücken handelt es sich um Wendekleidung ohne sichtbare Nähte. Aus diesem Grund haben beide eine Wendeöffnung, die jeweils noch unverschlossen ist und auf meinen Handarbeitseinsatz wartet. Und was viel schlimmer ist: beides Mal habe ich den gleichen Fehler gemacht und schön das Futter und den Außenstoff rechts auf rechts gelegt und komplett genäht. Das ist dann schon ein komisches Unterfangen, wenn man versucht, das geschaffene Gebilde zu wenden. Bei der Hose habe ich mich gleich beim Wendeversuch erinnert, wie man es richtig macht (an der Fußöffnung nicht verbinden und dann nach dem Wende die Beine jeweils durch die Wendeöffnung holen, wie bei einer gefütterten Jacke, die Ärmel... Eine Anleitung dazu hatte ich schon vorher hier gefunden.). Bei der Weste jedoch war ich sehr froh, dass ich mir die Burda-Nähschule gekauft habe. Bei einer gefütterten Weste näht man die Schulternähte des Futter- und Außenstoffs nicht aneinander und holt nach dem Wenden diese durch die Wendeöffnung zum Nähen. Da wäre ich nicht so einfach drauf gekommen... Im Übrigen habe ich den Fehler beim Blazer auch schon gemacht. Ich hoffe, dass hier alle guten Dinge drei sind und ich nun wirklich daraus gelernt habe.

Kommentare:

  1. Jaaaa, das mit dem Wenden ist echt so eine Art Gehirnjogging. Ich habe das auch gerade wieder bei einem Kleid hinbekommen. Man müsste es doch so langsam mal begreifen. Aber nö - schon wieder passiert.
    Es macht übrigens wirklich Spaß zuzusehen, was du für putzige kleine Sachen nähst. Das ist so süß!

    LG, Kirstin

    AntwortenLöschen
  2. Oha, da wird euer Kind garantiert das Bestgekleidetste weit und breit sein. Sehr chic die Hose.
    Das mit den Umstandssachen ist so eine Sache... Tatsächlich waren die meisten Sachen, die ich genäht hatte, wirklich bis kurz vor Ende der Schwangerschaft zu groß. Und für vier Wochen hat es sich auch nur mäßig gelohnt. (90% meiner Tshirts haben übrigens bis zum Tag der Entbindung noch gepasst. Hurra für Elastan). Und da du auch noch im Sommer hochschwanger sein wirst... Naja, dann würde ich an deiner Stelle meine Nähenergie eher in Hose und Rock investieren.
    Just my two pence.
    Liebe Grüße, Ulrike

    AntwortenLöschen
  3. ein guter vorsatz dass mit dem stoffkaufverbot bis märz, hab mir das auch vorgenommen, hab aber längst nicht so viel disziplin wie du!! die hose ist sehr süß geworden, die stoffe passen super zusammen und auch die weste ist toll, auch wenn sie noch nicht oder nicht mehr passt.:-)
    lg julia

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Minnies,

    die Hose ist sooo süß. Tolle Idee mit dem Stoff-Recycling aus der Schlafhose.

    Drück Dir die Daumen für deinen Stoffkaufverbot, jetzt sind es ja nur noch Tage. Kannst Du solange dem Stoff und Stil-Katalog noch widerstehen?

    Lieber Gruß, Muriel

    AntwortenLöschen

Hallo. Schön, dass du mir einen Kommentar hinterlassen möchtest. Ich habe die Kommentare moderiert und sie werden nach Freigabe sichtbar.