Mittwoch, 21. Dezember 2011

Weihnachtskleid-Sew-Along Part 5b: Der Kragen der Glendora

Ganz am Anfang, als Catherine die Idee des Weihnachtskleid-Sew-Along veröffentlichte, dachte ich mir bei der Betrachtung des Zeitplans: "Teil 5 - Panik: Was soll ich denn dann wohl posten?" Der Schnitt des Kleides, welches ich mir ausgesucht hatte, schien so einfach, dass mir aufkommende Probleme einfach unvorstellbar waren. Und dann kam es am Ende eben doch ganz dicke.

Anfangs war alles ganz klar. Ich befestigte die Kragenteile am Rückteil des Oberstoffes. Nun war mein Kleid bereit für Reißverschluss. Da ich mit meinen Maßen genau zwischen 38 und 40 lag, hatte ich das Kleid in 40 zugeschnitten und musste dementsprechend nun noch etwas Weite reduzieren. Ich wagte das Experiment meinen Mann um Hilfe beim Abstecken zu bitten. Bisher schreckte ich davor zurück und reduzierte einfach pi x Daumen. Hochmotiviert betrat ich das Wohnzimmer bewaffnet mit Nadeln und Kleid. Ich erklärte kurz, was zu tun war und dann kam die Frage, die mich fassungslos und wutentbrannt das Wohnzimmer wieder verlassen ließ: "Warum ziehst du das Kleid nicht einfach über den Kopf aus?" Die Frage wurde gestellt, als ich versuchte zu erklären, wie man die abgesteckte Naht dann auf beiden Seiten markiert, bevor man das Kleid auszieht... "Ich kann das Kleid nicht über dem Kopf ausziehen, weil das nach körpernahem Abstecken einfach nicht mehr möglich sein sollte!" Grrr. Ich nähte den Reißverschluss dann einfach wie gewohnt einen Zentimeter neben der markierten Nahtlinie, so dass der Umfang um 2 Zentimeter reduziert wurde. Es ist nicht optimal, aber es sollte ja auch noch etwas Platz für das Weihnachtsessen vorhanden sein.

Doch die richtige Misere begann erst danach, als ich feststellen musste, dass ich das Futter für Modell 15 zugeschnitten hatte. Modell 15 hat im Vergleich zu Modell 16 (meiner Glendora) keinen Kragen, sondern Belege. Dementsprechend wird am Futteroberteil ein Streifen weggenommen. Eben genau die Menge, die durch die Belege abgedeckt ist. Nun sah ich mich an meinem Kleid mit einer enormen Lücke konfrontiert. Circa 5 Zentimeter fehlten zwischen Kragen und Futterausschnittkante. Eine Lücke, die nicht einfach ignoriert werden kann. Als ich völlig verzweifelt meinem Mann von meiner misslichen Lage berichtete und ich ihm mitteilte, dass eben Modell 15 Belege verwendet, machte es Klick. Na klar: dann verwende ich eben auch Belege. Und flux habe ich die Schnitteile 8 und 9 abgepaust und auf dem noch übrigen senffarbenen Oberstoff zugeschnitten. Die Belege habe ich dann einfach an der Futterausschnittkante befestigt und schon war die Lücke elegant überbrückt und ich konnte mit dem Kragen weitermachen.

Die Anleitung war für mich ein wahres Rätsel. Zum Glück hatte ich mir gemerkt, dass Katharina auch eine Glendora näht und auf ihrem Blog konnte ich zudem sehen, dass ihr Kleid bereits einen Kragen besaß. Und so konnte ich doch noch etwas Hilfe bekommen. (Eigentlich war der Teil 5 des Sew-Along ja genau dazu gedacht. Da ich aber so spät dran bin, fehlt nun die Zeit, um auf hilfreiche Kommentare zu setzen...). Hier also der Versuch, die Anleitung zu entschlüsseln. Leider habe ich nicht genug Fotos gemacht und die Fotos, die ich gemacht habe, sind auch nicht so leicht zu "entziffern".

Wir fangen an: "Futter und Oberstoff rechts auf rechts aufeinander legen, Kragenoberkante aufeinander stecken und bis zu den vorderen Ecken nähen;" Ok, das schein einleuchtend, aber im nachfolgenden Text, steht nirgendwo, dass ich die vertikale Kante nähen soll. Hier ist die Ecke also die gesamte vertikale Kante des Kragens.
"Kragenunterkante auf der Seite des Vorderteils zusammenheften;" Hier musste ich stutzen, weil ich den Kragen ja gerade noch rechts auf rechts vor mir liegen hatte. Wenn ich nun die Unterkante zusammenhefte, dann kann ich den Kragen ja nicht mehr wenden. Im nachfolgenden Text stand auch nichts mehr von Wenden. Außer später dann das ganze Kleid. Wenn ich aber die äußeren und inneren Kragenteile zusammengefasst habe, würde das Wenden des Kleides ja nichts bringen. Katharina hatte mir gesagt, dass beide Kragenteile und beide Kleider in einem Rutsch zusammengenäht werden. Und durch diesen Hinweis kam ich dann auch auf den richtigen Weg. Hier der Versuch eines Fotos:
Was hier zu sehen ist, sind das kürzere Kragenteil in der Mitte (mit Vlieseline verstärkte Außenseite rechts auf rechts auf die Krageninnenseite an der Oberkante und der vorderen vertikalen Kante genäht), rechts ist der Oberstoff, der am Rückenteil bereits mit dem Kragen verbunden ist. Mit viel Fantasie erkennt man auch die blassrosa Nahtlinie. Links sieht man den gelben Beleg, der mit dem dunkelbraunen Futter verbunden ist. Ich habe nun das Außenteil des Kragenstücks zunächst am Oberstoff geheftet und das Innenteil am Beleg des Futters. An der Ecke habe ich dann begonnen alle vier Stofflagen zusammenzunehmen. Das gleiche habe ich auch für das längere Kragenteil getan. Im Hintergrund sieht man die vielen Nadeln. Diese halten ebenfalls alle vier Stofflagen zusammen. Zum Schluss müssen die Kragenenden noch richtig geordnet werden. Das heißt an der Stelle, wo sich die Kragenenden überlappen, muss das längere Teil direkt an den Oberstoff geheftet werden, dann das kürzere Kragenende darauf heften und dann das Futter, so dass an dieser Stelle 6 Stofflagen aufeinander treffen.
Und wenn man es so heftet, versteht man auch, warum nie die Rede vom Wenden ist. Durch das Heften geschieht dies quasi von selbst.

Als ich dann den Kragen angenäht hatte, kam der spannendste Augenblick: Wie sieht das Ganze denn nun aus?

Hier zusehen ist der derzeitige Stand. Perfekt ist der Übergang der Zierknopfleiste zum Kragen nicht. Aber ich bin heute wirklich nicht sehr streng mit mir. Was man an dem Kleid auch schon sehen kann: Es wird eine innige Beziehung mit dem Bügeleisen haben. Der Stoff knittert schon ziemlich stark.

Und was ist noch zu nähen:

  • Vier Abnäher am Rockteil des Oberstoffes
  • Rockteil an Oberteil 
  • Kragen an Ober- und Futterstoff
  • Knöpfe an Zierknopfleiste und Ärmelaufschlag
  • Oberstoff und Futterstoff verbinden
  • Reißverschluss
  • rückwertige Mitte am Ober- und Futterstoff
  • Saum: Ob nun zusammengefasst mit dem Futter oder nicht einzeln, ist noch nicht entschieden

Kommentare:

  1. Na, das sieht doch schon toll aus! Bin ja schon sehr gespannnt, wie es dann an dir aussieht!
    Aber bügeln musst du es wirklich noch ;-P

    Viele Grüße
    Christina

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  2. Ich bin schon sehr gespannt!!!
    SChönes Kleid bis jetzt.
    GGLG
    Annette

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  3. Das schaffst du bis morgen!
    Ich freue mich schon auf das Kleid, die Farbe ist einfach der Hammer!
    (Und der Schnitt steht auch auf meiner Wunschliste).
    Liebe Grüße, Bettina

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  4. Leider bin ich noch nicht fertig. Aber es fehlen nur noch die Knöpfe und der Saum muss genäht werden.

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