Mittwoch, 31. August 2011

Me Made Mittwoch fast verpasst...

Es geht also wieder los und keiner sagt mir Bescheid. Hätte ich das gewusst, hätte ich den Rock, den ich gestern zugeschnitten habe, natürlich noch zusammen genäht. Stattdessen musste ich heute Morgen feststellen, dass mein Outfit des Tages zu 100 Prozent käuflich erstanden wurde. 

Zuhause kam dann die nächste Überraschung des Tages: Der Cookies-Teig, den ich für die Plätzchen am Freitag brauche, muss 24 Stunden in den Kühlschrank, bevor er zu Plätzchen geformt wird. 

Und da kam dann die Gelegenheit doch noch ein MeMade-Teil anzuziehen: Meine Cookies-Pants! Okay, eigentlich braucht man die erst dann, wenn die Cookies aus dem Ofen kommen und man sich nicht mehr zügeln kann, doch in diesem Falle.. Na ja, musste halt.

Das Rezept für die Cookies ist aus dem "Hab ich selbst gemacht"-Buch. Der Schnitt für die Hose ist von meiner Lieblingsschlafhose abkopiert. Ursprünglich war die Idee, dass ich meine Lieblingsschlafhose immer anziehen kann, wenn ich sie mir aus Jeans nachnähe. Dann wurde sie aber etwas zu groß und es wurden Cookies-Pants :)

Die anderen MeMades gibt es hier: Linksammlung

Dienstag, 30. August 2011

Hausfrau oder Designerin?

Gestern habe ich versucht, die Hose des Mannes zu reparieren. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich mich wie ein Hausmuddel fühle, wenn ich die Nähmaschine für derlei Reparaturen verwende. Ich war zwar auch etwas stolz, dass ich durch das regelmäßige Nähen Techniken erlernt habe, die es mir ermöglichten das Loch gekonnt zu kaschieren, aber dennoch finde ich, es ist etwas ganz anderes, ob man etwas repariert oder neu erschafft. Beim Reparieren fühle ich mich einem anderen Klischee zugehörig - dem Hausfrauen-Klischee.

Damit ich meine Klischeezugehörigkeit wieder richtig stellen konnte, habe ich heute morgen schnell diesen Schlüsselanhänger fertig gestellt:


Das mit dem Jeansknopf war leider wirklich nur ein Versuch. Ich hatte noch Knöpfe von alten Hosen da und dachte, wenn ich den Stift in den Knopf hämmere, dann wird schon alles gut, aber so einfach war es doch nicht. Hat das schon mal jemand gemacht? Gibt es da einen Trick?

Donnerstag, 25. August 2011

Auf den letzen Drücker

Es ist nicht so, dass ich Geburtstage vergesse. Viel mehr war mir die ganze Woche bewusst, dass am Freitag ein weiterer Geburtstag ansteht, nur fehlte mir bisher die zündende Idee. Ich wusste bereits, dass ich Tee schenken möchte und natürlich sollte auch für den Opa etwas Selbstgemachtes dabei sein.
Ich kaufte also erst einmal Tee. Dann kam die Idee, den losen Tee bereits zu portionieren. Und wie bekommt man diese Teebeutel dann elegant verschlossen? Klar - man näht sie einfach zu!

Und als ich dann den ersten Beutel zugenäht hatte, kam die zündende Idee, wie aus diesem einfachen Teebeutel etwas Besonderes werden konnte: kleine Stoffreste dienen als Teewimpel und werden beim zukünftigen Teegenuss fröhlich aus der Tasse baumeln.

Okay, die Idee ist vielleicht nicht preisverdächtig, aber ich finde meine Teebeutel trotzdem süß :)


Kleiner Nachtrag: Ich habe gerade den Prototypen aufgebrüht und muss feststellen, dass ich den Teebeutel mit ein wenig Wehmut in den Müll werfe. Tschüß, kleiner Stoffrest.

Mittwoch, 24. August 2011

Post aus Japan

In der Vergangenheit bin ich schon häufiger über Einträge gestolpert, bei denen von Übersetzungen japanischer Nähbücher gesprochen wurde. Die in diesem Zusammenhang präsentierte Kleidung fand ich sehr ansprechend. Die weiten Blusen und Tuniken sind meiner Meinung nach ideal, um schöne Baumwollstoffe stilvoll am Körper zu präsentieren. Bevor ich begonnen hatte zu nähen, hatte ich auch eher einen körpernahen Kleidungsstil. Figurbetonte Blusen, Röcke und Shirts sind auch jetzt noch der Hauptbestandteil in meinem Kleiderschrank, doch die Sachen, die ich mir nähe, haben einen ganz anderen Stil. Irgendwie ursprünglich und natürlicher ohne langweilig oder plump zu sein. Na ja, so richtig gelingt es mir nicht, dieses Gefühl und meine neue Beziehung zu Mode, in Worte zu fassen, aber ich glaube, fast jede, die am Anfang der eigenen Nählaufbahn steht, wird dieses Gefühl kennen. Am Anfang braucht man weite, einfache Schnitte, damit es auch passt, wenn die Naht vielleicht nicht ganz gerade geworden ist. Und dann bemerkt man irgendwann, dass man diesen neuen Stil tatsächlich mag.
Achso, und weswegen ich diesen Eintrag hier überhaupt schreibe: ich hab heute Post aus Japan bekommen und nun mein eigenes "One day sewing summer clothes " Buch. Ich bin gespannt, wie ich so ganz ohne Japanisch Kenntnisse zurecht komme. Aber eins steht schon mal fest: ich liebe dieses Buch und jeden einzelnen Schnitt darin.




Sonntag, 14. August 2011

Freihandsticken auf Papier

Dass Geburtstage immer so plötzlich sind, ist gar nicht so ärgerlich, weil Zeitnot meine Kreativität geradezu beflügelt. So geschehen am Freitag:

Das Geschenk an sich war bereits vorhanden, doch was ist ein Geschenk ohne Karte? Die gehört einfach dazu. Besonders an einem 75. Geburtstag. Die Karten, die es für diesen Anlass zu kaufen gibt, sind furchtbar. Also habe ich zwei von diesen Blanko-Karten gekauft, wie es sie in jedem Kaufhaus in der Papierabteilung eben zu kaufen gibt. Ich habe zwei Karten gekauft, weil ich mich bei der Farbe nicht entscheiden konnte. Ich fand grün und pink sehr gut. Aber pink zum 75.? Wohl eher zum 17.! Na ja, also flieder und creme. Creme ist seriös. Flieder ist hübsch. Entscheiden wollte ich mich zuhause.

Und dann kam mir die Idee: Ich nähe mein Motiv einfach auf die Karte. Für die Karte aus dem "etwas andere Nähbuch" hatte ich ziemlich lange gebraucht und darauf hatte ich an diesem Abend einfach keine Lust. Also direkt aufs Papier, zweite Karte drauf und zusammengenäht. So richtig schnell ging das jetzt auch nicht. Ich habe knapp zwei Stunden gebraucht, aber ich musste mir ja auch erst ein Motiv überlegen...

Mit dem Ergebnis bin ich ziemlich zufrieden.

Und dann habe ich dieses Video gesehen: http://www.youtube.com/watch?v=-xvMBJhRk1k&feature=player_embedded (von Lillith Rose) und musste feststellen, dass meine Nähmaschine zwar einen versenkbaren Transporteur besitzt, aber keine regulierbaren Nähfußdruck. Natürlich ist mir klar, dass das Video beschleunigt ist, aber es sieht trotzdem so aus, als könnte es viel schneller gehen.

Was habe ich daraus gelernt: Nähfußdruck muss regulierbar sein!

Mittwoch, 10. August 2011

Der Beginn einer ganz neuen Ära

Nachdem ich vergangene Woche meine erste Naht mit einer Overlock-Nähmaschine genäht habe, stand für mich fest, dass ich eine solche Maschine brauche. Mit einer Bernina habe ich meine ersten Schritte gemacht und es sollte auch eine Bernina für mich sein. Ein bisschen rumgeguckt und hin und her überlegt und dabei doch immer festgestellt, dass 700 Euro eine Menge Geld sind für mal so Zwischendurch. Aber ich wollte die Maschine ja jetzt und zwar sofort und überhaupt: wie konnte ich bisher überhaupt ohne...

Der Mann hat dann eine Maschine in den Kleinanzeigen gefunden. Eine Singer. Erst einmal gab es von mir nur Protest, weil eine Singer ja keine Bernina ist. Aber die Maschine kam mit einer Handvoll Garnrollen, kostete 80 Euro und der Mann versicherte außerdem, dass ich sie jederzeit wieder verkaufen könnte. Meine Bernina war also noch nicht verloren.

So sieht sie aus.

Es ist eine Singer 14U554 mit 2-,3- und 4-Fadenoverlocknähten und Differentialtransport. Ich kann immer noch nicht sagen, wodurch sie sich nun von anderen Maschinen unterscheidet. Bisher hat sie alles was ich will. Einen Abfallbehälter, einen Freiarm, ein Staufach, Fäden und zwei Nadeln. Ich hab wirklich keine Ahnung, was sie nicht hat. Sogar das Messer ist wirklich einfach wegzuklappen.

Mein erstes Einfädeln hat 18 Minuten gedauert. Ich habe mir dabei aber auch wirklich Zeit gelassen. Die Maschine war gebraucht und keiner wusste, ob sie wirklich funktionieren wird. Also wollte ich alles richtig machen, um die optimalen Voraussetzungen für den ersten Nähversuch zu schaffen. Ich würde aber sagen, dass es wirklich einfach war. Die Markierungen waren übersichtlich und eindeutig.

Und dann ratterte sie los. Die ersten Nähte waren noch ziemlich locker. Aber wenn man die Angaben in den Tabellen der einzelnen Stiche berücksichtigt, macht sie sogar auf Anhieb eine gute Naht.

Und was näht man dann so als erstes?

Eine Hülle für die Ovi

Die Maschine kam in einer Transporttasche. Wirklich ultrapraktisch. Aber so oft werde ich die Maschine ja nicht einpacken. Eine separate Hülle war nicht dabei und schon war die Idee für das erste Projekt da. Ein Quader aus Wachstuch vom Schweden. Das Wachstuch hatte ich ursprünglich gekauft, um eine regenfeste Sattelhülle zu nähen. Aber für jeden, der es sich schon gefragt hat: nein, das Wachstuch vom Schweden ist nicht lange wasserdicht. Der Sattel wird nass... Die Hülle sieht nur deswegen so zerknautscht aus, weil ich nicht so richtig weiß, ob man Wachstuch überhaupt bügeln kann. Ich hab's mal nicht gemacht.

Die Naht.

Ich bin nun glücklich und zufrieden und guter Hoffnung, dass die Ovi und ich noch gute Freunde werden.

Sonntag, 7. August 2011

Mein Sonntagsprojekt

Da lag ich so faul rum und las interessiert weiter in Susanne Klingners DiY-Bibel, als mich der Tatendrang packte. Ich schnappte mir ein Stück Pappe, die gerade rumlag, machte eine Skizze mit dem Titel "Tasche". Meine Größenvorstellung war: Es sollten mein Telefon, Schlüsselbund, Portemonnaie und eine Packung Taschentücher hinein passen. Es sollte ein kleine Umhängetasche werden, die die fehlenden Taschen meines tollen Kleides kompensieren sollte.

Ich legte mein Telefon und mein Portemonnaie nebeneinander und zeichnete ein Rechteck darum, die Ecken rundete ich ab. Für ein wenig Volumen plante ich Falten auf dem Vorderteil. Innen noch eine kleine Tasche für das Telefon, damit ich es immer griffbereit habe und ein kleiner Haken für den Schlüssel. Den Hakten mopste ich von meinem Schlüsselbund, da ich unbedingt einen Haken einbauen wollte und einen neuen Schlüsselanhänger kann ich ja schnell mal wieder machen.

Von Außen.
Von innen
Ich finde diese Tasche so toll, dass ich sie immerzu angucken muss und wieder auf und zu machen. Nur frag ich mich nun, ob das kleine Bambi nicht vielleicht doch zu süß ist für eine erwachsene Frau... 

Aber ich hab ja auch einen Rock mit kleinen Elefanten. Die Leute müssen sich nur daran gewöhnen und dann wundert sich bald niemand mehr ;)

Inspiration und Motivation

Wenn man so die anderen Kreativ-Blogs liest, kann man den Eindruck gewinnen, Susanne Klingners Buch Hab ich selbst gemacht. ist die DiY-Bibel schlecht hin. Darum möchte ich hier auch keine weitere Rezension schreiben. Das Buch ist unglaublich motivierend und beim Lesen möchte man am liebsten alles auch sofort probieren. So geschehen am Freitag. Von "Sofort" kann allerdings keine Rede sein. Am Tag 211 ihres DiY-Jahres macht Susanne Klingner Quarkkeulchen. Ich liebe Quarkkeulchen und habe sie auch schon mehrmals selbst gemacht und mit mehrmals meine ich vielleicht dreimal :) Auf jeden Fall sollte es auch bei mir wieder einmal Quarkkeulchen geben. Ein direktes Rezept ist in dem Buch nicht enthalten, nur die Aufzählung der Zutaten. Ich hatte jedoch noch mein altes Rezept in meinem kleinen, schwarzen Notizbuch stehen und da dieses im Gegensatz zu Susannes Aufzählung auch noch 2 Eier enthielt, entschied ich mich, bei meinem Rezept zu bleiben. Nachdem der Entschluss gefasst war, dauerte es nur noch drei Tage, bis ich endlich alle Zutaten zusammen hatte.

Hier das Ergebnis:


Und gestern war bei uns auch endlich mal wieder Sommer und ich habe mein neues Top ausgeführt. Bei der Argumentation eine Overlock zu kaufen, habe ich dem Mann an seiner Kleidung immer gezeigt, was Overlocknähte eigentlich sind. Meist konnte ich die Nähte nicht an meiner eigenen Kleidung zeigen, da diese doch oft selbstgenäht war. Aber gestern konnte ich sie ganz stolz am eigenen Shirt präsentieren. Das war toll.


Bis ich eine Overlock mein Eigen nennen kann, ist es also nur noch eine Frage der Zeit.

Donnerstag, 4. August 2011

Overlock - meine ersten Schritte

Heute war ich also im Nähcafé. Wie angekündigt, bin ich dann doch in die Kinkibox in Friedrichshain gegangen. Ein wirklich niedlicher Laden und das Tollste (zumindest für mich): es war nur eine weitere Frau zum Nähen da. Diese nähte allerdings an ihrem Hochzeitskleid Meter um Meter Rollsaum. Aber davon hatte sie bald genug und dann war sie frei, die Bernina 1100D. Kein schlechter Einstieg würd' ich meinen. Es war sooo toll und gar nicht schwer. Na gut, die Maschine war ja komplett eingefädelt...

Vor meiner ersten Naht hatte ich schon etwas Bammel. Ich hatte ja nur meine zwei zugeschnittenen Teile Jersey mitgenommen. Das ist zwar leichtes Gepäck, aber ich hatte dadurch natürlich kein Probestück. Dabei steht das doch immer überall, dass man zunächst an einem kleinen Stück des zu nähenden Stoffs den Differentialtransport und die Fadenspannung einstellen soll. Aber man stand mir ja hilfreich zur Seite und so gelang mir auch gleich meine erste Naht.


Und wenn ich also vorher gedacht habe: "Ich will eine Overlock", so sag' ich jetzt: "Ich BRAUCHE eine Overlock! Unbedingt und möglichst sofort!" :) Die Bernina 1100D würde ich sofort nehmen. Man sagte mir auch, dass eine Bernina empfehlenswert sei, da Maschinen anderer Hersteller nicht so leicht zu bedienen seien. Die 1100D ist ein älteres Modell, aber die 1110D gibt es zum Beispiel beim Händler meines Vertrauens für 649 Euro und die Beschreibung liest sich auch sehr vielversprechend. Aber ich habe ja noch keinen Vergleich und muss wohl weiter testen. Genug Jersey zum Vernähen hat sich bei mir ja schon angesammelt.

Dienstag, 2. August 2011

Nächste Station: Overlock

Wendy Mullin schreibt in ihrem Buch "If you really get into sewing, then go ahead and invest in a serger." Ursprünglich war mein Plan also, erst einmal zu sehen, ob "I really get into it". Die Zeit, die ich mir dafür nehmen wollte, war so circa ein Jahr - also Weihnachten. Ist ja auch immer ein guter Zeitpunkt für größere Anschaffungen.

Ich bin nun aber eigentlich schon ziemlich überzeugt, dass ich das mit dem Nähen weiter verfolgen möchte. Im Grunde bin ich nahe an der Nähsucht und dass das noch einmal aufhört, glaub ich nun nicht mehr. Der Mann ist natürlich etwas skeptisch und fragt mich ständig nach Argumenten. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich nur so gefährliches Halbwissen über Coverlock und Overlock zu bieten habe und mein Hauptargument lautet: Damit ist einfach ALLES besser :)

Das gefällt einem Mann natürlich nicht und so hat er fix recherchiert und nun werde ich erst einmal eine Overlock testen gehen. Und zwar hier: in Friedrichshain

Mein Projekt, dass ich mir dazu mitnehmen werde, ist dieses niedliche und eigentlich ziemlich einfach wirkende Sommertop. Den passenden Jersey habe ich neulich schon gekauft, der Schnitt ist vorbereitet. Morgen also Zuschnitt und Donnerstag bin ich dann mal testen.



Wenn man noch nie an einer Overlock-Maschine gesessen hat, weiß man ja auch gar nicht, worauf es ankommt und was man wirklich will. Ich weiß nur eins: Ich will Jersey nähen und zwar viel!