Dienstag, 31. Januar 2012

Recycling aus Liebe

Ich habe mal wieder genäht. Natürlich habe ich mich an meinen Vorsatz gehalten und erst einmal etwas für mich genäht. Der Vorsatz ist aber wirklich großer Mist, da ich irgendwie gar keine Lust habe, für mich zu nähen. Die meisten Sachen passen mir sowieso noch und ohne großen Bauch kann ich mir auch nicht vorstellen, richtige Umstandsmode zu fabrizieren.
Also nähte ich mir eine Weste. Eine Weste aus dem restlichen Stoff meines Blazers. Endlich mal etwas aus meinem Japanischen Nähbuch. Und weil ich auch noch Futterstoff übrig hatte, fütterte ich die Weste.

Meine Vorstellung war jedenfalls, dass man mit einer kleinen Weste ein einfaches T-Shirt oder Langarmshirt aufpeppen könnte. Leider war ich etwas zu lässig bei der Arbeit. Ich las in der Maßtabelle: Größe L - Oberweite = 88 Zentimeter und dachte ok, das ist mehr als ich so habe - passt! Aber nö! Dass die Oberweite mit der Schwangerschaft gewachsen ist, ist mir durchaus aufgefallen. Aber so? Nachmessen wäre sicher sinnvoll gewesen. Mir gefällt die Weste, aber derzeit steht sie unschön ab. Mal sehen, wie es aussieht, wenn der Bauch im gleichen Maße vorsteht. Vorerst verschone ich euch mit Fotos am Objekt ;)
Aber warum heißt dieser Blog-Eintrag so wie er heißt? Die Weste war ja nur die Pflicht. Kommen wir zum Spaßteil - Zwergenverpackung die Dritte :)
Als ich die Weste so zuschnitt und mir den übrig gebliebenen Stoffrest betrachtete, sah ich sofort eine klitzekleine Hose. Aber der Stoff ist doch ziemlich derb für zarte Babyhaut und so stand für mich schnell fest, dass ich die Hose füttern werde und zwar mit schönem weichen Flanell. Als ich dann schon mal im Internet recherchierte, was es denn so für schöne Flanellstoffe gibt, erinnerte mich mein Mann natürlich sofort an mein kühnes Versprechen, welches ich im November noch im Stoffwahn von mir gab: "Keine Stoffkäufe bis März" Ich sprach wirklich im Fieber, aber andererseits ist es ja auch eine Herausforderung, wirklich erst einmal aufzubrauchen, was man gerade da hat. Und ich hatte Flanell da - in Form einer alten, geliebten Schlafanzughose, die bereits diverse Löscher aufwies...
Und so kam es, dass ich beherzt zur Schere griff...
Natürlich schnitt ich nur soviel ab, wie ich für die Hose benötigen würde. Der Rest der Hose wird als Flanellshorts noch eine Weile überleben, bis ich mal wieder dringend Flanell brauche.

Ich habe die Hose in Größe 62/68 genäht, da ein kleines Juli-Baby bestimmt keine gefütterte Flanellhose braucht, wenn es auf die Welt kommt, oder?

Neben dem Fischgrätstoff haben die Hose und die Weste aber noch mehr Gemeinsamkeiten.
Bei beiden Kleidungsstücken handelt es sich um Wendekleidung ohne sichtbare Nähte. Aus diesem Grund haben beide eine Wendeöffnung, die jeweils noch unverschlossen ist und auf meinen Handarbeitseinsatz wartet. Und was viel schlimmer ist: beides Mal habe ich den gleichen Fehler gemacht und schön das Futter und den Außenstoff rechts auf rechts gelegt und komplett genäht. Das ist dann schon ein komisches Unterfangen, wenn man versucht, das geschaffene Gebilde zu wenden. Bei der Hose habe ich mich gleich beim Wendeversuch erinnert, wie man es richtig macht (an der Fußöffnung nicht verbinden und dann nach dem Wende die Beine jeweils durch die Wendeöffnung holen, wie bei einer gefütterten Jacke, die Ärmel... Eine Anleitung dazu hatte ich schon vorher hier gefunden.). Bei der Weste jedoch war ich sehr froh, dass ich mir die Burda-Nähschule gekauft habe. Bei einer gefütterten Weste näht man die Schulternähte des Futter- und Außenstoffs nicht aneinander und holt nach dem Wenden diese durch die Wendeöffnung zum Nähen. Da wäre ich nicht so einfach drauf gekommen... Im Übrigen habe ich den Fehler beim Blazer auch schon gemacht. Ich hoffe, dass hier alle guten Dinge drei sind und ich nun wirklich daraus gelernt habe.

Sonntag, 29. Januar 2012

Initiative Sonntagssüß - Eine amerikanische Versuchung

Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, jeden Sonntag einen Kuchen zu backen. Der Entschluss stammt eigentlich bereits aus dem vergangenen Jahr, als ich Susanne Klingners Buch "Hab ich selbst gemacht" gelesen habe. Susanne selbst ersetzt in ihrem Selbermach-Jahr den normalen Süßigkeitenkonsum mit selbst gebackenen Kuchen. Ich fand die Idee super und da ich Kuchen auch sehr mag, wollte ich das übernehmen. Besonders motiviert war ich auch schon dadurch, dass ich durch mangelnde Erfahrung jedes Jahr ins Schwitzen gerate, wenn es darum geht für die Kollegen den obligatorischen Geburtstagskuchen zu backen.

Neues Jahr, neues Glück - und bisher hat es auch gut funktioniert. Vier Kuchen habe ich bereits gebacken und heute muss ich auch wirklich endlich davon berichten, denn das, was heute bei uns auf dem Kaffeetisch stand, ist eine wahre Versuchung - Mississippi Mud Pie!

Letzte Woche haben wir uns extra dazu noch die passende Form besorgt und diese Woche sind 250 Gramm beste Schweizer Schokolade mit 300 Gramm Sahne und der gleichen Menge Zucker vermengt wurden. So sieht das dann aus:


Der Kuchen entstand in Teamarbeit und die Herstellung der Schokoröllchen habe ich nach einigen Versuchen entnervt an den Mann abgegeben. Der Boden ist ein Mürbeteig mit Espresso, darauf befindet sich dann die Schoko-Sahne-Zucker-Masse, die auch nach 50 Minuten Backzeit noch schön saftig ist. Nach völligem Erkalten werden dann noch einmal zwei Becher Sahne obendrauf verteilt und abschließend wird der Kuchen mit den Schokoröllchen verziert. Das Rezept gibt es bei Chefkoch und war dort im September 2011 ein Rezepttipp.

Lecker war's und es wartet noch etwas zum Naschen für die Woche im Kühlschrank. :)

Die anderen Teilnehmer werden bei Pinterest versammelt. Das ist echt eine gute Idee :)

Mittwoch, 25. Januar 2012

Me Made Mittwoch #14 - Solange es noch geht

Als ich vergangene Woche bei Catherine die MMM-Spielregeln Ergänzung gelesen habe, viel es mir wie Schuppen von den Augen. Was wäre der MMM, wenn man jede Woche etwas Neues präsentieren müsste? 52 neue Kleidungsstücke pro Jahr, wenn man den Ehrgeiz hat, ein ganzes Jahr mitzumachen, so wie es sich Ulrike vorgenommen hat. Das wäre ein ganz schönes Programm und das Hobby würde leicht zum Freizeitstress.
Also besann ich mich lieber und erinnerte mich noch einmal an die vielen Sachen, die ich im vergangenen Jahr genäht habe und vielleicht noch gar nicht so oft getragen habe. Ich habe ein paar Teile, besonders die Sorbetto-Tops, die eigentlich ziemlich weit sind und die ich daher bestimmt noch eine Weile anziehen kann. Daher griff ich heute nach einem eher figurnahen Hemd - ganz nach dem Motto: Solange es noch geht. Ich musste einen Pullunder kombinieren, damit man nicht so sieht, dass es doch um den Busen bereits etwas knapp sitzt ;)

So sah ich heute also aus:
Und alle anderen MeMade-Damen haben sich natürlich wie immer bei Catherine versammelt. Hier entlang.

Sonntag, 22. Januar 2012

One for me, one for you...

...das ist mein Plan für dieses Jahr. Nach jedem Zwergenstück kommt eins für mich und umgedreht. Nach der Amy zückte ich also wieder die Zwergenverpackung und pauste den nächsten Schnitt ab. Die Jacke hatte ich in 62/68 genäht, da der Zwerg ein Julikind werden soll und da braucht man sicher keine gefütterte Fleecejacke. Das Shirt ist jetzt aber in einer zuckersüßen 50/56.

Es handelt sich hierbei wieder um ein Recycling-Projekt und ich bin sehr froh darüber, denn bei diesem scheinbar einfachen Shirt ging einfach alles schief.

Hier das Ausgangsmodell:
 Es handelt sich dabei mal wieder um ein altes ausgewaschenes Shirt vom Herrn Gemahl. Genau genommen ist es ein Shirt der Fechtmeisterschaft 2005 in Leipzig. Hat demnach schon 6 Jahre auf dem Buckel ;) Ich habe mit Fechten und Leipzig nix zu tun, aber da der Aufdruck gut auf das Shirt passte, wollte ich ihn behalten. Dabei war das Ausgangsshirt groß genug, um großzügig am Aufdruck vorbei arbeiten zu können.
Und was ist nun schief gegangen? Den Zwergenverpackungsnäherinnen fällt es sicher sofort auf. Mir kam der Anblick am Anfang nur komisch vor. Ich kenne diese Shirts mit dem amerikanischen Ausschnitt. Ich habe ja schon viele Babies gesehen und die tragen diese Shirts häufiger. Aber irgendwie sieht mein Shirt gar nicht so sehr danach aus. Leider ist mir zu spät klar geworden, woran das liegt: ich habe diese Schulterzipfel verkehrt herum gelegt und jetzt sieht es von hinten so aus, wie gewöhnlich von vorn.
Na ja, das ist aber noch nicht alles. Beim Zuschnitt habe ich die Ärmel so aufgelegt, dass ich die Cover-Naht der Ausgangs-Ärmel gleich nutzen kann. Als ich dann beide Ärmel an das Shirt genäht hatte, guckte mich plötzlich die falsche Seite dieser Naht an. Der Stoff ist eigentlich von recht und links nicht wirklich zu unterscheiden, aber da ich den Saum ja verwenden wollte, durfte ich auch mal in den "Genuss" kommen, eine 4-Faden-Sicherheitsnaht aufzutrennen.
Und da kommen wir zum dritten Punkt: Die Overlocknaht sieht unmöglich aus. Ich habe zu meiner Maschine eine Anleitung, in der die Fadenspannung für jede Naht nach Materialschwere (leicht, mittel, schwer) angegeben ist. Ich entscheide mich meist für mittel... Nun ja, das passte aber nicht. Der äußere Nähfaden wurde immer nach oben gezogen. Ich erhöhte die Spannung hier und verringerte die Spannung da, aber das Nahtbild entsprach nicht der Erwartung und auch keinem der Fehlerbilder. Ich gab dann auf und dachte mir: "Es wird schon nicht auseinander fallen". Und als ich dann alles zusammenpackte und schön aufräumte, sah ich, dass sich der Faden, der die ganze Zeit an dem äußeren Nähfaden "gezogen" hatte, an der Aufhängung verknotete hatte und somit mit extremer Spannung genäht wurde. Kein Wunder!!!

Also mein Fazit: Recycling-Projekte sind klasse, um den routinierten Umgang mit der Overlock zu erlernen.

Samstag, 21. Januar 2012

Kleiner Weihnachtskleid-Sew-Along Nachtrag

Zuerst einmal möchte ich mich für eure lieben Glückwünsche bedanken. Es ist wirklich schön eure Kommentare zu lesen. Ich freue mich über jeden Einzelnen und auch die Tatsache, dass mein Blog von so vielen lieben Menschen regelmäßig gelesen wird. Danke! :)

Gestern war der Tag, an dem ich meinem Teamleiter in meinem Weihnachtskleid offiziell mitteilte, dass ich schwanger bin. Er war nicht überrascht, genau wie ihr, die ihr die Zeichen richtig gedeutet habt.

Doch nun zum eigentlichen Anliegen meines Beitrages: Zum Sew-Along-Finale hatte ich geschrieben, dass mein Kleid von innen genauso hübsch aussähe, wie von innen, da ich das Futter mit dem Saum verbunden habe und somit keinerlei Nähte zu sehen sind. Nun kam berechtigter Weise von Verena  (Mohnrot) die Frage, ob es nicht auch ein Bild vom Wendekleid gäbe. Natürlich möchte ich euch das nicht vorenthalten. Hier also mein Kleid von innen (es ist mal wieder nicht gebügelt, aber es muss gleich in die Wäsche und vorm Waschen zu Bügeln kam mir dann doch etwas übertrieben vor):

Außerdem war gestern bei uns auf Arbeit ein Kamerateam, um einen Imagefilm über unsere Firma zu drehen. Es wurde bereits vorher angekündigt, dass man an diesem Freitag eher Business als Casual tragen sollte und so nahm ich dies zum Anlass, mein Weihnachtskleid noch einmal auszuführen, bevor der Babybauch nicht mehr reinpasst. Ich war wirklich erstaunt, wie gut angezogen man sich in einem Kleid auf Arbeit fühlt. Aber die Knöpfe muss ich unbedingt noch ersetzen umbenennen. Auch wenn das Wort "XMAS" doch sehr dezent ist, passt es ja nicht zur Arbeit. Vielleicht sollte ich stattdessen das Wort "WORK" wählen ;) Oder habt ihr vielleicht eine gute Idee für mich?

Freitag, 20. Januar 2012

Ein Wunsch geht in Erfüllung.

Seit ich angefangen habe mit Nähen, habe ich meine Stoffe auch immer wieder mal bei DaWanda bestellt. Dabei stieß ich häufig in den Läden, die schöne Stoffe und Bänder anboten, auch auf U-Heft und Mutterpasshüllen. Ich fand die so schön, dass ich mir bald wünschte auch einen Mutterpass zu haben, für den ich eine schöne Hülle nähen könnte. Das ist vielleicht eine komische Motivation, da mit dem Erhalt des Mutterpasses ja auch eine ganz andere wichtige Änderung im Leben einhergeht. Aber nichtsdestotrotz, ich hab mich riesig gefreut, als ich meinen eigenen Mutterpass und das zugehörige Bildchen in den Händen hielt und dann hat es noch mehr als einen Monat gedauert, bis ich endlich meine Hülle nähen konnte. Die Übelkeit der ersten Wochen war so stark, dass an Nähen gar nicht zu denken war und als ich dann doch mal nähte, bemühte ich mich natürlich mein Kleid fertig zu bekommen. 

Die Mutterpasshülle war somit das Letzte, was ich 2011 genäht habe.
Es war gar nicht so einfach, sich für ein Motiv zu entscheiden. Mir war klar, dass ich meinen Stopffuß ausprobieren wollte, um frei Hand darauf zu sticken. Aber was?

Ich entschied mich für einen Teddy. Selbst entworfen :)


Die Hülle selbst ist aus dem Stoff genäht, aus dem ursprünglich das Weihnachtskleid werden sollte. Der Jeansstoff, der noch etwas Kettenfett vom Fahrrad des Mannes trägt, welches beim Waschen nicht rausging, gehört zu einer alten Hose vom Papa. Und dann hat der Teddy noch eine kleine Ente an der Schnur. Diese ist aus dem senfgelben Stoff des Weihnachtskleids.

So sieht es dann im Ganzen aus:

Was ich mich im Nachhinein gefragt habe: wie näht man eigentlich so eine Hülle? Ich habe jetzt die Plastikhülle um den Mutterpass gelassen und beides zusammen mit meiner Stoffhülle versehen. Ansonsten knickt der Pass viel zu leicht. Bei Muriel sieht es aber eigentlich nicht so aus, als wäre die Plastikhülle noch in Verwendung. Hat da vielleicht jemand einen Tipp? Für die Mutterpasshülle ist es nun zu spät, aber es wird ja noch eine U-Hefthülle geben. Später dann :)

Mittwoch, 18. Januar 2012

Me Made Mittwoch #13 - Amy inkognito

Seit dem Weihnachtskleid habe ich ja nicht viel für mich genäht und eigentlich habe ich insgesamt nicht so oft genäht. Aber heute gibt es mal wieder etwas Neues. Eine Amy wollte ich schon haben, seitdem der Schnitt erschienen ist und so habe ich mir noch letztes Jahr den Schnitt besorgt, gedruckt, geklebt und ausgeschnitten. Dann kam das nächste Problem: Welchen Stoff sollte ich dafür verwenden? Im November hatte ich ja geschworen, dass ich bis März keinen neuen Stoff kaufen werden, da ich im Stoffekontor so zugeschlagen habe. Dann war da noch dieser tolle weiche Knittercord. Aus diesem Cord sollte unbedingt ein Ballonrock werden, da ich mir gut vorstellen konnte, dass diese Rockform die Knitterfalten gut zur Geltung bringen würden. Und da saß ich in der Zwickmühle: Amy ist kein Ballonrock. Also eigentlich nicht... Dann kam mir die Idee: Ich ziehe einfach einen Gummi in den Saum und schon habe ich die gewünschte Form. Nachdem ich mir schon länger den Kopf zerbrochen habe, wie ich mir am besten einen Ballonrock basteln kann, war ich begeistert von der Einfachheit dieser Idee. Na, und mit dem Ergebnis bin ich dann auch zufrieden. Der Rock ist mit Jerseybund, damit er noch eine Weile passt ;)

Hier also mein heutiges Outfit:
Ich trage zu meiner Inkognito-Amy meine Retro-Joana. Das Tolle am Nähen ist ja auch, dass man seine Kleidung perfekt aufeinander abstimmen kann und so ist das Bündchen der Joana aus dem gleichen Jersey wie der Jerseybund von Amy. Der Übergang ist also fließend.

Welche handmade-Outfits es heute noch zu bewundern gibt, hat wie immer Catherine hier zusammengetragen.

Montag, 9. Januar 2012

Aus uralt und riesengroß wird supersüß und klitzeklein

Nachdem mein letzter Post einen kleinen Rückblick über das vergangene Jahr lieferte, zeigt dieser Eintrag einen kleinen Vorgeschmack darauf, wohin die Reise in diesem Jahr gehen wird.

Seit meinem Stoffrausch im November habe ich meinem Mann versprochen bis März keinen neuen Stoff zu kaufen. Das heißt, ich kann mir jetzt mal den Kopf zerbrechen, was ich mit den ganzen 50 Zentimeterstücken so anstelle, die sich hier so angesammelt haben, die für Erwachsenenprojekte aber völlig unbrauchbar sind.

Dazu kommt noch die Alterkleiderlüge, die dazu geführt hat, dass aussortierte Sachen nicht mehr aus meinem Schrank in die Alterkleidertonne wandern, sondern einfach von rechts nach links. Das Stichwort lautet Recycling.

Und was macht man nun mit derlei kleinen Stofffitzelchen? Genau - man bestellt sich die Zwergenverpackung bei farbenmix und legt munter los.

uralt und riesengroß
Hier zu sehen ist die fein säuberlich zerschnittene und aufgetrennte ehemalige Lieblingsjacke vom Mann. Die Esstisch-füllenden Ausmaße lassen vermuten, dass bei dieser Jacke viel zu holen sei. Sie ist jedoch so abgenutzt, dass man besonders an den schwarzen Stellen mitunter durchgucken kann. Dennoch wollte ich diese schwarzen Streifen im Endprodukt wieder verwenden, also beschloss ich die Wendejacke zu nähen. Dabei kam mir noch zu Gute, dass ich mal bei einer früheren Bestellung 40 Zentimeter Restnicki bestellt hatte. 40 Zentimeter knallgelber Nickistoff - ich habe keine Ahnung, was ich mir bei der Bestellung damals gedacht habe, aber nun haben sie endlich ihre Bestimmung gefunden.
supersüß und klitzeklein
Die Jacke war dann auch gleich der Anlass, um endlich einmal eine Kam Snap-Zange zu bestellen. Und ich liebe sie! Der erste Anwendungsfall war unsere große Bettdecke. Ständig hatten wir nur den Bezug am oberen Ende und die Decke selbst war zerknüllt irgendwo im Bezug am Fußende. Jetzt habe ich Druckknöpfe an Bezug und Decke angebracht (eine gute Übung für den Umgang mit der Zange) und die Decke bleibt schön an Ort und Stelle.

Die Jacke ist so niedlich. Ich bin total entzückt.

Dienstag, 3. Januar 2012

Jahresrückblick 2012

Ursprünglich sollte dies mein letzter Post im Jahr 2011 werden, doch nun ist es der erste Eintrag für 2012. Auch gut :) Dann wünsche ich meinen lieben Lesern alles Gute für das neue Jahr und bedanke mich für eure lieben Kommentare. Ich hoffe auf ein spannendes 2012, in dem ich versuchen werde, meine zu kurz 

Das Jahr 2011 war mein Nähjahr. Alles, was ich kann, habe ich in diesem Jahr gelernt. Ok, wenn ich gaaaanz ehrlich bin, habe ich ja am 17.12.2010 meine allererste Lektion gelernt, aber das ist so nah am Beginn des Nähjahres 2011 dran, dass ich das mal großzügig mitzähle. Ich hoffe, ihr verzeiht ;)

Wie alles begann:
Es begann also mit einem Kopfkissenbezug mit Hotelverschluss im dreistündigen Nähkurs bei Frau Tulpe. Mein allererstes Nähprojekt inklusive applizierten Buchstaben: Zur Feier des Tages/ Jahres hier auch noch ein Bild.
Die Besonderheit des Kissens liegt auch darin, dass es genau die richtige Passform für unsere Kopfkissen hat, nämlich 40 x 80 Zentimeter. Das Jahr begann dann damit, beinah alle vorhandenen 80 x 80 Zentimeter  Bezüge entsprechend zu kürzen.
Ich lernte:
  • geradeaus Nähen
  • Versäubern von offenen Nähten
  • Säumen
  • Applizieren
  • richtiges Messen 
  • den Fadenlauf beachten

Januar:
Mein zweiter Nähkurs bei Frau Tulpe diesmal 3 x 3 Stunden. Ich nähte einen einfachen Rock mit Strickbündchen und eine gefütterte Handtasche. 
Ich lernte:
  • mit dehnbaren Stoffen arbeiten
  • Schrägband knappkantig nähen
  • einen Reißverschluss einnähen
  • ein Schnittmuster verwenden
Februar:
Ich war sehr motiviert. Im Februar buchte ich meinen dritten Nähkurs "Rund um den Rock". Vor Beginn brach ich mir den Arm.
Ich lernte:
  • einen Schnitt mit Links kopieren
  • vom Nähen zu träumen
März:
Der dritte Nähkurs umfasste zum Glück 5 Termine und so hatte ich nach Entfernen der Gipsschiene noch 6 Stunden Zeit, um einen Rock zu nähen. Voller Motivation stürzte ich mich in viele weitere aufgestaute Projekte und nähte einen Jerseypulli, ein Utensilo für den Flur und einen Topfhandschuh.
Ich lernte:
  • zu meinen Maßen stehen und nicht die 38 kopieren, nur weil ich keine 40 sein will
  • Abnäher nähen
  • einen nahtverdeckten Reißverschluss einnähen
  • einen Schnitt von einem Kleidungsstück abnehmen
  • wie man einen Raglanshirt nicht näht (wenn man einen Schnitt abnimmt, gibt es keine Anleitung...)
  • dass man Halsbündchen nicht in voller Länger zuschneidet, sondern gedehnt einsetzt
April:
Im April erschien die 5. Ausgabe der CUT und ich hatte ein Wochenende ganz für mich allein. Ich nähte das Shirt Momo. Dies war allerdings ein UFO oder TTF. Es ist bereits wieder in seine Einzelteile zerlegt. Dabei war es ein ausgezeichneter Stoff, nur die Verarbeitung von Seide war für mich einfach katastrophal. Im April kaufte ich mir auch endlich eine neue Nähmaschine, so dass nicht mehr der ganz Tisch vibrierte. Ich richtete mir ein kleine Nähecke im Schlafzimmer ein, so dass ich endlich auch mal meine Sachen liegen lassen konnte. Ich nähte eine Pyjamahose für draußen, in dem ich den Schnitt meiner Lieblingsschlafhose auf eine Jeans übertrug. Einen Passenrock kopierte ich ebenso von einem vorhandenen Rock aus meinem Kleiderschrank. Und ich entdeckte den MeMadeMittwoch. Zu der Zeit sah ich viele Valeskas und bestellte meine ersten Schnittmuster bei farbenmix. Die Idee zum Bloggen war geboren.
Ich lernte:
  • meine neue Nähmaschine kennen
  • mit Enttäuschung umzugehen und trotzdem nicht die Lust am Nähen zu verlieren
  • eine einfache Hose nähen
  • Futter verarbeiten
Mai:
Im Mai begann ich dann auch das Bloggen und von hier an wird auch der Rückblick einfacher. 
Ich kaufte die Bücher von Wendy Mullin, bestellte mir Kurvenlineale und war motiviert, nur noch nach meinen eigenen Schnitten zu nähen, um das Maximum der Individualität zu erreichen. Ich nähte zwei Taschen, einen Blazer aus Sweatshirtstoff, diverse Röcke mit Taschen, u.a. meine erste Valeska, eine Tunika, begann diverse Kleider, die sich alle als Säcke erwiesen und träumte von meinem Sommerkleid.
Ich lernte:
  • Schnittmuster anpassen
  • Weite raffen
  • Schrägband am Ausschnitt zu dehnen
Juni:
Im Juni erhielt ich endlich meine Schneidematte und den zugehörigen Rollschneider. Ich nähte Allerhand aus Stoffresten zusammen. Außerdem widmete ich mich ein wenig dem "etwas anderen Nähbuch" und übte mich im Freihandsticken. Ich begann bereits ältere Projekte, die nicht gelungen waren, wieder aufzutrennen, um etwas noch Besseres daraus zu schaffen.
Ich lernte:
  • etwas exakter zu arbeiten
  • einen Stickrahmen unter meiner Nähmaschine zu platzieren (alles abschrauben, was geht)
  • einen Burdaschnitt ändern, bis er endlich passt
  • in Zukunft mehr als 50 Zentimeter vom Stoff zu bestellen
Juli:
Im Juli hatte ich es endlich geschafft, ein Kleid für mich zu nähen, dass passte und mir sogar richtig gut gefiel. Der Schnitt war aus einer Burda und ich brauchte nur etwas Weite an der Taille wegnehmen. Dies war meine Versöhnung mit den sonst so unförmigen Modellen dieser Nähzeitschrift. Da ich bei meinen selbstgebastelten Schnitte auch keine schnelleren Ergebnisse bekam, begann ich nun wieder vermehrt in Burdas aus der Bibliothek zu stöbern. Angespornt durch mein Erfolgsprojekt nähte ich gleich noch eine Hose und kopierte zahlreiche weitere Schnitte aus den ausgeliehenen Heften. Ich merkte aber bereits deutlich, dass ich gar nicht so schnell nähen konnte, wie neue Ideen und neue Herausforderungen auf ihre Umsetzung warteten.
Ich lernte:

  • eine Paspel verwenden
  • dass eine Nahttasche und ein seitlicher Reißverschluss einander nicht ausschließen
  • dass man seine Nähprojekte dem Bedarf anpassen sollte
August:
Der Monat August stand im Zeichen der Overlockmaschine. Als ich merkte, dass ich Jersey liebe und für eine vollständige Garderobe Jerseyprojekte für mich unverzichtbar sind, wollte ich so eine Maschine auch einmal ausprobieren. Jeder, der damit bereits ein Shirt genäht hat, kann wohl nachvollziehen wie glücklich man ist, wenn man nach weniger als einer Stunde ein neues Lieblingsteil in den Händen hält.
Im August habe ich also gelernt:

  • dass eine Overlockmaschine unverzichtbar ist
  • dass das Einfädeln gar nicht so schlimm ist
September:
Im September war ich sehr kreativ und fertigte lustige kleine Untersetzer für meine Schwester. Gefüllt waren sie zunächst mit Volumenflies, doch ich habe dann gelesen, dass man solche Untersetzer auch mit einfachen Bodenwischtüchern füllen kann. Durch das etwas andere Nähbuch hatte ich bereits zu diesem Zeitpunkt eine große Sammlung kleiner Reststoffe und es war eine wahre Freude darin zu wühlen.
Ich lernte:

  • Quadrate mit selbstgemachtem Schrägband einzufassen
Oktober:
Im Oktober machte meine Lernkurve noch einmal einen Riesensprung. Dieser Monat stand im Zeichen des Blazers! Und dann war da noch die Joana und das Sorbetto-Top
Ich lernte:

  • einen Reversekragen nähen
  • Paspeltaschen nähen
  • akurat Zuschneiden
  • zweiteilige Ärmel ordentlich einsetzen
  • einen Blazer füttern
  • Knopflöcher an der markierten Stelle nähen
  • mich einem Trend ergeben
  • wie toll Recycling ist
  • dass französische Nähte gar nicht so schwer sind
November:
Nach dem Blazer wollte ich endlich eine richtige Bluse nähen. Eine mit Kragen, Kragenstand und Knopfleiste. Und das schaffte ich dann auch.
Ich lernte:

  • einen Kragen nähen
  • eine Knopfleiste einsetzen
  • Manschetten nähen
  • ordentlich Säumen
  • Längsabnäher nähen
Dezember:
Der letzte Monat des Jahres war ausgefüllt durch den Weihnachtskleid-Sew-Along. Es hat riesigen Spaß gemacht und das Ergebnis war ein weiterer Erfolg. Außerdem gab es noch einige Kleinigkeiten. Ein appliziertes Shirt, ein weiterer Topfhandschuh, einen Turnbeutel, einen Nikolausstiefel und eine Patchworktasche nach dem Tutorial von Pink Penguin.
Ich lernte:

  • eine Ottobre-Anleitung zu verstehen
  • einen Stehkragen nähen
  • ein Kleid zu füttern
Es gab eine Menge Projekte und es ist wirklich schwierig, sich an alles so genau zu erinnern. Dieses Jahr werde ich eine Liste führen, damit der nächste Rückblick etwas einfacher wird.