Mittwoch, 28. September 2011

Me Made Mittwoch Nr.7 - Heute ganz und gar

Auf mein heutiges Outfit bin ich wirklich stolz: selbstgemacht von Kopf bis Fuß. Okay, ich trag jetzt keine selbstgestrickten Socken und das mit der Unterwäsche ist auch noch ein Projekt für die Zukunft, aber sonst!

Den Rock und das Top unter dem Shirt habe ich bereits hier und hier gezeigt. Das Shirt ist aus der Burda 02/2005 und hat mich vergangene Woche einige Nerven gekostet. Die Burda ist noch im alten Stil und heißt noch nicht "Burda style". Es gibt eine Rubrik darin, in der fünf Teile gezeigt werden, die man gut kombinieren kann. Dabei war auch dieses Shirt. Ich fand es wirklich ideal, um die Basic-Garderobe aufzustocken. Aber wie bereits gesagt, dieses Shirt hat mich Nerven gekostet und mir auch teilweise die Lust auf das Nähen mit meiner Overlock vermiest. An sich ist der Schnitt mit dem raffinierten Dekolleté ganz gut. Nur dass die Ärmel in zwei Teilen vorliegen, finde ich etwas komisch. Es ist ja keine Bluse und die Naht geht direkt oben von der Schulter über den ganzen Arm. Im Grunde könnte es ja ein ganz normales Reglanshirt sein, aber dieses hier hat sogar noch eine Teilungsnaht am Rückenteil. Den Ausschnitt wiederum finde ich gut. Ich werde das Shirt noch einmal nähen, dann aber nur die Schnittteile vom Vorderteil mit einem Standardreglanschnitt kombinieren. Mal sehen, was dabei rauskommt. Aber heute trag ich das Shirt trotzdem. Vielleicht werden wir ja noch Freunde.



Was es heute sonst noch Selbstgenähtes auf den Straßen zu bewundern gibt, wird hier zusammengetragen.

Sonntag, 25. September 2011

Tolles Zwischenprojekt: Untersetzer

Mein heutiges Sonntagsprojekt ist mal wieder ein gutes Beispiel für die kreative Verkettung von Zufällen. Der Ausgangspunkt ist jedoch kein Zufall, sondern mal wieder ein Geburtstag. Die sind eigentlich ganz fest im Kalender verankert, kommen dann aber doch immer ganz plötzlich.

Ich wollte etwas nähen. Etwas, das man auch gebrauchen kann. Etwas, das meine Handschrift trägt. Der Mann sagte, ich sollte den Apfeltopflappen noch einmal nähen. Ich hatte keine Lust dazu, aber Topflappen fand ich erst einmal gar nicht so schlecht. Ein kleines Quadrat, auf dem man seiner Fantasie und Kreativität freien Lauf lassen kann. Dann stieß ich in der Burda 09/2011 unter der Rubrik "leichter nähen" auf Topflappen im Vintage-Look. Bei der Vorbereitung kam mir dann die Idee passende Untersetzer zu machen. Der Topflappen sollte die Maße 8" x 8" haben, daher schienen mir die Maße 4" x 4" für Untersetzer geeignet. Beim Heraussuchen der Stoffschnipsel kam mir die Idee, mein etwas anderes Nähbuch mal wieder zur Hand zu nehmen. Und dann kam eins zum anderen. Ich verwendete etwas festere Hintergrundstoffe und Volumenflies. Allein das Steppen hat schon eine Menge Spaß gemacht. Ich begann mit einem einfach Schachbrett, beim zweiten Stück entwarf ich ein zufälliges Muster, das dritte Mal eine quadratische Schnecke und den vierten Untersetzer, den ich aus Fischgrät-Stoff herstellte, linierte ich einfach entlang der Längsstreifen.

Und hier das Ergebnis meines Kreativ-Flows:

Das hat wirklich soviel Spaß gemacht. Ich könnte direkt weitermachen. Man wird geradezu süchtig danach und dazu kommt noch, dass man mit jedem weiteren besser wird. Besonders das Einfassen gelang beim letzten Modell am besten, so dass ich kleine Quadrat zum Kaschieren gar nicht brauchte. Jedoch neigt sich der Sonntag bereits dem Abend entgegen und die Zeit wird langsam knapp. Und eigentlich wollte ich ja Topflappen nähen...

Freitag, 23. September 2011

Es wurde nach UFOs gefragt

Bei .Meike wird dienstags immer eine Frage zum Nähen gestellt. Diese Woche wurde nach UFOs gefragt. Also quasi die unvollendeten Nähteile, die man so voller Enthusiasmus beginnt und dann aus verschiedenen Gründen nicht beendet. Durch das Nähfragezeichen wurde ich an meine UFOs im Schrank erinnert. Genaugenommen sind es keine UFOs, sondern bei mir handelt es sich eher um so Teile, die man einfach als fertig bezeichnet, um endlich fertig zu sein. Das UFO, von dem ich heute berichten möchte, ist das Shirt MOMO aus der aktuellen 5. Ausgabe der CUT. Das Shirt habe ich im April gleich nach Erscheinen des Magazins an einem Wochenende genäht. Ich habe es auch zweimal getragen, sogar auf Arbeit. Doch zufrieden war ich mit dem Shirt nicht. Das Besondere an dem Reglanshirt ist ein eingesetzter, geraffter Stoffteil aus Seide. Irgendwas ist bei meinem Shirt schief gegangen und der geraffte Teil ist viiiiel zu groß geworden. Im Grunde kam ich mir vor, als würde ich einen seidenen Sack tragen. Nachdem ich es zum zweiten Mal getragen hatte, beschloss ich, dass dieses Teil unbedingt einer Verbesserung bedarf und kam auf den UFO-Stapel.
Der Stoff war allerdings wirklich toll. Auf dem Foto erkennt man es vielleicht nicht so gut, aber es handelt sich um einen tollen laubgrünen Seidenstoff kombiniert mit grauem, ganz feinen Jersey. Für die Tonne ist mir der Stoff wirklich zu schade und so beschloss ich, die Seide aus dem Shirt wieder herauszutrennen und zu einem Trägertop zu verarbeiten. Für diesen Zweck schien mir der Stoff wie geschaffen. Beim erneuten Verarbeiten fast ein halbes Jahr später wurde mir aber ganz schnell wieder klar, was damals im wahrsten Sinne des Wortes schief gelaufen ist: Seide lässt sich ja sowas von ggggrrrrrrrrrrr. Allein beim Gedanken an diesen widerspenstigen Stoff werde ich gleich wieder ganz unausgeglichen. Es ist mir absolut nicht möglich gewesen allein eine gerade Linie zuzuschneiden. Immer wenn ich mit meinem Rollschneider drüber bin und den Stoff dann hochgehalten habe, war die Linie krumm und schief... Na ja, ich hab es dann mehr schlecht als recht zusammengenäht und nun bin ich mir nicht sicher, ob aus dem UFO ein Teil für die Tonne geworden ist... Hat vielleicht jemand einen Trick, wie man Seide professionell verarbeitet? Für Tipps wäre ich sehr dankbar, weil ich schon gern edle Oberteile nähen würde.

Mittwoch, 21. September 2011

MMM Nr. 6: Aus alt mach neu

Bei diesem MeMadeMittwoch ist es zum ersten Mal so, dass ich etwas trage, das ich erst gestern vollendet habe. Es handelt sich um ein altes Hemd vom Mann. Dieses Hemd hatte, seit ich meinen Mann kenne, kleine Flecken direkt auf der Brust. Es wurde alles versucht, um diese zu entfernen, jedoch ohne Erfolg. Nachdem ich dann im Internet immer häufiger auf Ideen gestoßen bin, die Männerhemden in Tragbares für die Frau verwandeln (z.B. Röcke), konnte ich den Mann dazu überreden, sich vom Hemd zu verabschieden und es mir zu überlassen.
Ich habe eine meiner Blusen als Vorlage genommen und das Hemd grob verkleinert. Dabei habe ich die Ärmel nicht extra abgetrennt, weshalb die Schulternaht nun unterhalb der Schulter liegt, was mich aber nicht weiter stört. Die Flecken habe ich einfach durch eine Tasche verdeckt. Damit ein Gesamtbild entsteht, habe ich den Stoff der Tasche auch als Bündchen und Schrägstreifen am Saum verwendet. Außerdem habe ich noch vier Applikationen aus diesem tollen Riley Blake Stoff draufgenäht. Den Stoff habe ich nur für diesen Zweck gekauft und die Bildchen sind wirklich so süß...
Hier das Resultat:



Wer heute noch alles dabei ist, hat Mr. Linky zusammengetragen.

Freitag, 16. September 2011

Vom Nachmachen und inspirieren lassen

Bei DaWanda gibt es das Lädchen den Laden (869 Produkte derzeit...) von Mädchenkrempel. Hier entdeckte ich einen Rock, der im Grunde aus einem Jerseybund und einem Rockteil mit farblich abgesetzter Kante besteht. Teilweise gibt es den Rock auch mit farblich abgesetzter Kellerfalte oder zur Kante passender Taschen. Dieser Rock gefällt mir und besonders toll finde ich auch die Vielfalt, in welcher er im Shop auftaucht. Seit ich den Rock entdeckt habe, ist er schon mehrmals in meinem DaWanda-Warenkorb gelandet, nur bestellt habe ich ihn nie.

Und was hat dieser Rock nun mit dem Nachmachen und inspirieren lassen zu tun? Na das ist ja ganz klar: hier mein neuer Rock:
Dieser Rock ist zwar nach dem Vorbild eines bereits existierenden Rockes entstanden, ist aber dennoch nicht nachgemacht, weil bei der Entstehung außerdem noch der Beitrag von Einchen (Taschen mit Paspel und Mini-Kellerfalte) und meine eigenen Ideen (Knöpfe, eingenähtes Futter) wirkten. Das Futter ist übrigens in meinem Rock gelandet, weil das Nähnädelchen diesen Mittwoch gerade von ihrem Cordrock berichtete und da meiner auch aus Cord ist, wollte ich natürlich vorbeugen. :) Außerdem muss ich mich ja auch langsam mal damit anfreunden, dass nun Herbst wird. Da ich keinen Futterstoff eingeplant und somit auch gerade keinen passenden zur Hand hatte, habe ich einfach das Futter aus einem alten H&M-Rock recycelt. Beim Raustrennen ist mir zum ersten Mal so richtig aufgefallen, wie schief und ungleichmäßig die Sachen teilweise genäht sind. Da ich keine Saumnaht auf meinem Rock wollte, habe ich das Futter einfach rechts auf rechts an die Rockunterkante genäht und danach oben am Jerseybund fixiert. Das gibt einen leichten Balloneffekt. Die Ecken am Saum sind nur auf dem Bild. In Wirklichkeit fällt der Rock besser. Aber der Mann ist beim Fotografieren immer etwas ungeduldig, was mich mal wieder daran erinnert, dass so eine tolle Selbstauslöserfernbedienung endlich mal her muss.

Ein kleines Detail, auf das ich besonders stolz bin, ist die kleine Schlaufe, die ich unter mein Label genäht habe. Hier kann man diese kleinen Charms, die andere am Armband tragen, einhängen. Ich habe zwei davon da, jedoch kein passendes Armband und somit können sie nun öfter zum Einsatz kommen.
Was ich eigentlich sagen will: Nachmacher, das sind diejenigen, die fremde Label auf kopierte Ware pappen. Wir hingegen sind friedliche, kreative Leute, die sich gegenseitig inspirieren, oder?