Dienstag, 3. Januar 2012

Jahresrückblick 2012

Ursprünglich sollte dies mein letzter Post im Jahr 2011 werden, doch nun ist es der erste Eintrag für 2012. Auch gut :) Dann wünsche ich meinen lieben Lesern alles Gute für das neue Jahr und bedanke mich für eure lieben Kommentare. Ich hoffe auf ein spannendes 2012, in dem ich versuchen werde, meine zu kurz 

Das Jahr 2011 war mein Nähjahr. Alles, was ich kann, habe ich in diesem Jahr gelernt. Ok, wenn ich gaaaanz ehrlich bin, habe ich ja am 17.12.2010 meine allererste Lektion gelernt, aber das ist so nah am Beginn des Nähjahres 2011 dran, dass ich das mal großzügig mitzähle. Ich hoffe, ihr verzeiht ;)

Wie alles begann:
Es begann also mit einem Kopfkissenbezug mit Hotelverschluss im dreistündigen Nähkurs bei Frau Tulpe. Mein allererstes Nähprojekt inklusive applizierten Buchstaben: Zur Feier des Tages/ Jahres hier auch noch ein Bild.
Die Besonderheit des Kissens liegt auch darin, dass es genau die richtige Passform für unsere Kopfkissen hat, nämlich 40 x 80 Zentimeter. Das Jahr begann dann damit, beinah alle vorhandenen 80 x 80 Zentimeter  Bezüge entsprechend zu kürzen.
Ich lernte:
  • geradeaus Nähen
  • Versäubern von offenen Nähten
  • Säumen
  • Applizieren
  • richtiges Messen 
  • den Fadenlauf beachten

Januar:
Mein zweiter Nähkurs bei Frau Tulpe diesmal 3 x 3 Stunden. Ich nähte einen einfachen Rock mit Strickbündchen und eine gefütterte Handtasche. 
Ich lernte:
  • mit dehnbaren Stoffen arbeiten
  • Schrägband knappkantig nähen
  • einen Reißverschluss einnähen
  • ein Schnittmuster verwenden
Februar:
Ich war sehr motiviert. Im Februar buchte ich meinen dritten Nähkurs "Rund um den Rock". Vor Beginn brach ich mir den Arm.
Ich lernte:
  • einen Schnitt mit Links kopieren
  • vom Nähen zu träumen
März:
Der dritte Nähkurs umfasste zum Glück 5 Termine und so hatte ich nach Entfernen der Gipsschiene noch 6 Stunden Zeit, um einen Rock zu nähen. Voller Motivation stürzte ich mich in viele weitere aufgestaute Projekte und nähte einen Jerseypulli, ein Utensilo für den Flur und einen Topfhandschuh.
Ich lernte:
  • zu meinen Maßen stehen und nicht die 38 kopieren, nur weil ich keine 40 sein will
  • Abnäher nähen
  • einen nahtverdeckten Reißverschluss einnähen
  • einen Schnitt von einem Kleidungsstück abnehmen
  • wie man einen Raglanshirt nicht näht (wenn man einen Schnitt abnimmt, gibt es keine Anleitung...)
  • dass man Halsbündchen nicht in voller Länger zuschneidet, sondern gedehnt einsetzt
April:
Im April erschien die 5. Ausgabe der CUT und ich hatte ein Wochenende ganz für mich allein. Ich nähte das Shirt Momo. Dies war allerdings ein UFO oder TTF. Es ist bereits wieder in seine Einzelteile zerlegt. Dabei war es ein ausgezeichneter Stoff, nur die Verarbeitung von Seide war für mich einfach katastrophal. Im April kaufte ich mir auch endlich eine neue Nähmaschine, so dass nicht mehr der ganz Tisch vibrierte. Ich richtete mir ein kleine Nähecke im Schlafzimmer ein, so dass ich endlich auch mal meine Sachen liegen lassen konnte. Ich nähte eine Pyjamahose für draußen, in dem ich den Schnitt meiner Lieblingsschlafhose auf eine Jeans übertrug. Einen Passenrock kopierte ich ebenso von einem vorhandenen Rock aus meinem Kleiderschrank. Und ich entdeckte den MeMadeMittwoch. Zu der Zeit sah ich viele Valeskas und bestellte meine ersten Schnittmuster bei farbenmix. Die Idee zum Bloggen war geboren.
Ich lernte:
  • meine neue Nähmaschine kennen
  • mit Enttäuschung umzugehen und trotzdem nicht die Lust am Nähen zu verlieren
  • eine einfache Hose nähen
  • Futter verarbeiten
Mai:
Im Mai begann ich dann auch das Bloggen und von hier an wird auch der Rückblick einfacher. 
Ich kaufte die Bücher von Wendy Mullin, bestellte mir Kurvenlineale und war motiviert, nur noch nach meinen eigenen Schnitten zu nähen, um das Maximum der Individualität zu erreichen. Ich nähte zwei Taschen, einen Blazer aus Sweatshirtstoff, diverse Röcke mit Taschen, u.a. meine erste Valeska, eine Tunika, begann diverse Kleider, die sich alle als Säcke erwiesen und träumte von meinem Sommerkleid.
Ich lernte:
  • Schnittmuster anpassen
  • Weite raffen
  • Schrägband am Ausschnitt zu dehnen
Juni:
Im Juni erhielt ich endlich meine Schneidematte und den zugehörigen Rollschneider. Ich nähte Allerhand aus Stoffresten zusammen. Außerdem widmete ich mich ein wenig dem "etwas anderen Nähbuch" und übte mich im Freihandsticken. Ich begann bereits ältere Projekte, die nicht gelungen waren, wieder aufzutrennen, um etwas noch Besseres daraus zu schaffen.
Ich lernte:
  • etwas exakter zu arbeiten
  • einen Stickrahmen unter meiner Nähmaschine zu platzieren (alles abschrauben, was geht)
  • einen Burdaschnitt ändern, bis er endlich passt
  • in Zukunft mehr als 50 Zentimeter vom Stoff zu bestellen
Juli:
Im Juli hatte ich es endlich geschafft, ein Kleid für mich zu nähen, dass passte und mir sogar richtig gut gefiel. Der Schnitt war aus einer Burda und ich brauchte nur etwas Weite an der Taille wegnehmen. Dies war meine Versöhnung mit den sonst so unförmigen Modellen dieser Nähzeitschrift. Da ich bei meinen selbstgebastelten Schnitte auch keine schnelleren Ergebnisse bekam, begann ich nun wieder vermehrt in Burdas aus der Bibliothek zu stöbern. Angespornt durch mein Erfolgsprojekt nähte ich gleich noch eine Hose und kopierte zahlreiche weitere Schnitte aus den ausgeliehenen Heften. Ich merkte aber bereits deutlich, dass ich gar nicht so schnell nähen konnte, wie neue Ideen und neue Herausforderungen auf ihre Umsetzung warteten.
Ich lernte:

  • eine Paspel verwenden
  • dass eine Nahttasche und ein seitlicher Reißverschluss einander nicht ausschließen
  • dass man seine Nähprojekte dem Bedarf anpassen sollte
August:
Der Monat August stand im Zeichen der Overlockmaschine. Als ich merkte, dass ich Jersey liebe und für eine vollständige Garderobe Jerseyprojekte für mich unverzichtbar sind, wollte ich so eine Maschine auch einmal ausprobieren. Jeder, der damit bereits ein Shirt genäht hat, kann wohl nachvollziehen wie glücklich man ist, wenn man nach weniger als einer Stunde ein neues Lieblingsteil in den Händen hält.
Im August habe ich also gelernt:

  • dass eine Overlockmaschine unverzichtbar ist
  • dass das Einfädeln gar nicht so schlimm ist
September:
Im September war ich sehr kreativ und fertigte lustige kleine Untersetzer für meine Schwester. Gefüllt waren sie zunächst mit Volumenflies, doch ich habe dann gelesen, dass man solche Untersetzer auch mit einfachen Bodenwischtüchern füllen kann. Durch das etwas andere Nähbuch hatte ich bereits zu diesem Zeitpunkt eine große Sammlung kleiner Reststoffe und es war eine wahre Freude darin zu wühlen.
Ich lernte:

  • Quadrate mit selbstgemachtem Schrägband einzufassen
Oktober:
Im Oktober machte meine Lernkurve noch einmal einen Riesensprung. Dieser Monat stand im Zeichen des Blazers! Und dann war da noch die Joana und das Sorbetto-Top
Ich lernte:

  • einen Reversekragen nähen
  • Paspeltaschen nähen
  • akurat Zuschneiden
  • zweiteilige Ärmel ordentlich einsetzen
  • einen Blazer füttern
  • Knopflöcher an der markierten Stelle nähen
  • mich einem Trend ergeben
  • wie toll Recycling ist
  • dass französische Nähte gar nicht so schwer sind
November:
Nach dem Blazer wollte ich endlich eine richtige Bluse nähen. Eine mit Kragen, Kragenstand und Knopfleiste. Und das schaffte ich dann auch.
Ich lernte:

  • einen Kragen nähen
  • eine Knopfleiste einsetzen
  • Manschetten nähen
  • ordentlich Säumen
  • Längsabnäher nähen
Dezember:
Der letzte Monat des Jahres war ausgefüllt durch den Weihnachtskleid-Sew-Along. Es hat riesigen Spaß gemacht und das Ergebnis war ein weiterer Erfolg. Außerdem gab es noch einige Kleinigkeiten. Ein appliziertes Shirt, ein weiterer Topfhandschuh, einen Turnbeutel, einen Nikolausstiefel und eine Patchworktasche nach dem Tutorial von Pink Penguin.
Ich lernte:

  • eine Ottobre-Anleitung zu verstehen
  • einen Stehkragen nähen
  • ein Kleid zu füttern
Es gab eine Menge Projekte und es ist wirklich schwierig, sich an alles so genau zu erinnern. Dieses Jahr werde ich eine Liste führen, damit der nächste Rückblick etwas einfacher wird.

Kommentare:

  1. Faszinierend finde ich, wie oft ich mich in Deinen Beschreibungen wiederentdeckt habe :)
    Liebste Grüße, Nina

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  2. Wirklich beeindruckend, so große Fortschritte in so kurzer Zeit. Dein Weihnachtskleid finde ich übrigens super!

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  3. Wie kannst Du dieses ganze Jahr - mit den enormen Fortschritten - so aus dem Kopf (?) wiedergeben? Ich bin begeistert. Und über Deine Fortschritte sowieso. Innerhalb eines Jahres solche Fortschritte zu machen ist, glaube ich, recht ungewöhnlich oder sagen wir: nicht alltäglich, "normal". IWenn ich da an Deinen Blazer denke. Wie soll das denn noch weitergehen, haha.
    Alles Gute für 2012!
    Melleni

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  4. Ich bin auch schwer beeindruckt! Mit deinem Enthusiasmus und Talent wirst du in 2012 eine Menge großer Dinge vor dir haben. Ich freue mich schon jetzt. LG, Ulrike

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  5. Boah, ich bekomme gerade Schnappatmung, das liest sich ja wie ein Krimi!! Toll, echt sehr sehr beeindruckend! Ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung... :)

    Viele Grüße
    Hella

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  6. Wow was für ein toller Jahresrückblick! Ich bin schwer begeistert muss ich sagen!!!
    Ich werde mich demnächst auch mal bei Frau Tulpe für einen Nähkurs anmelden und bin ganz gespannt :o)
    Du wirst dieses Jahr bestimmt wieder super tolle Sachen zaubern!!!

    Liebste Grüße
    Chrissy

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  7. Himmel, du hast in 1 Jahr mehr gelernt als ich in 10!! Eine Paspeltasche - da traue ich mich immer noch nicht dran.
    Ich bin gespannt, was du in diesem Jahr alles nähen wirst.
    Liebe Grüße, Bettina

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  8. Ich bin total von deinem Erfolg fasziniert. Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr auch so viel nähen lerne. Im Moment habe ich wegen dem stillen nicht die Möglichkeit um einen Nähkurs zu besuchen. Aber sobald ich die Möglichkeit, bin ich die erste die angemeldet ist ;)
    Ich bin sehr auf Deine diesjährigen Projekte.

    Herzliche Grüsse
    Julia

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